kesha vs. dr. luke: sony bietet kesha ihre freiheit an, wenn sie die vergewaltigungsvorwürfe zurückzieht

„Mir wurde meine Freiheit angeboten, wenn ich lüge. Ich soll mich öffentlich entschuldigen und sagen, dass ich nie vergewaltigt wurde.“

von i-D Staff
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04 April 2016, 8:20am

@iiswhoiis

Im Februar ist Kesha mit ihrer Klage auf einstweilige Verfügung gegen den Produzenten Dr. Luka, mit bürgerlichem Namen Lukasz Gottwald, vor einem New Yorker Gericht gescheitert. Sie beschuldigt ihn, sie „sexuell, körperlich, verbal und emotional so missbraucht zu haben, dass sie fast ihr Leben verloren habe". Eine Gerichtsentscheidung zugunsten von Kesha hatte ihren Vertag mit der Sony Music Tochterfirma Kemosabe beendet. So bleibt sie an ihren Vertrag und dementsprechend an die Klausel gebunden, keine Musik außerhalb des Geltungsbereiches des Vertrages machen zu dürfen. Die Musikerin wird aber nichts für das Label aufnehmen, solange Sony weiterhin Dr. Luke unterstützt. „Ich würde mit Sony zusammenarbeiten, wenn Sony das Richtige tun würde und alle Verbindungen zu meinem Vergewaltiger kappen würde", schrieb Kesha im Februar nach dem Urteil.

Nach dieser Entscheidung hat sich der Großteil der veröffentlichten Meinung auf die Seite von Kesha gestellt. Zahlreiche Prominente haben sich öffentlich mit der Sängerin solidarisiert. Medien haben ihrer Aussage Raum in der Berichterstattung eingeräumt und Fans sorgten unter dem Hashtag „FreeKesha" für eine Social-Media-Kampagne. Eine Zeit lang schien es so, dass Sony durch den öffentlichen Druck endlich aus diesem PR-Desaster lernen und entweder Keshas Vertrag auflösen oder die Zusammenarbeit mit Dr. Luke einstellen würde. Sony hat weder das eine noch das andere getan.

Tatsächlich ist es so, dass sie Kesha etwas ganz anderes angeboten haben. Auf Instagram hat Kesha gestern Details über ein Angebot „von Mächten", aka Sony, gepostet. „Mir wurde meine Freiheit angeboten, wenn ich lüge", schrieb sie. „Ich soll mich öffentlich entschuldigen und sagen, dass ich nie vergewaltigt wurde. Das passiert hinter verschlossenen Türen." Sie hat aber nicht im Entferntesten die Absicht, das Angebot anzunehmen: „Ich werde die Wahrheit nicht zurücknehmen. Lieber lasse ich die Wahrheit meine Karriere ruinieren, als jemals wieder für ein Monster zu lügen".

Durch dieses Angebot wird der ganze Fall noch undurchsichtiger. Wie wertvoll muss Dr. Luke sein, dass Sony so unbeirrt an ihm festhält? Hat das Musiklabel nicht damit gerechnet, dass Kesha die Details öffentlich machen würde? Auf die Antwort auf die noch viel wichtigere Frage warten wir auch weiterhin: Wieso beschützt Sony den Ruf von Dr. Luke auf Kosten des Rufs des Unternehmens?

Credits


Text: Isabelle Hellyer
Foto: via Broadly

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