quentin tarantino sprach auf einer kundgebung gegen polizeigewalt in new york

Der Oscar-prämierte Regisseur verlas die Namen von Leuten, die bisher bei Auseinandersetzungen mit der Polizei in den USA ums Leben kamen.

von i-D Staff
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27 Oktober 2015, 9:32am

Quentin Tarantino sprach am Wochenende vor Tausenden Demonstranten bei einer Kundgebung gegen Polizeigewalt in New York City im Rahmen des Aktionsmonats #RiseUpOctober der „Black Luve Matter"-Bewegung.

Der Regisseur sprach vor einem Transparent mit Bildern von Leuten, die durch oder in Gewahrsam von amerikanischen Polizeikräften starben. Er verlas ihre Namen und ihre Geschichten: „Mit diesen Todesfällen wurde sich überhaupt noch nicht auseinandergesetzt. Deshalb sind wir hier. Wenn diese Todesfälle untersucht werden würden, dann würden die mordenden Polizisten im Gefängnis sitzen oder zumindest vor Gericht stehen."

„Ich bin ein Mensch mit einem Gewissen", sagte der Tarantino weiter. „Wenn ich von Mord höre, dann kann ich nicht nichts tun. Ich muss zu Mord das sagen, was es ist: Mord. Und ich muss die Mörder als Mörder bezeichnen."

Unterstützt wurde der Regisseur vom Philosophen, Wissenschaftler und Aktivisten Dr. Cornel West. Dieser sagte: „Wir sind hier, weil wir eine tiefe Zuneigung für diejenigen empfinden, die durch die Polizei missbraucht wurden. Lasst euch nichts sagen, wir sind hier aus Liebe."

In einem Statement rief der Chef der New Yorker Polizeigewerkschaft Patrick J. Lynch die New Yorker zum Boykott von Tarantino-Filme auf. Grund dafür ist dessen Teilnahme an der Kundgebung. Wörtlich nannte er Quentin Tarantino einen „Fürsprecher des Sittenverfalls" und bezeichnete die Anschuldigungen des Regisseurs als „Polizeifiktion". Eine interaktive Liste, die der Guardian zusammengestellt hat, verzeichnet bisher 940 Leute, die von der Polizei in Amerika umgebracht wurden, und ein unverhältnismäßig hoher Prozentsatz der Opfer sind Schwarze oder Latinos.

#RiseUpOctober

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Text: Charlotte Gush
Foto: @ChuckModi1 via Twitter

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