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Fotografie

unsere lieblingsfotos des fotografie-preis von hyères

Letzte Woche wurde in Hyères zum Mittelpunkt der internationalen Modewelt. Wir haben schon berichtet, dass die deutsche Anna Bornhold den Chloé-Preis mit nach Hause genommen hat. Auch unter den nominierten Fotografen befand sich ein Deutsche, Oezden...

i-D Staff

i-D Staff

evangelia kranioti

Evangelia Kranioto
„Die Ursprünge des Projekt liegen in Geschichten von Matrosen, Poeten und Schriftstellern, die die Romantisierung des Meeres zusammenfassen: Homer, Kawadias, Pessoa und Conrad. Diese Worte wurden zum Vorzimmer meiner Reisen und durch sie konnte ich die Welt bereise, ohne jemals überhaupt ein Schiff gebordet zu haben. Die Recherche an Land dauerte fünf Jahre. Ich hielt mich an den Häfen im Mittelmeer und in Lateinamerika auf. Das Projekt selbst forderte, dass ich dem Ruf des Meeres folge.

Mich haben die Frauen in diesen Häfen interessiert, weil die Männer, also die Matrosen, sich die Augen nach ihnen verdrehen. Zuvor konnten sie nur in den Horizont starren. Diese unbekannten aber lang ersehnten Körper haben einen Mythos geschaffen, eine Erotisierung von weit entfernten Orten. Um dieses Gefühl besser zu verstehen, wollte ich selbst dieses Herumwandern, Einsamkeit und Nostalgie von Matrosen auf ihren langen Seereisen erleben."

Polly Tootal
„Großbritanniens Landschaft ist bekannt für seine postindustriellen Städte, sanfte Hügel mit strohgedeckten Hütten, Ackerland, Wälder und malerische Seen- und Küstenausblicke. Mich interessieren nicht das, was als typisch britisch bezeichnet wird. Ich bin an den Orten abseits davon interessiert, Orte, die wir jeden Tag streifen. Mich interessiert die Geschichte und mit jeden Bild wird diese weitererzählt. Es ist ein instinktives Unterfangen, vielleicht hängt es mit dem zusammen, was tief im in meinem Gedächtnis abgespeichert ist, Landschaften, die ich als Kind aus dem Zug gesehen habe. Überall hinzureisen, ist für mich ein Abenteuer. Ich kann sogar überrascht werden, wenn ich die Straße, in der ich lebe, entlanglaufe. Mich interessiert das Exotische oder Poetische in alltäglichen Orten. Ich will weitersuchen und das Unbekannte entdecken; ich war noch nie in Blackpool …"

Sushant Chhabria
Traveller ist für mich eine andere Bezeichnung für Seele, den Geist, das Bewusstsein, das in uns allen existiert. Mein individuelles Glaubenssystem ist kompatibel mit der alten Vorstellung von Wiedergeburt. Ich glaube daran, dass die Seele von einer Wiedergeburt zur nächsten wandert. Jede Person, die man sieht, wurde in der Reihenfolge, in der sie in meiner Serie In Loving Memory of auftauchte, nummeriert.

Ich habe irgendwann begonnen, Schnappschüsse von Toten zu machen. Nach ungefähr einem Jahr des Sammelns, kam ich auf die Idee, sie wieder zu verwerten, indem ich die Gesichter der Toten rekonstruiere, um neue Lebewesen zu schaffen. Ihre Persönlichkeiten habe ich frei erfunden. Ich verbrachte Tage, manchmal Wochen, um einen Mensch zu rekonstruieren. Ich hörte erst dann auf, wenn ich ein Gesicht gefunden hatte, auf das ich reagiere. Ich habe die Vermutung, dass ich mit jedem Menschen, den ich in meiner Serie konstruiert habe, entweder in diesem oder in einem anderen Leben in Kontakt stand."

David Magnusson
„Für Purity habe ich junge Mädchen und deren Väter fotografiert und interviewt, die an christlichen „Purity Balls"-Zeremonien in den USA teilnehmen, auf denen die Mädchen geloben, enthaltsam bis zur Ehe zu leben, und die Väter geloben, sie in ihrer Entscheidung zu schützen. Als ich das erste Mal von diesen Purity Balls gehört habe, habe ich mir wütende amerikanische Väter vorgestellt, die vor alles Angst hatten, was ihre Töchter verletzen könnte. Aber je mehr ich darüber gelernt habe, desto mehr war ich überrascht davon, wie schnell ich über Leute urteile, von denen ich so wenig weiß. Ich war gebannt von der Idee, es wir letztlich nur von der Kultur, die uns umgibt, beeinflusst werden und das es nur das ist, was uns unterscheidet. Ich wollte diese Kultur erkunden, ohne irgendwelche Antworten zu geben oder Schlussfolgerungen zu ziehen."

Thomas Rousset
„Ich sehe meine Bildkompositionen als bunte Gemälde einer imaginären Welt. Das Ergebnis ist eine Mischung aus verschiedenen Glaubenselementen. Mein Ansatz ist bewusst synkretisch. Meine Bildsprache besteht aus einer Mischung aus Absurden und Verspieltem.

Meine Bilder existieren unabhängig von einander. Ich versuche, keine Narrative zwischen ihnen herzustellen. Ich habe die Grundlagen für meinen ästhetischen Ansatz mit kodifizierten Sets, Kostümen und Requisiten gelegt. Danach füge ich Elemente aus meinen Inspirationsquellen, Film, Literatur, Medienkultur und so weiter, ein."

Oezden Yorulmaz
„In Ed Meets Jack habe ich eine Story erfunden, die durch eine Serie an Fotografien erzählt wird. Die Szenen schauen wie Bilder aus Filmen aus. Ausgangspunkt waren die alten Fotostories aus Jugendmagazinen. Die Charaktere, Props und Kostüme leben nur für und in den Bildern."

Credits


Text: stuart Brumfitt und Alexandra Bondi de Antoni