Dieser Artikel erschien zuerst in unserer The Creativity Issue, no. 348, 2017.

“wenn du es nicht hast, dann mach es einfach selbst“

Warum wurde Judy Blame zu einer festen Größe der Londoner Modeszene? Weil er ein kreatives Genie ist natürlich.

von Felix Petty
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22 Juni 2017, 7:50am

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer The Creativity Issue, no. 348, 2017.

Wie fasst man die schräge, wilde und fabulöse Welt von Judy Blame zusammen? Er ist Stylist, Schmuckdesigner, Künstler, Handwerker und Creative Director. Und obwohl seine Karriere bereits mehrere Jahrzehnte umspannt, ist Judy immer Judy geblieben, ein einzigartiger Charakter, voller Kreativität, Leidenschaft und immer mit Sinn für Humor. "Ich habe mich nie eingegrenzt", sagt er und spricht aus, was man sowieso schon weiß. In den ganzen Jahren war er im Mainstream zu sehen, dann wieder nicht, und trotzdem blieb er immer eine kreative Kraft. Die Ausstellung im ICA im letzten Jahr hat neue Aufmerksamkeit auf seine Arbeit gelenkt.

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"Ich habe während der Punk-Ära angefangen. Wir haben uns nicht darüber geschert, was es davor gab, es ging darum, individuell zu sein. Durch die Mode hat sich für mich so viel eröffnet. Aber ich hatte auch Glück", sagt Judy lachend an seinem Küchentisch. Seine Wohnung ist voll mit seinen Arbeiten, Gegenständen und Artefakten aus seiner Zeit beim bahnbrechenden Kollektiv The House of Beauty and Culture, zusammen mit den Designern John Moore, Christopher Nemeth und Fric in den späten 80ern. "Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, ich habe die richtigen Leute getroffen und mich gut mit ihnen verstanden. Ich hatte nie einen Plan, es ist alles einfach passiert. Wir hatten damals nichts und erst recht kein Geld. Wir haben uns immer umgeschaut und versucht, die Welt in einem neuen Licht zu sehen." Aber Judy Blame ist niemand, der sich ausruht: In dieser Saison hat er an einer Kollektion für Moschino mitgewirkt, die Show von Sibling auf der London Fashion Week's Men gestylt und arbeitet nun an einer Wanderausstellung mit Kim Jones von Louis Vuitton sowie an einem Buch. Dabei lässt er sich immer noch von jungen Designern inspirieren — Rottingdean Bazaar, Molly Goddard und Simone Rocha sind nur einige wenige Namen, die ihn begeistern.

Und wenn uns Judy Blame eins beigebracht hat, dann das in jeder einzelnen Sache Inspiration steckt.

Credits


Text: Felix Petty
Foto: Tim Walker

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