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Der i-D Guide für ein unvergessliches Halloween

Bertie Brandes grübelt über die Wahl des perfekten Halloween-Outfits und die Party-Pannen, die mit der gruseligsten Nacht des Jahres einhergehen. Wobei das Schrecklichste wohl eher dein Kater am Morgen danach sein wird.

von Bertie Brandes
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06 Oktober 2017, 6:22am

Foto: Valeria Boltneva 


Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

Leuchtende Teufelshörner, Teenager-Erbrochenes an allen Ecken und Jelly-Shots exende Scharen von Nachtschwärmern, deren Kostüme sich nicht eindeutig zuordnen lassen. Ja, es gibt nur eine Möglichkeit, Halloween zu genießen, und die ist es, dich auf das Schlimmste gefasst zu machen (und trotzdem nicht zu Hause zu bleiben). Feiere so hart, dass du deine Freunde, deine Eltern, aber vor allem dich selbst erschreckst. Lass' die Sau raus und beobachte, wie viele der Leute, mit denen du gerade warm geworden bist, du in einer einzigen, fürchterlichen Nacht verscheuchen kannst. Sich schlampig anzuziehen, ist ein Teil davon, aber das kannst du auch öfters als einmal pro Jahr bringen. Der wahre Spaß an Halloween ist doch eigentlich, dass du endlich ohne schlechtes Gewissen den ganzen bunten, künstlichen Süßkram in dich reinstopfen kannst, den du den Rest des Jahres über verteufelst. Zucker gibt dir einen wahren Energieschub und der Alkohol sorgt für den Rest. Dein Outfit ist also prinzipiell egal, wenn du dich nicht von deinem Partner auf eine vornehme Feier mitschleppen lässt, bei der ein Gesprächseinstieg ganz willkommen wäre. Aber warum sollte man seinen Halloween-Abend mit einem Haufen von Paaren verschwenden, die keine Lust auf Partys haben, obwohl sie noch nicht mal 30 sind? Vergiss' also deine bessere Hälfte und geh' lieber mit mir auf diverse Hauspartys. Es wird vielleicht nicht toll, dafür aber gruselig.


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Was zieh' ich an?
Wenn du nichts aus Leder anziehen willst, solltest du zumindest etwas raussuchen, das einigermaßen nach einem Motto aussieht. Wie wäre es, wenn du dich als junge Künstlerin verkleidest, die Geschlechterstereotype infrage stellt, indem du eine pinke Jogginghose, eine bestickte Kindermütze und ein glitzerndes Plastik-Bikini-Oberteil anziehst? Erzähl' den ganzen Abend, dass deine Nackt-Selfies total wichtig sind, weil sie helfen, idealisierte Vorstellungen von Frauen im Netz zu entkräften — und füge noch etwas über digitale Kultur hinzu. Lass' dir gesagt sein, dass ich in den vergangenen vier Jahren einfach nur Sachen getragen habe, die einigermaßen die gleiche Farbe hatten. Dazu habe ich mir dann einfach jedes Mal eine neue Story einfallen lassen. Zu einem Kunststudenten habe ich beispielsweise gesagt, ich sei ein Gemälde. Zu meinem Vater, dass ich eine Tomate sei. Clever, ich weiß!

Wo feiere ich?
Ganz klar auf einer Hausparty. Außer du bist die Art von Mensch, die auf einen Halloween-Ball eingeladen wird, auf dem es Gratis-Alkohol, süße Kürbis-Muffins, einen strengen Dresscode und ein Line-Up an DJs gibt, die du mit 15 alle versucht hast, ins Bett zu kriegen. Spar' dir lieber den Stress und die Bauchschmerzen und benimm' dich stattdessen einfach im Wohnzimmer von jemand anderem daneben. Halloween ist übrigens auch der schlimmste Abend des Jahres, um Single zu sein, weil all' deine Pärchen-Freunde dich entweder auf ruhige Dinnerpartys einladen oder die ganze Woche davor so tun, als würden sie mit dir wild feiern gehen, um dich dann doch um neun Uhr abends sitzenzulassen. Halte um der verbrannten Hexen willen durch, die niemals einen Pfeffi probieren konnten oder verführe jemanden in einem Outfit aus Klopapier. Wenn es 23 Uhr ist und du alleine zuhause sitzt (und das wird passieren, finde dich schon mal damit ab), weine nicht, sondern geh' erstmal ins Bett.

Vorglühen
Das ganze oben erwähnte Drama kannst du auch einfach umgehen, wenn du dich mit jemandem zusammen tust, der genauso verzweifelt ist wie du. Teilt euch den Stress, die Kosten für die weiße Schminke und das künstliche Blut, die Taxifahrt hin und zurück und auch den Gedächtnisverlust. Glüht vor, solange ihr könnt, damit euch später ein paar Schlücke Bier reichen, um in Stimmung zu bleiben. Und lacht am nächsten Morgen zusammen über schreckliche Erinnerungsfetzen, statt alleine im Zimmer zu sitzen.

Dein Schwarm
Versuche deinem Schwarm an Halloween aus dem Weg zu gehen. Dies ist ein Abend, an dem du dich betrinken und mit Leuten rumknutschen willst, die du nie wieder sehen musst. Meide also mögliche zukünftige Partner und geb' jemandem eine Chance, der als Arzt verkleidet ist — morgen wird er in deiner verzerrten Erinnerung ein echter Doktor sein.

Schmeiß' deine eigene Party
Wenn alle Stricke reißen und du keine andere Option hast, kannst du immer noch selbst die Initiative ergreifen und kreischende, verkleidete Fremde in dein Haus einladen. In dem Augenblick, in dem die Wörter "vielleicht", "Halloween" und "Party" in einem Satz deine Lippen verlassen, hast du mindestens elf neue beste Freunde. Und nebenbei ist es auch die günstigste Variante, weil deine Gäste für den Alkohol sorgen werden.

Der Kater am nächsten Morgen
Wo bist du? Bist du alleine? Hast du letzte Nacht dein Handy verloren? Ist es wirklich sechs Uhr morgens und hast du so viel Wein getrunken, dass du jetzt mit so heftigen Kopfschmerzen aufgewacht bist, als hätte jemand dir eine ordentliche Kopfnuss verpasst? Musst du dich übergeben? Schaffst du es ins Bad? Kannst du dich leise genug übergeben, ohne deine Mitbewohner aufzuwecken? Wo sind deine Schuhe? Und wo die Kopfschmerztabletten? Hast du dich jemals schlechter gefühlt? Großartig! Happy Halloween.

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