Sigrid ist der neue Popstar, auf den wir gewartet haben

Mit ihrem Song „Don't Kill My Vibe“ hat die Norwegerin einen absoluten Hit gelandet. Doch hinter SIGRID steckt mehr als nur Ohrwurmpotenzial. Wir haben uns mit der Musikerin in Berlins Chinatown getroffen, um herauszufinden, wer hinter der Newcomerin...

von Juule Kay
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07 März 2017, 10:05am

SIGRID ist 20 Jahre alt, kommt aus Norwegen und hat unsere Herzen mit ihrem Hit „Don't Kill My Vibe" im Sturm erobert. Die Mischung aus poppigen Sounds und zarter, zugleich rotziger Stimme machen ihre Musik zu etwas ganz Eigenem, auf das wir nur gewartet haben. Noch sympathischer macht sie ihre Vorliebe für die Werke der amerikanischen Regisseurin Sofia Coppola. Besonders der Film Lost In Translation hat es der Norwegerin angetan: „Es sind die Kult-Momente, die mich daran so faszinieren", schwärmt SIGRID. Warum also nicht einfach Tokio gegen Berlin tauschen und die Sängerin in das Chinatown der deutschen Hauptstadt entführen? Gesagt, getan. Während unseres kleinen Ausflugs haben wir die Pop-Newcomerin zum Gespräch gebeten. Welche Probleme das Jungsein in der Musikindustrie mit sich bringt und welche musikalischen Einflüsse sich hinter ihren Liedern wirklich verbergen, verrät sie uns im Interview. Eins können wir dir schon jetzt versprechen: den Namen SIGRID solltest du dir in Zukunft unbedingt hinter die Ohren schreiben!

Deinen ersten Plattenvertrag hast du mit 16 Jahren unterschrieben. Mit welchen Problem wird man konfrontiert, wenn man in so jungen Jahren in die Musikindustrie einsteigt?
Natürlich kann es sehr hart sein, wenn man so jung ist. Viele haben versucht, ihre Vorteile aus meinem Alter zu ziehen, im Sinne davon, dass sie mir erzählen wollten, was ich zu tun und zu lassen habe — eine Art Agesplaining eben [Lacht]. Außerdem war es in dem Moment sehr stressig für mich, weil ich damals auch noch mein eigener Manager war, dadurch habe ich aber auch wirklich viel gelernt. Organisiert zu sein, zum Beispiel, und in letzter Zeit auch, dass ich nie zu 100 Prozent Kontrolle über Dinge haben kann.

Dein Bruder ist auch Musiker, also bist du in einer sehr musikalischen Umgebung groß geworden. Wer sind deine musikalischen Einflüsse?
Auf jeden Fall Johnny Mitchell und Neil Young. Ich bin mit der Musik der beiden Künstler aufgewachsen, deswegen sind sie sehr wichtig für mich. Und natürlich Adele und Coldplay, weil sie die ersten Künstler waren, die ich selbst entdeckt habe. Ich würde sogar behaupten, dass Adele die absolute Queen of Pop für mich ist. Außerdem nimmt sie sich selbst nicht so ernst und das sollte jeder von uns tun. Aber prinzipiell inspirieren mich auch sehr unterschiedliche Musikrichtungen.

Die Musikindustrie vergleicht gerne Newcomer mit großen Namen. Mit wem wirst du besonders oft verglichen?
Natürlich vor allem mit norwegischen Künstlern wie mit meiner Freundin Aurora. Aber auch Kate Bush, wegen der Höhen und Tiefen unserer Stimmen — oder sogar mit Björk. Einmal hat mir ein Typ wirklich gesagt, dass ihn „Don't Kill My Vibe" an eine schwedische Metal Band erinnert hat [Lacht].

Dein Song „Don't Kill My Vibe" ging sofort durch die Decke. Was bringt dich selbst so richtig auf die Palme?
Wenn mir Katzen ihre Liebe nicht schenken [Lacht] oder wenn ich wirklich viel Zeit mit Kochen verbringe und das Essen anbrennt. Aber auf jeden Fall auch Mensplaining und unhöfliche Menschen im Allgemeinen.

In deinem Lied „Don't Kill My Vibe" singst du die Zeilen „I am young, I am free, I won't quit". Kann das als dein Lebensmotto gelten?
Ich glaube nicht, dass ich so etwas wie ein Lebensmotto habe. Um ehrlich zu sein, würde ich jetzt gerne sagen, dass es mir viel bedeutet, aber diese Zeile kam wirklich sehr spontan während des Singens zustande. Es ist einfach eins zum anderen gekommen. Aber das stimmt schon, ich habe den Song geschrieben, als ich damals das Gefühl hatte, dass die Leute mich anders gesehen haben, nur weil ich jünger war und das fand ich einfach diskriminierend.

@thisissigrid

Credits


Fotos: Maximilian Semlinger