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dePresno wird sich mit seinem Synthie-Pop in dein Herz singen

Gerade steckt Bjarte De Presno Borthen, so sein bürgerlicher Name, mitten in den Arbeiten an seinem Debüt-Album. Im Interview erzählt uns der junge Norweger schon mal, worauf wir uns freuen können.

von Joely Ketterer
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11 September 2017, 1:47pm

Bent Rene Synnevåg

Im Alter von 17 Jahren bekam Bjarte von seinem Bruder einen Tag in einem Musikstudio geschenkt. Während der Stunden vor dem Mikrofon wurde dem jungen Norweger bewusst, dass das vielleicht das ist, womit er sein Leben verbringen wird. Mittlerweile nennt sich Bjarte dePresno, ist 19 Jahre alt und arbeiten in seiner Heimatstadt Bergen an seinem ersten Album. Sein Synthie-Pop, dem er mit seiner warmen Bariton-Stimme eine wunderbare Ruhe verleiht, ist aber längst schon über die Grenzen der norwegischen Stadt hinaus weit mehr als ein Insidertipp. "Ich möchte, dass das Album perfekt ist, bevor ich es der Welt zeige", erklärt Bjarte. Wie das neue Werk klingen wird, welche Botschaft er senden will und was für ihn die wichtigste Zutat in der Musik ist, hat er uns im Interview verraten.


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Wann und wie hast du angefangen, Musik zu machen?
Ich bekam meine erste Gitarre, als ich vier Jahre alt war. Anfangs hab ich nur ein bisschen darauf rumgespielt und dazu gesungen. Ich hatte nie vor, Musiker zu werden. Einer meiner Brüder hat mir irgendwann zu Weihnachten eine Studio-Session in Bergen geschenkt, um ein Demo aufzunehmen. Der Produzent sagte damals "du bist ziemlich gut, lass uns in Kontakt bleiben"— mittlerweile ist er mein Manager. So wurde ich Musiker.

Wie alt warst du, als du deinen ersten eigenen Song komponiert hast?
Ich war elf. Das lokale Fußballteam in unserer Kleinstadt veranstaltete einen Wettbewerb und ich schrieb einen Support-Song für den Verein. Meine Debüt-Single Forever ist dann mit 15 oder 16 entstanden. Das war auf jeden Fall das erste wirklich coole Zeug von mir.

Was inspiriert deine Lieder?
Alles eigentlich. Was in meinem Leben passiert, aber auch ganz willkürliches Zeug. Inspiration kann wirklich von so ziemlich allem kommen.

Komponierst du auf der Gitarre?
Tatsächlich schreibe ich im Moment einen Song auf dem Klavier. Meistens ergibt es sich daraus, welches Instrument ich gerade da habe und was mich in dem jeweiligen Moment inspiriert. Es spielt aber auch eine Rolle, was ich in den Stunden zuvor so gehört habe.

Wie gehst du beim Komponieren vor — beginnst du mit einer Melodie, einer Textzeile?
Im Grunde beides. Ich habe diese riesige Notiz auf meinem Smartphone mit Hunderten von Wörtern oder Sätzen, die ich benutzen möchte. Mit einem dieser Wörter oder Sätze im Hinterkopf, fange ich mit einer Melodie an. Dann habe ich gleich ein Gefühl dafür, wie das zusammen funktionieren könnte.

Ich habe gelesen, dass du viel reist.
Ja, meine Familie hat einen seltsamen Reise-Wettstreit. Es geht darum, wer schon die meisten Länder besucht hat. Mein Vater hat ungefähr 65, mein älterer Bruder etwa 64, ich bin bei 49.

Das ist ja schon mal was.
Stimmt, das ist schon mal was. Ich bin sehr glücklich, dass wir die Chance hatten, so viel zu unternehmen. Mein Verständnis von Sprachen und der Welt als ein politischer Ort basiert größtenteils auf unseren Reisen.

Zurück zu Hause in Bergen gibt es eine sehr aktive Musikszene. Wie beeinflusst sie dich?
Die Musikszene in Bergen beeinflusst mich sehr. Es gibt viele talentierte Leute, die sich gegenseitig unterstützen und immer dazu bereit sind, andere aufzunehmen. Wenn du mit irgendjemandem etwas schreiben möchtest, machst du das einfach. Leute empfehlen sich gegenseitig weiter. Das macht dann schnell die Runde, weil die Stadt so klein ist.

Mit wem von dort würdest du gerne ein Duett schreiben?
Mit Astrid S – das wäre cool. Wir haben mal in einer norwegischen Talkshow etwas zusammen gemacht: Ich hab sie überrascht, bin einfach reingekommen und hab einen Song mit ihr gesungen. Das war ziemlich verrückt und hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Sie ist großartig, ich liebe ihre Musik.

Was können wir musikalisch von deinem Debüt-Album erwarten?
Das ist genau mein Problem im Moment: Ich ändere ständig meine Meinung darüber, was ich mag und was nicht und wohin ich mit meiner Musik gehen möchte. Bisher waren meine Sachen immer ziemlich ruhig und emotional. Jetzt bin ich aber etwas spielerischer geworden. Sowohl mit der Produktion, als auch mit den Texten. Für mich persönlich geht es viel darum, dass es in Ordnung ist, verschiedene Seiten zu haben. Es ist OK für einen Typen, emotional zu sein — aber auch großspurig und selbstbewusst.