leute aus der internationalen modebranche über ihre schlimmsten weihnachtsgeschenke

i-D hat Designer, Stylisten und Kreative nach den Geschenken gefragt, die sie noch unterm Weihnachtsbaum am liebsten sofort umgetauscht hätten.

von James Anderson
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12 Dezember 2016, 9:45am

Christopher Shannon, Designer 
„Jemand hat mir ein furchtbares Modebuch darüber geschenkt, wie man aus Laub und Federn „Spirit Clothing" macht. Es war so schrecklich! Heute klingt es doch wieder ganz anders, wie ein Rechercheprojekt im Modemaster am St. Martins. Ich sollte versuchen, ein Exemplar zu finden. Ich bin nicht gerne undankbar, deswegen behalte ich die anderen Geschenke für mich. Es gibt so viele, bei denen ich das Gesicht verzogen habe. Ich freue mich meistens über Geschenke, die komplett lächerlich sind."

Lulu Kennedy, Gründerin und Direktorin von Fashion East und Editor at Large, Love
„Ich wurde vor Weihnachten sitzen gelassen, LOL!"

Michael Costiff, Gründer von World Archive und Stilikone
„Meine Familie würde es nie wagen, mir Mode zu schenken. Aber weil wir eine Tigerkatze hatten, dachten sie, dass ich einen „Garfield"-Pyjama toll finden. Den habe ich schnell in den nächsten Charityshop gebracht."

Simon Foxton, Stylist und Art Director 
„Ein Paar der „Space Baby" Doc Martens."

Joe und Charlie Casely-Hayford, Designer 
„Das schlimmste Weihnachtsgeschenk muss der Schauenkalender sein! Wir müssen Weihnachten arbeiten, um unsere Herbstkollektion für die Fashion Week im Januar fertig zu bekommen."

Marc Hare, Gründer und Designer, Mr Hare 
„Tut mir leid, Mum, aber als ich zehn war und unglaublich cool, das muss 1980 gewesen sein, wollte ich unbedingt einen blauen Mantel, der mit meinen Loafer und meinen weißen Socken super ausgesehen hätte. Doch stattdessen habe ich ein Computerspiel bekommen. Ich bin immer noch enttäuscht. Das kann einem die Mode antun."

Lou Dalton, Designer 
„Ein Flasche Parfüm LouLou von Cacharel, den einer aus der lieben Verwandtschaft gekauft hat, wegen des Names und nicht wegen des Duftes. Ich habe es noch irgendwo im Zimmer bei meinen Eltern, zusammen weggepackt mit dem Duft „Charlie" von Revlon, den mir dieselbe Person geschenkt hat."

Gordon Richardson, Design Director, Topman 
„Weihnachtssocken!"

Siv Stoldal, Founder and Designer, Haik 
„Meine Familie ist die beste, aber ich habe im Laufe der Zeit schon einige Modegeschenke erhalten. Besonders von Verwandten, die darauf bestehen, dass etwas sehr in ist. Jemand wollte mir mal UGG Boots und silberfarbene Sandalen schenken. Ich war so schockiert, dass sie dachten, dass ich das tragen würde, und konnte nicht mehr höflich sein und habe das Geschenk gleich zurückgegeben. Zum Glück weiß jetzt jeder, dass angesagte Mode bei mir nicht gut ankommt und eine totale Geld- und Zeitverschwendung ist. Ich weiß, dass ich nicht einfach bin, was sogar so weit geht, dass ich selbst Probleme habe, mir Sachen zum Anziehen zu kaufen."

Ben Kelway, Art Director, Arena Homme + und Pop 
„Über mehrere Jahre in den 90ern habe ich Unterwäsche von Jeff Banks bekommen. Das war leider solche Unterwäsche, die nach ein paar Mal waschen ihre Form verloren hat."

Alison Lloyd, Gründerin und Designerin, Ally Capellino 
„Vor ungefähr zehn Jahren, als meine Mutter ehrenamtlich in einem Charityshop gearbeitet hat, habe ich ein schweres Paket bekommen. Drin war schon getragene Wollsachen. Ich war sprachlos. Getoppt hat sie das dann noch mit ihren Worten: „Nur 50 Cents von Mr. Emmet!". Dem hat der Laden gehört."

