das a - z der online fashion

Das Internet hat die Art und Weise, wie Mode konsumiert wird, revolutioniert. Manchmal verlieren selbst wir uns in den unendlichen Weiten, weshalb wir euch hier unser A–Z Guide über alles, was ihr (noch) nicht über den modischen Cyberspace wusstest...

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18 März 2015, 2:55pm

Das Internet ist großartig, um sich die Zeit tot zu schlagen oder alles, was wirklich wichtig ist, geschickt zu ignorieren. Wir sind uns sicher, dass auch du schon Unmengen an Zeit damit verschwendet hast, Videos von Britney-Fans, geniale Ke$ha-Parodien und den 10-stündige Nyan-Cat-Clip anzuschauen. YouTube steht für 4000 Jahre kollektiv verschwendete Zeit (oder eben nicht, ist schließlich Ansichtssache). Ungeachtet der Mischung aus schrägem Schrägstrich großartigem Zeug, das im Internet im Allgemeinen verfügbar ist, hat es die Art und Weise, wie die Modebranche arbeitet, verändert. Vom Aufstieg der It-Models über Derek und Hansels Selfie auf der Valentino-Show letzte Woche (Nicht zu vergessen: Vine-Superstar Jerome Jarre) bis zu den Karrieren von Bloggern, Vloggern und dergleichen, werden Social-Media-Stunts nicht mehr verpönt, sondern mit offenen Armen empfangen. Die Welt will schließlich unterhalten werden. Das Internet ist unendlich und in der sich ständig verändernden modischen Onlinewelt kann man sich leicht verloren vorkommen. Aber keine Sorge, dafür gibt es ja unseren A-Z Guide.

A wie Asos
Trotz des Brands in seinem britischen Warenlager im letzten Jahr ist der Zalando-Konkurrent nicht unterzukriegen. ASOS steht für As Seen On Screen und war das Konzept, mit dem die Briten gestartet sind: preiswerte Imitationen von Promi-Looks. Sie sind der größte Online-Modehändler in Großbritannien und sind auch erfolgreich auf dem deutschen Markt vertreten. Ihre Fans sind loyal und auf ihrem eigenen Marktplatz à la eBay kannst du wirkliche Schnäppchen erstehen. Wenn du noch nichts von Asos gehört hast, kannst du gleich nach Hause gehen.  

B wie Brat Star Syndrome
Wir sind uns nicht sicher, was Mooching ist. Und genauso ratlos waren wir, als wir das neueste Video von Bip Ling angeschaut hatten, in dem sie die Welt über Brat Star Syndrome aufklärt. Das soll #Fashion sein? Das ist das echte Leben?

C wie Cyber Monday
Von Online-Händler erfundener Tag, der die Verlängerung des Black Friday ist, und am ersten Montag nach dem Thanksgiving-Wochenende stattfindet. Angeblich arbeiten wir alle nicht und verbringen den ganzen Tag vor dem PC. Marketing, wow!

D wie Delevingners
Wenn es einen eigenen Staat für die Delevingners geben würde, hätte dieses Land mehr Einwohner als Österreich und das Leben dort wäre der reinste Spaß, aber auch unglaublich gruslig. Wir sind uns ziemlich sicher, dass es täglich Disney-hafte Cara-Paraden geben würde, die von Einheimischen besucht werden würden, die schnell alles so aussehen würden, sich anziehen würden und so sprechen würden wie der i-D Coverstar.

E wie E-Con
Wie Icon, nur im Internet. Du musst nichts besonders Ikonisches machen, um ein E-Con zu werden, du brauchst nur eine Leidenschaft für Mode, ♥ für dein #ootd (siehe „O") und W-Lan.

F wir Fuck Fashion
Mode ist schön und gut und lustig, aber manchmal muss man das ganze Spektakel auch mit einem Augenzwinkern betrachten. Besonders gut macht das einer unsere Lieblingsblogs Gucci Banana

G wie Good vs. Evil
Das Internet hat die Modebranche demokratisiert (siehe Streaming unter „S"). Was mal super exklusiv war, kannst du jetzt auf dem Smartphone anschauen und die bekanntesten Personen der Modebranche sind fast wie Freunde, die ihr ganzes Leben mit dir teilen. Du musst ihnen nur folgen. 

