carla dal forno: music to ... mistrust

Um einen kleinen Vorgeschmack auf ihr Konzert am Donnerstag im Acud zu bekommen, haben wir Carla dal Forno gebeten, uns einen Mix zu basteln. Wem sie das letzte Mal misstraut hat und was sie in die deutsche Hauptstadt gebracht hat, hat sie uns gleich...

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12 Juli 2016, 11:00am

Die Musik von Carla dal Forno gehört zu der, bei der man mehrfach hinhören muss. Zuerst nimmt man den Lo-Fi-Sound und den stampfenden Beat war, der einen aufhorchen lässt und der vor sich hin plätschert. Dann beginnt man erst, die melancholische Stimme ganz zu erfassen, die über allem schwebt und die einen noch weiter in ihre Welt zieht. Und schließlich kann man gar nicht mehr aufhören, die wenigen Songs, die es von der jungen Künstlerin online zu finden gibt, rauf und runter zu hören. Seit sie ihre erste Single „Fast Moving Cars" veröffentlicht hat, sind wir Fans der Australierin, die letztes Jahr von Melbourne nach Berlin gezogen ist. 

Am Donnerstag wird sie sich bei Never Work im Acud die Bühne mit der bezaubernden Anika teilen. Um einen kleinen Vorgeschmack auf ihr Konzert zu bekommen, haben wir sie gebeten, uns einen Mix mit dem Namen music to ... mistrust zu basteln. Wem sie das letzte Mal misstraut hat und was sie in die deutsche Hauptstadt gebracht hat, hat sie uns gleich auch noch verraten. 

Du kommst aus Melbourne, lebst aber jetzt in Berlin. Warum bist du hier und gibt es Unterschiede?
Ich bin letztes Jahr hierher gezogen, weil ich in Melbourne unruhig war. Ich wollte einfach sehen, wie es sich anfühlt, woanders zu leben. Eigentlich ist das Leben nicht so anders, aber was Konzerte und das Tourleben angeht, ist es einfacher. Manchmal fühlt sich Melbourne sehr weit weg vom Rest der Welt an. Das ist vielleicht der Hauptunterschied: Berlin ist so nah dran an anderen Städten.

Wann hast du mit dem Musikmachen angefangen und warum?
Ich spiele Musik, seitdem ich ein Kind bin. Aber erst vor fünf Jahren habe ich angefangen, Songs zu schreiben und in Bands zu spielen. Nachdem ich die ersten Songs geschrieben und mit anderen zusammengespielt hatte, hatte ich ein gutes Gefühl, deswegen habe ich weitergemacht.

Was macht deinen Sound so anders?
Das Einzige, das meinen Sound wirklich anders macht, ist meine Stimme—so wie bei jeder Sängerin auch. Mein Sound entsteht mit elektronischen und akustischen Instrumenten. Ich nehme das meiste mit Lo-Fi-Equipment auf und arbeite dann mit Ableton an der Produktion und dem Abmischen.

Du hast dich dazu entschieden, deinen Mix Music to Mistrust zu nennen. Warum hast du dich für diesen Titel entschieden? Wann hast du das letzte Mal jemandem misstraut? 
Das schien irgendwie angebracht, da ich erst gestern jemandem nicht mehr trauen konnte. 

Uns bist du das erste Mal durch deinen Track „Fast Moving Cars" aufgefallen. Was steckt dahinter? 
Ich habe den Song schon vor ein paar Jahren in Melbourne geschrieben. Er fängt meine Stimmung zu der Zeit ein. Ich habe eine neue Beziehung angefangen und zu lange an einem Ort gelebt.

Was machst du am liebsten in Berlin?
In Berlin gehe ich gerne spazieren. Weil ich neu in der Stadt bin, achte ich mehr auf meine Umgebung. Ich fühle mich hier zu Hause, aber auch wie einer eine Fremde. Ich mag diesen Gegensatz.

Was planst du für die Zukunft?
Ich möchte noch eine Weile in Berlin leben und arbeiten. Dann soll etwas Unvorhergesehenes und Unerwartetes passieren. 

Tracklist

  1. O$VMV$M - Beyond
  2. Saada Bonaire - You Could Be More As You Are
  3. Yong Yong - Maca Lu-Lu
  4. DVA Damas - Nightshade
  5. The Lines - The Landing
  6. Mental Powers - Communicate In Code
  7. Broadcast - Black Cat
  8. Copeland & Gast - Sisters Of Control
  9. Polyphonic Size - Logique Polygonale
  10. Asda - Killer Of Men
  11. The Flying Lizards - Hands 2 Take

Live kannst du Carla Dal Forno am Donnerstag zusammen im Acud sehen. Alle Infos findest du hier.  

Credits


Text: Alexandra Bondi de Antoni