Warum Nan Goldins Fotografien immer noch schockieren

Ihre Fotoreihe "The Ballad of Sexual Dependency" war ein Meilenstein in der Fotografiegeschichte. Von Boston bis Berlin: In fast 700 Porträts stellt Nan Goldin junge Menschen vor und beeinflusst auch noch heutzutage junge Kreative.

von Hannah Ongley
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13 Juni 2016, 9:25am

Bevor Corinne Day Kate Moss in den 90ern zum Aushängeschild des "Heroin Chic" gemacht hat, gab es Nan Goldins bekannte Fotoreihe The Ballad of Sexual Dependency. Der amerikanischen Fotografin wird oft zugeschrieben, die Mutter dieser ganz eigenen Ästhetik zu sein, die Bill Clinton einmal als "bedauerlich" bezeichnet hat. Der Titel stammt aus Brechts und Weills Die Dreigroschenoper. Die Porträts von Stadtmenschen, die von Ende der 70er bis in die 80er entstanden sind, waren kontrovers, persönlich – und echt. Die Fotografin selbst ist auch oft in den Bildern zu sehen, wie sie mit dem Rest ihrer Gang feiert, kämpft, high ist und wieder nüchtern wird.


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"The Ballad of Sexual Dependency ist ein Tagebuch, das ich mit anderen Menschen teile", sagt Goldin über das Projekt. "Mit dem Tagebuch behalte ich die Kontrolle über mein Leben. Dadurch kann ich wie besessen jedes Detail festhalten und mich später daran erinnern." Die Fotoreihe wurde schon mehrfach ausgestellt, im New Yorker MoMA eröffnete sie vor Kurzem eine der umfangreichsten, bei der die fast 700 Porträts im originalen 35 mm-Format gezeigt werden.

Auch wenn diese Art zu fotografieren mittlerweile von jedem Kunststudenten, der eine Kamera besitzt, um sein Leben zu dokumentieren, praktiziert wird und es ganze Instagram-Accounts und Tumblr-Blogs mit mehr oder weniger guten Fotografien gibt, sind Goldins Bilder immer noch einzigartig, ziehen einen in ihren Bann und stechen heraus. Weil Nan Goldins Arbeiten auch uns maßgeblich beeinflusst haben und wahrscheinlich noch die Generationen nach uns faszinieren werden, zeigen wir dir hier noch einmal unsere liebsten Aufnahmen:

Credits


Fotos: Courtesy of MoMA

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