Harriet Vine, Mitbegründerin und Designerin, Tatty Devine
„Ich habe mal pinke Ringelblumen mit einer Federboa bekommen. Es sollten wohl modische Accessoires sein, aber ich habe sie sofort in den Charityshop gebracht."

Peter Jensen, Designer 
„Das schlimmste Fashion-Geschenk war ein selbstgezüchtete Schildkröte von meiner Großmutter. Sie hat uns eigentlich nie was geschenkt und dann habe ich plötzlich diese Schildkröte von ihr bekommen, die ein Meter mal ein Meter groß war, sie war einfach riesig. Ich war damals 17, etwas Selbstgemachtes zu bekommen, war echt uncool. Ich erinnere mich noch an die verstaubten Brauntöne. Es sah aus, als ob es seit 300 Jahren in ihrem Wohnzimmer stand. Ich habe es gehasst, aber weil wir nie etwas von ihr bekamen, und sie uns jetzt etwas schenkte, war mein Vater so glücklich, dass mich meine Mutter gezwungne hat, glücklich auszusehen und danke zu sagen. Oh, und es hat nach Zigaretten gerochen, es war so 80er."

Kit Neale, Designer 
„Ein Kerzenset zum Selbermachen statt einer Playstation, die ich eigentlich wollte. Und ich bekomme immer noch hässliche Socken!"

Steve Terry, Gründer Wildlife Press 
„Ich habe mal diese Tierslipper bekommen, als Überraschung. Die gehören nicht unbedingt zu den praktischsten Schuhen. Versuche mal in denen zu laufen."

Cozette McCreery, Mitbegründerin und Director, Sibling 
„Das muss eine Perlenkette gewesen sein. Ich weiß schon, verwöhntes Gör. Mein Bruder hat mir dann einen Crew-Cut-Haarschnitt verpasst und ich habe meinen zartrosefarbenen Kaschmirpullover von Hamnett getragen. Ich glaube, alle haben gedacht, dass sie aus Plastik sind."

Sid Bryan, Mitbegründer und Director, Sibling 
„Ich habe mal so Opa-Leder-Slipper bekommen und mein Gesicht so sehr verzogen, dass die schenkende Person mitbekommen hat. Die seien aus einer sehr guten Qualität und sehr teuer gewesen! Ich trage sie seit sechs Jahren und darf mir jedes Mal anhören, wie teuer gewesen sind!"

Gert Jonkers, Mitbegründer und Chefredakteur, Fantastic Man
„Gibt es überhaupt schlechte Geschenke? Ich habe mal Tidying Up von Marie Kondo gelesen und stimme mit ihrer Beobachtung überein, dass ein Geschenk für den Schenkenden mehr bedeutet als für den Beschenkten. Der Hauptzweck eines Geschenks ist der Akt und der Moment des Schenkens. Wenn sich jemand entscheidet, dieses oder jenes zu schenken, dann ist es immer ein gutes Geschenk, egal ob es der Beschenkte mag oder nicht. Wenn man es nicht behalten will, dann ist es auch kein Problem. Entweder man verschenkt es selbst weiter oder spendet es. Ich glaube nicht, dass ich die bedruckte Unterwäsche jemals getragen habe, die ich vor ein paar Jahren bekommen habe, aber nur weil die Unterhose zu groß war."

Judy Blame, Schmuckdesigner und Art Director 
„Ich hasse Weihnachten und kann mich weder an ein gutes noch ein schlechtes Geschenk erinnern."

Alex Box, Make-up-Artist 
„Ich war acht Jahre alt und in meiner rebellischen Punkphase. Ich hatte orangefarbenes Haar. Ich habe voller Vorfreude ein Geschenk von meiner Tante aufgemacht. Die Freude ist aber schnell Schrecken gewichen, weil statt eines T-Shirts von Blondie oder den Specials eine weiße Nylonbluse mit Perlenknöpfen im Miss-Marple-Style drin war. Ich sollte es zum Tee am 2. Weihnachtsfeiertag tragen, aber es war nirgends zu finden, komischerweise. Als ich zehn Jahre später von zu Hause ausgezogen bin, haben meine Eltern mein Jugendzimmer neu eingerichtet und den großen Schrank aufgeräumt. Und ratet mal was sie gefunden haben? Hunderte kleine weiße Nylonstückchen, fast so wie Konfetti."

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Interviews: James Anderson

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