Foto: über Nike

Peggy Gou über die (wirklich!) großen Dinge des Lebens

Unter dem Motto "just go bigger" ist das südkoreanische Multitalent nicht nur neues Kampagnengesicht für Nike, sondern hat auch ihr eigenes Modelabel lanciert.

von Juule Kay
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04 März 2019, 11:10am

Foto: über Nike

Warum nur eine Sache machen, wenn dir die Welt zu Füßen liegt? Das hat sich auch die in Berlin lebende Produzentin Peggy Gou gedacht, die mit Tracks wie “It Makes You Forget (Iteghane)” und “Han Jan” nicht nur das Herz deiner besten Freundin erobert. Jeder liebt Peggy – und das aus gutem Grund. Mit ihren unschlagbaren House- und Technosets bringt sie jede noch so träge Schlaftablette zum Tanzen. Versprochen. Letztes Jahr hat die Südkoreanerin fast 200 Shows gespielt. Eine Zahl, die du dir kurz auf der Zunge zergehen lassen solltest, bevor dir Peggy gleich die ein oder andere Lebensweisheit mit auf den Weg gibt.

Ihr größtes Ziel war es übrigens, die jüngste Frau und erste Südkoreanerin überhaupt zu sein, die im Berghain auflegt. Das hat sie – wer hätte bei ihrem Ehrgeiz auch etwas anderes erwartet – natürlich geschafft. Das und noch viel mehr. Im Rahmen der Paris Fashion Week hat die Produzentin ihr eigenes Label Kirin gelauncht, was im Koreanischen so viel wie Giraffe bedeutet. “Ich bin hyperaktiv und die Giraffen beruhigen mich”, erklärte sie uns letztes Jahr im Interview. Außerdem ist sie das Kampagnengesicht der neuen #justgobigger Kampagne von Nike. Ein Grund mehr mit Peggy über die wirklich großen Dinge des Lebens zu sprechen ...


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Was war dein bisher größter Erfolg?
Das letzte Jahr. 2018 war das beste Jahr meines Lebens. Ich hab so viel erreicht und war an so vielen Orten, an denen ich noch nie war, aber immer hin wollte. Viele Leute fragen mich, wie es sich anfühlt, “es geschafft zu haben” und ich antworte immer “Was meinst du, ich habe doch gerade erst angefangen?”

Hast du irgendwelche großen Rituale vor deinen Shows?
Ich habe diese kurzen Momente, in denen in bete. Ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, aber ich bin dabei alleine in meinem Zimmer, schätze, was ich habe, sage Danke … und trinke dann ein bisschen GNT, so wie ich meinen Gin Tonic liebevoll nenne.

Wie wäre es mit einer großen Lebensweisheit?
Ich lese gerade The Subtle Art of Not Giving a F*ck von Mark Manson, in dem es darum geht, dass dir eigentlich alles egal sein kann. Du allein entscheidest, was dir wichtig ist und was nicht. Alles passiert so schnell in meinem Leben und ich habe oft Angst, fühle mich unter Druck gesetzt. Ich kann mich nie wirklich entspannen, aber das lerne ich gerade. Mein Agent sagt immer “Peggy, du musst aufhören, dir so viel Sorgen zu machen, sonst vergisst du, den Moment zu genießen”. Es ist toll, wenn du ehrgeizig bist und einen großen Traum hast. Aber es ist genauso toll, wenn du mit beiden Beinen im Leben stehst und den Moment genießt.

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Foto: über Nike

Was war eine deiner größten Ängste, die du überwunden hast?
Große Gigs oder Talks machen mich immer noch nervös. Sich Sorgen zu machen, ist aber etwas Gutes. Es bedeutet, dass dir etwas nicht egal ist. Ich weiß noch, dass ich ziemlich viel Angst hatte, als ich meine letzte EP veröffentlicht habe. In meinem Kopf schwirrten Gedanken herum wie “Was, wenn die Leute denken, meine Sprache oder Stimme klingt seltsam?” Ich habe oft solche Gedanken, aber Angst sollte dich nicht aufhalten. Du wirst nie wissen, was passiert, wenn du es nicht ausprobierst. Du solltest auch nie aufhören, weil du Angst hast … das wird dich nicht weiterbringen. Du solltest sogar Angst haben, sonst riskierst du nichts und es fühlt sich einfach an. Aber ich will kein einfaches Leben.

Du lebst seit mehr als vier Jahren in Berlin. Was ist deiner Meinung nach die größte Lüge über die Stadt?
Viele Dinge stimmen, Berlin ist eine wirklich tolle Stadt, die mir viel beigebracht hat und das Berghain ist immer noch cool. Manchmal habe ich aber das Gefühl, dass die Leute hier ziemlich kalt sein können, aber ich schätze Berlin sehr.

An welche großen Dinge im Leben glaubst du?
Ich glaube an mich [lacht]. Ich bin ein Mensch, der versucht, im Moment zu leben. Ich persönlich glaube an Gott, vielleicht existiert er nicht, aber du lebst nur einmal und hast nichts zu verlieren. Es ist schön, eine Art Mythos zu haben, solange du ihn anderen nicht aufdrängst. Wenn du an dich selbst glauben willst, tu es. Wenn du daran glauben willst, dass eine Kuh heilig ist, tu es. Das ist deine Entscheidung.

Was erwartet uns Großes von dir in Zukunft?
Wenn mich Leute das fragen, versuche ich immer, nicht zu viel darüber zu sprechen, weil ich mich sonst nur selbst unter Druck setze. Ich will den Leuten immer lieber etwas zeigen, anstatt nur darüber zu reden. Gerade habe ich mein eigenes Modelabel lanciert. Wenn du es magst, trag es. Wenn du es nicht magst, tu’s nicht. Ich bin kein Designer, ich mache einfach nur Dinge, die ich liebe.

@peggygou_

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