lena dunham findet kanye wests musikvideo zu „famous“ widerlich

Es sei eine der verstörendsten künstlerischen Aktionen in letzter Zeit gewesen, so die Autorin und Schauspielerin auf Facebook.

von Wendy Syfret
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28 Juni 2016, 8:20am

Als Kanye West das Konzept für sein neuestes Musikvideo „Famous" ausgebrütet hat, hat er sich definitiv nicht für die Konsensvariante entschieden, sondern stattdessen voll für die Kontroverse. In dem Clip teilen sich die Doppelgänger und Doppelgängerinnen von George Bush, Donald Trump, Caitlyn Jenner, Amber Rose, Chris Brown und Rihanna nackt ein Bett zusammen. Auch dabei ist Taylor Swift—bisher die größte Kontroverse. Schon vor Veröffentlichung des Videos sorgte die Textzeile „I feel like me and Taylor might still have sex, I made that bitch famous" für Aufsehen. Und es wäre nicht Kanye, wenn er das Musikvideo nicht nützen würde, um das Ganzen noch ein Stück weiterzutreiben.

Viele haben den Clip, der in Zusammenarbeit mit dem Künstler Vincent Desiderio entstanden ist, als inspirierendes Statement zu Berühmtheit und Voyeurismus gelobt und es zum letzten Abendmahl der Generation Twitter ausgerufen. Aber nicht jeder zeigt sich so begeistert. In einem Facebook-Eintrag hat Lena Dunham (Mitglied von Taylor Swifts Squad) ihre sehr gemischten Gefühle über das Musikvideo zum Ausdruck gebracht.

Sie vergleicht das Video mit Snuff-Filmen, dem Vergewaltigungsprozess in Stanford und den Missbrauchsvorwürfen gegen Bill Cosby: „Jetzt muss ich liegende, wachsartige Körper berühmter Frauen sehen, die noch dazu so verdreht sind, dass sie unter Drogen und nicht bei Bewusstsein zu sein scheinen. Als ob sie auf einem Gelage in einem Studentenwohnheim benutzt wurden. Mir wird richtig schlecht."

Dunham selbst benutzt Nacktheit schon lange als künstlerisches Ausdrucksmittel und ist gewiss nicht prüde. Sie weiß zwar, „dass es die Aufgabe von Künstlern ist, neue Denkrichtungen anzustoßen, die nicht immer angenehm oder einfach sind", doch dies sei in diesem Fall anders. Trotzdem äußert sie in dem Facebook-Post auch ihren Respekt für Kanye West und erklärt, wie sehr sie seine Arbeiten schätzt. Sie könne aber kein Musikvideo gutheißen, das „sich bei einer Kultur bedient, die dazu führt, dass sich Frauen nicht mal mehr in ihrem eigenen Bett und mit ihren eigenen Körpern sicher fühlen können."

Hier ist der ganze Post: 

Credits


Text: Wendy Syfret
Foto: Todd Cole