H wie Haul-Video
In Haul-Videos geht es meistens um Make-up oder Kleidung. Vloggerinnen beschreiben dir äußerst detailliert ihre letzten Beutezüge bei zum Beispiel H&M oder Primark. Neben Make-up-Tutorials sorgten Haul-Videos dafür, dass viele Vloggerinnen ihr Hobby, Shopping, zum Beruf machen konnten und nun ein feines Leben haben. Der meist-gegoogelte Modedesigner des letzten Jahres war keiner unserer Instagram-Koryphäen und supertalentierten Superstars, wie Olivier Rousteing oder Riccardo Tisci, sondern die 19-jährige Haulerin Schrägstrich Forever 21 Designerin Bethany Mota.

I wie Instagram-Casting
Bevor das Internet alles beherrscht hat, suchten Fotografen und Castingdirektoren auf den Straßen nach frischen und authentischen Gesichtern für ihre Produktionen. Heutzutage ist es viel einfacher, durch Instagram zu scrollen und sich durch Unmengen von Selfies vom Freund eines Freundes einer Freundin zu klicken, bevor man etwas Besonderes gefunden hat. Viele Labels haben es sich noch einfacher gemacht und veranstalten einen Wettbewerb, um ihr neues Gesicht zu finden. Bestes Beispiel dafür ist die #CastMeMarc Kampagne von Marc by Marc Jacobs, bei der aus 70.000 Teilnehmer 9 gecastet wurden.

J wie Jobs
Von E-Commerce-Fotografen bis zu Digital-Strategen, in der Online-Modewelt gibt es eine Menge schräger und wunderbarer Jobs, wie Topmans Online-Personal-Shoppers, die dich per Videochat einkleiden, oder die Stylisten von ASOS, die dir per Livechat mit Rat und Tat aus ihrer eigenen Wohnung zur Seite stehen. 

K wie Kendall Jenner
Auch wenn Marc Jacobs von Social Media erschüttert ist, war er der erste, der die Königin der Instagirls in einer Show laufen ließ. Der Reality-Star ist nur ein Beispiel, wie das Internet das neueste Fashion-Phänomen geschaffen hat - It-Models.

L wie Livestream
Wenn es etwas im Internet gibt, wieso zum Teufel soll man dann seine Wohnung verlassen? Wir stellen uns diese Frage sehr oft (Essen bestellen, Filme schauen, soziale Kontakte pflegen und so weiter) und seit dem ersten Livestream von Burburry 2010 macht sie auch die Entscheidung, während der Modewoche nicht rauszugehen, wirklich einfach. Vom Sofa aus ist es dann doch gemütlicher. 

M wie Moving Editorials
„Moving Editorials sind die Zukunft von Fashion!", verkündete Karlie Kloss auf Twitter, als sie ihr eigenes Vogue Moving Editorial teilte. Traditionelle Editorials werden lebendig, Bilder lernen zu laufen und Models wechseln vor deinen Augen für dich die Looks.

N wie Net-a-Porter
Im Jahr 2000 gründete Natalie Massenet Net-a-Porter. Damals war die Idee, Designerkleidung im Internet zu kaufen, noch neu und aufregend. „Als ich darüber gesprochen habe, Kleidung im Internet zu verkaufen, wussten Kunden noch nicht mal, dass sie das wollten." Doch bald sollten wir erkennen, dass wir das wollen und Net-a-Porter wurden zum führenden High-Fashion-Retailer. (Daneben gibt es noch Nastygal, das zwischen Asos und Net-a-Porter angesiedelt ist)

O wie #OOTD
Es bleibt ein Rätsel, woher genau dieses Akronym kommt, aber es ist mittlerweile überall. Mit dem Hashtag Outfit of the Day kannst du mit dem Internet dein Outfit des Tages teilen. Der Hashtag sorgt für Style-Inspiration, beweist den falschen Griff in den Kleiderschrank und komische Posen. Lookbook.nu als Hashtag.

P wie P'Trique
Sie ist die YouTube-Sensation, von der wir gelernt haben, dass „totally" T-O-T-E-S buchstabiert wird, Hobo das neue Boho ist und wenn man nicht in den ersten beiden Reihen sitzt, ein Niemand ist. Sorry, darling. Ihre Webserie Sh*t Fashion Girls Say ging 2012 durchs Internet und ist #chictothenextlev.

