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connan mockasin und dev hynes übernehmen marfa

Wir sprachen mit dem Sunnyboy des Psych-Pop über seine einwöchige Aufnahmesession in der texanischen Wüste und zeigen exklusive Schnappschüsse von seinem Trip mit Dev Hynes. Das Produkt ihrer gemeinsamen Arbeit erscheint im August!

von Benjamin Barron
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25 März 2015, 2:45pm

Photography Hiromi Oshima

Connan Mockasin macht was er will und lasst sich nichts vorschreiben. Sein aktuellstes Album Caramel hat er in einem Hotelzimmer in Tokio aufgenommen, auf Grund des gleichen Abstand zu seinen zwei Wohnorten Neuseeland und London, und sein einziges Ziel war es, es nach Karamell klingen zu lassen. 

Während andere nach logischen Gründen für alles suchen und über-konzeptualisieren, geht es Connan um das Gefühl. Nach einer Residency bei Marfa Myths, dem Festival vom Musiklabel Mexican Summer und der Galerie Ballroom Marfa, wo er mit Dev Hynes von Blood Orange aufgenommen hat, fand er sich in Los Angeles auf der Suche nach Inspiration wieder. Wir trafen Connan und sprachen mit ihm über die Musikindustrie, über ein Leben ohne Handy und nicht zu wissen, was als Nächstes kommt.

Was machst du in L.A.?
Gute Frage, ich weiß es nicht. Ich bin gerade erst angekommen, also lasse ich mich treiben. Ich habe mir ein Jahr Tour-Auszeit genommen. Ich bin momentan vom Musikmachen gelangweilt; ich möchte das machen, was mich interessiert.

Hast du vor Marfa schon aufgenommen?
Nein, ich halte mich von Musik fern, seitdem ich meine Caramel-Tour im Februar beendet habe. Ich überlege, ob ich nicht nächstes Jahr eine Ausstellung machen soll. Irgendwann werde ich auch zurück nach London gehen, um eine Fernsehserie mit Freunden zu machen; ich bin da für die Musik zuständig, da könnten neue Aufnahmen entstehen.

Wirst du ein neues Album veröffentlichen?
Nicht in naher Zukunft. Ich mag Musik, aber ich mag den ganzen Zirkus drum herum nicht. Ich kann mir nicht helfen, aber ich fühle mich manchmal benutzt. Spaß macht es mir trotzdem! 

Woran hast du während deiner Zeit bei Marfa Myths gearbeitet?
Dev Hynes und ich haben uns zusammengetan und innerhalb einer Woche ein paar Songs aufgenommen. Alles ging relativ schnell. Sie werden im August auf Vinyl bei Mexican Summer erscheinen. 

Habt ihr vorher besprochen, was ihr in Marfa machen wollt?
Nicht im Geringsten, wir haben einfach geschaut, was passiert. Ich hatte ihn seit letztem Jahr nicht mehr gesehen. Dev und ich haben einander in London kennengelernt, bevor er nach New York gezogen ist. Es war nett, ihn in Ruhe zu sehen und Zeit mit ihm zu verbringen. 

Ich habe gelesen, dass du nicht viel Musik hörst. Stimmt das?
Ich habe kein Handy, keine Musiksammlung oder iPod. Ich reise viel und kann keine Platten mit mir rumschleppen. Es ist nicht so, dass ich nicht will, aber irgendwie ist es einfach so. Ich höre Musik in meinem Kopf und wenn ich wirklich viel Musik hören würde, würde das aufhören. Außerdem gibt es da draußen so viel. Das verängstigt mich. 

Warum hast du kein Handy?
Es gibt so viele Gründe. Ich finde es anstrengend mit Leuten abzuhängen, die ständig an ihrem Handy sind. Ich sehe, was es mit ihnen macht. Nimm nur zum Beispiel mal Instagram: Die Leute sind besessen davon, wie viele Likes sie bekommen und wie viele Follower sie haben. Mein Leben gehört mir und ich habe nicht das Bedürfnis, es mit jedem zu teilen.

Wenn du dann trotzdem einmal Musik hörst, was hörst du?
Neulich habe ich Rexys, Ennio Morricones und Jean Michel Jarres The Concerts in China gehört. Sie sind so wahnsinnig gut! 

Du hast mal gesagt, dass deine Mutter im Entstehungsprozess deines ersten Albums wichtig war. Was war ihr bester Ratschlag?
Meine Mutter sagte mir, dass ich mir über nichts Sorgen machen müsste und einfach eine Platte machen soll. Ich fing an, Musik zu machen, wenn meine Eltern nicht zu Hause waren und es war wirklich aufregend. Keiner wollte es hören und es war eine wahre Erleichterung. Ich habe sie einfach nur für mich gemacht und habe nie an eine Veröffentlichung gedacht.

Worauf freust du dich im Moment?
Jetzt freue ich mich darauf, mit meinen Freunden Zeit verbringen zu können, Serien zu schauen und zu malen. Ironischerweise fühle mich gerade inspirierter, jetzt da ich mich entschieden habe, nichts zu machen.

mexicansummer.com
ballroommarfa.org

Credits


Text: Benjamin Barron
Fotos: Hiromi Oshima

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