emma watson reagiert auf die kritik, eine weiße feministin zu sein

Und schreibt, dass sie viel darüber nachgedacht hätte. Sie sei sich über ihre privilegierte Situation im Klaren.

von i-D Staff
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15 Oktober 2015, 9:09am

Während einer Frage-Antwort-Runde auf Twitter hat die Schauspielerin und UN Sonderbotschafterin für Frauen Emma Watson eine Reaktion auf die Vorwürfe, dass sie eine weiße Feministin sei, veröffentlicht. Die Kritik dreht sich besonders um ihre berühmte Rede vor der UN zum Start der #HeForShe-Kampagne.

Auch wenn viele Mainstream-Medien die Britin aufgrund ihrer Rede als neue Feministen-Ikone feierten, in der sie eine „formale Einladung" an Männer aussprach, Frauen im Kampf für Frauenrechte zu untersützen, kritisierten viele intersektionale Feministinnen Watsons Ansatz: Die Kampagne würde Männer als Retter der Frauen darstellen und Emma Watson würde aus der privilegierten Position einer reichen, weißen Frau sprechen, ohne an die Erfahrungen von Frauen anderer Hautfarbe zu denken. Sie bezeichneten Watson als weiße Feministin; eine Feministin, die sich nur auf die Probleme von Weißen konzentriert.

Nach der einfachen Frage „Bist du eine weiße Feministin?" auf Twitter postete Watson einen Screenshot ihrer langen Antwort. „Ich bin froh, dass diese Frage gestellt wurde", schreibt Watson einleitend. „Weißer Feminismus impliziert einen Ausschluss von schwarzen Frauen von der Bewegung, was ich überraschend finde, denn meine Chefinnen, die mir den Job gegeben haben, sind beide schwarz."

„Es würde bedeuten, das ich mir über meine eigene, privilegierte Situation nicht im Klaren bin, dabei erwähne ich mein eigenes Glück/Privileg ungefähr fünfmal in meiner Rede vor der UN und mein Wunsch, dass andere Frauen auch Zugang zu denselben Möglichkeiten, wie ich ihn hatte, bekommen", erklärt sie weiter. „Intersektionalität ist ein extrem wichtiger Bestandteil dieser Diskussion", schreibt sie und macht aber auch klar, dass sie nicht für intersektionale Feministinnen sprechen könne. Abschließend schreibt sie: „Ich möchte so viele Stimmen wie möglich hören. Ich möchte die Geschichten von anderen hören. Das ist eine universelle und globale Bewegung."

Auch wenn viele Websiten ihre Antwort als „smart" bejubelt haben, scheinen die intersektionalen Feministinnen auf Twitter nicht zufrieden zu sein. „Nur weil dich schwarze Frauen eingestellt haben, bedeutet es nicht, dass du keine weiße Feministin sein kannst. Bitte, bitte, bitte denke nochmal über die Stellungnahme nach", postete eine Nutzerin. Eine andere Nutzerin twitterte: „Du hast weißen Feminismus komplett falsch verstanden und du hast deine Rolle darin nicht widerlegt. Dass du Schwarze kennst, hilft nicht". Eine andere schrieb: „Jeder kann ein weißer Feminist sein. Es bedeutet einfach nur, dass man sich auf die Probleme der westlichen Welt konzentriert und PoC [People of Color] ignoriert." Es gibt aber auch Watson-Unterstützer: „Du hast großen Einfluss auf die Geschlechtergleichstellung. Du musst dich vor niemandem rechtfertigen. Niemals. Danke."

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