Foto: Screenshots von Instagram

15 Dinge, die du über das Berghain wissen solltest

Na, hast du das Geburtstags-Wochenende gut überstanden?

von James Anderson
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16 Dezember 2019, 2:20pm

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Alle lieben Berlin, alle lieben das Berghain. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht darüber berichtet wird, an dem nicht ein neues Meme deinen Instagram-Feed flutet. Man munkelt viel darüber, aber so richtig verstehen kann man es erst, wenn man selbst da war. 2004 öffnete der Club erstmals seine schweren Stahltüren. Seitdem ist viel passiert, gefeiert wir das Berghain aber immer noch aus denselben Gründen: das unübertroffene Soundsystem, seine aufgeschlossenen Besucher_innen und die vielen Mythen darum. Was im Berghain passiert, bleibt auch dort. Gerade deswegen hat es der Club geschafft, seinen Underground-Touch zu behalten – und trotzdem globalen Ruhm zu erlangen.

Am Wochenende feierte das Berghain seinen 15. Geburtstag mit Residents wie Marcel Dettmann, Steffi, Efdemin, Surgeon, Aurora Halal und einer Live-Show von Caterina Barbieri. Zu Ehren hat i-D 15 Facts über den besten aller Clubs für dich gesammelt. Happy belated, Berghain!



1. Berghain-Gründer Michael Teufele und Norbert Thormann haben bereits einen der wildesten Clubs geschmissen, Ostgut, das zwischen den späten 90er Jahren bis in frühen Nullerjahre existierte. Es beherbergte eine Mischung aus Techno-Nächten, aber auch die berühmt-berüchtigte Hardcore-Fetisch-Party Snax (diese findet nun jeden Ostersonntag im Berghain statt und eine Sportswear-Version davon im November). Das Ostgut schloss seine Türen 2003, nachdem das Grundstück verkauft wurde. Nicht lange danach fanden sie ein anderes Gebäude ... der Rest ist Club-Geschichte.

2. Das Berghain besteht aus verschiedenen Venues: 1) Das Lab.oratory, das du im Erdgeschoss des Gebäudes betreten kannst. Es ist die Heimat für eine Reihe von Fetisch-Nächten, die hauptsächlich für Männer stattfinden. 2) Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich die Säule. Ein Ort für neue und experimentelle elektronische Musik. 3) Nicht zu vergessen die massive Tanzfläche des Berghains selbst, die du durch die riesige Treppe am Haupteingang erreichst. 4) Die Panorama Bar ein Stockwerk höher, in der es weniger Techno, dafür mehr House auf die Ohren gibt. Dazwischen gibt es genug verwinkelte Treppenhäuser, Darkrooms und andere dunkle Ecken, in denen du dich verlieren und ausprobieren kannst.

3. Manche Leute wissen noch immer nicht, woher der Name des Clubs eigentlich kommt. Falls du dazu gehören solltest, erklären wir es dir kurz: Es ist eine Mischung aus den beiden Bezirken, die daran grenzen: Friedrichshain und Kreuzberg. Mind-blowing.

4. Das Soundsystem im Berghain wurde zu einem der besten überhaupt erklärt: die meiste Zeit wird es nur zu 20 Prozent genutzt, weil dir sonst deine Ohren abfallen würden. Es wurde ursprünglich von Funktion-One designt.

5. Das Berghain hat sein eigenes Record Label, Ostgut Ton, das 2005 gegründet wurde und regelmäßig Releases und Mixes seiner Residents veröffentlicht. Zu diesen gehören unter anderem Marcel Dettmann und Boris.

6. Für Beginner_innen haben wir folgenden Fact: Nein, das Berghain ist nicht durchgehend, das ganze Wochenende über geöffnet. Am Freitag findet eine eigene Partyreihe statt, erst am Samstag ab 23:59 beginnt die legendäre Clubnacht, die bis Montagmorgen weitergeht, gelegentlich auch bis zum Mittag. Manche Raver gönnen sich einen Nap zwischendurch und nehmen die fünf Euro Re-Entry in Kauf.

7. Im ganzen Club gibt es keinen einzigen Spiegel, ein Alptraum für alle Narzissten.

8. Die langen Schlangen vor dem Berghain gehören genauso dazu wie die scheinbar willkürliche Door Policy. Das macht die Freude auf die Nacht nur noch größer, wenn man es reingeschafft. Es ist nicht verwunderlich, dass es einen Haufen "hilfreicher" Tipps im Internet gibt, wie du garantiert ins Berghain kommst (zum Beispiel nur Schwarz zu tragen). Aber es gibt auch noch ein weiteres hilfreiches Tool aka diesen Instagram Account, der dir verrät wie die Schlangensituation gerade aussieht, damit du erst gar nicht lange anstehen musst.

9. Einer der bekanntesten Türsteher überhaupt ist Sven Marquardt. Wenn er nicht gerade entscheidet, wer eine unvergessliche Nacht erleben darf, ist der Mann mit den vielen Gesichtstattoos Fotograf. Er war einer der Hauptcharaktere der Dokumentation Berlin Bouncer von David Dietl, die Anfang des Jahres erschien.

10. Laut einigen Großstadtmythen haben es ein paar bekannte Persönlichkeiten nicht an Sven Marquardt vorbei geschafft. Dazu zählen zum Beispiel Britney Spears, Paris Hilton, Jake Gyllenhaal und der DJ und Produzent Felix da Housecat. Dafür aber die Schauspielerin Clare Danes – gleich mehrere Male – wie sie glücklich in The Ellen Show erzählt.

11. Das Berghain ist definitiv nichts für Social-Media-Fans. Für Beginner: Es gibt eine strikte 'No Photos'-Regel. Die Kamera wird mit einem bunten Sticker überklebt. Kratzt du ihn ab und hältst dich nicht daran, läufst du Gefahr, rausgeschmissen zu werden. Die kleinen bunten Aufkleber noch Monate danach auf deinem Handy anzusammeln, gilt übrigens als 'besonders cool'. Gotcha!

12. Berghain darf rechtlich gesehen geringere Steuersätze zahlen, nachdem 2016 das Finanzgericht Berlin-Brandenburg den Club nicht nur als 'Entertainment'-Venue, sondern als Institution einstufte, das Arbeit von signifikantem, kulturellen Wert produziert. Dieser besondere Status gilt auch für die Events unter der Woche wie Ballett-Performances, Konzerte, Modenschauen und Ausstellungen.

13. Es gibt so viele Berghain-Fans auf der Welt, dass eine Minecraft-Video-Tour durch das Innenleben des Clubs existiert. Erstellt wurde sie allein durch eigene Erinnerungen. Obwohl man sagen muss, dass es ziemlich gut getroffen wurde – überzeug dich am besten selbst.

14. Die Arbeiten von Wolfgang Tillmans werden nicht nur weltweit in Museen, sondern auch im Berghain gezeigt. Ein Großformat seiner 2014 erschienenen End of Broadcast-Serie hängt in der Nähe der Panoramabar-Bar. Darauf zu sehen, ist ein weit aufgerissener Rachen.

15. Selbstverständlich geht es sehr heiß zu im Berghain, deswegen gibt es auch eine eigene Eisbar im Club. Auch wenn du dort oft genauso lange anstellen musst wie an der Berghainschlange selbst. Wer weiß, vielleicht gibt es ja bald auch den Instagram-Account mit EisbarLineLive ...

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