Q wie die Question: Was hälst du davon? 
Um es auf den Punkt zu bringen, wollen wir mit unseren Instagram-Posts und Fashion-Tweets eins: Zustimmung. Sobald die Likes auf Instagram eintrudeln, schwillt unsere Brust vor Stolz an, weil uns bestätigt wird, dass wir uns am Morgen für ein tolles Outfit entschieden haben oder einen guten Tweet über den Look in einer Show gepostet haben. Wie ein Klopfen auf die Schulter, nur im Internet.

R wie Rookie
Die Gründerin von Rookie (früher Style Rookie) Tavi Gevinson ist alles, was wir uns wünschten, das wir wären, wenn wir genug Motivation hätten. Mit gerade einmal 11 startete sie ihren eigenen Modeblog, wurde zum regulären Gast auf der Fashion Week, eine Muse von Opening Ceremony, Autorin, Broadway-Schauspielerin und mit 18 war sie das ultimative Vorbild. Durch Tavi fühlen wir uns wie Loser.

S wie Susie Bubble
Die bunte Königin der Fashionblogs. Susie war eine der ersten Modebloggerinnen der Generation Y und ist mit der Gabe gesegnet, besser als andere Stile miteinander zu mixen. Ihren Blog Style Bubble hat sie immer noch und reist durch die Welt, schreibt für verschiedene Magazine, darunter i-D, ist als Beraterin tätig und hat selbst bei ein paar Kampagnen mitgemacht.

T wie Tumblr Girl / Tumblr Boy
So nennen Fashionblogger ihre Lieblings-Tumblr-Blogger. Oft bleiben Tumblr-Blogger namenlos, doch selten steigen sie in den Rang des „Tumblr Boy" oder „Tumblr Girl" auf. 

U wie Unboxing
Von diesen Videos, in denen Leute irgendwas auspacken, stammt die Idee zu Haul-Videos (siehe „H"). Unboxer packen Spielzeug, iPhones und anderes Zeug vor laufender Kamera aus und sind ganz aufgeregt. 

V wie Vlogging
Eine Kombination aus den Wörtern „Video" und „Blogging". So wurden Zoella (siehe „Z"), Bethany (siehe „H") und P'Trique (siehe „P") zu Fashion-Sensationen im Internet. Alles, was du brauchst, ist eine Webcam.

W wie Welche Farbe hat dieses Kleid? 
Viel müssen wir nicht über #thedress sagen, außer, dass wir uns in der i-D Redaktion immer noch nicht einig sind.

X wie X-Rated und X-Posed
Nippel raus und sei du selbst. Aber sei auch nicht zu crazy und bedecke deine Freizügigkeit online mit Sternen, Herzchen und dem Emoji-Kackhaufen, jedenfalls bis sich die Instagram-Richtlinien ändern oder du riskierst, dass dein Account gelöscht wird. Das ist jedem von uns schon mal passiert.

Y wie YouTube
Auf YouTube wird dir alles, aber auch alles, was du jemals über Sex, Kochen und Nähen wissen willst, Schritt für Schritt erklärt und gezeigt. Es gibt keinen Grund mehr, nicht deine eigene Kleidung zu entwerfen, zu vermarkten und darüber zu bloggen. Sogar der wundervolle Ryan Lo hat zugegeben, dass er die hohe Schneiderkunst in Online-Tutorials gelernt hat. Vergiss die ganzen Katzenvideos und sehe YouTube als eine Wissensquelle, die nur darauf wartet, erschlossen zu werden.

Z wie Zoella
Zoella kurz für Zoe Elisabeth Sugg ist eine clevere, schöne, selbstbewusste 24-Jährige aus England, die gelegentlich unter Angstzuständen leidet. Sie ist außerdem eine YouTube-Sensation mit über 7 Millionen Abonnenten und eine fleißige Geschäftsfrau. Ihre Haul-Videos führten zu Kollaborationen mit BooHoo und Topshop, einem Vertrag mit dem britischen Radiosender BBC Radio 1 und einem eigenen Buch. 

Credits


Text: Francesca Dunn und Felicity Kinsella mit Material von i-D Germany
Foto: Piczo
The Collectors Issue, No. 328, Winter 2013