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5 Looks für deinen Unistart (und was sie über dich verraten)

Von der radikalen, feministischen Literatur-Studentin bis hin zur trinkfesten Sozialistin, hier findet sich jeder wieder. Versprochen.

von Georgie Wright
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29 September 2017, 8:08am

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

Bald beginnt die Uni, und nachdem du den ganzen Sommer über getrunken, zu Despacito getanzt und dir mit deinen Freundinnen ewige Freundschaft geschworen hast, geht nun wieder der Ernst des Lebens los. Vielleicht musstest du fürs Studium umziehen und stehst nun mit drei Koffern, in denen sich dein gesamtes Leben befindet, in deinen neuen vier Wänden oder im Studentenwohnheim. Jetzt gilt es erstmal, Anschluss zu finden. Du wirfst also einen letzten Blick in den Spiegel und fragst dich, ob das wirklich das Outfit ist, mit dem du gleichgesinnten Studenten unterbewusst signalisieren möchtest, dass du einer von ihnen bist? Wie auch bei Tinder-Dates und Vorstellungsgesprächen macht der erste Eindruck sehr viel aus. Das Outfit für den Semesterbeginn auszusuchen, kann also schnell zur scheinbar unmöglichen Aufgabe werden. Aber keine Sorge, wir haben ein paar Tipps für dich. Frisch von den Laufstegen der London Fashion Week inspiriert, sind hier fünf Looks, die dich durch die erste Semesterwoche bringen werden — inklusive einer kurzen Erklärung, was das jeweilige Outfit über dich aussagt.*

Erdem Spring/Summer 18, Mitchell Sams

Die radikale Clit-Lit-Feministin
Tagsüber verschanzt sie sich mit ihrer persönlichen Bibliothek aus allen Werken von Gloria Steinem, Simone de Beauvoir und mit ganzen Anthologien inspirierender Tumblr-Zitate in ihrem Zimmer. Abends hingegen überarbeitet sie ganz erzürnt ihr radikal-feministisches Zine. Sie ist nicht hier, um Freundschaften zu schließen, tatsächlich spricht sie nur mit anderen Studenten, um sie über die schädlichen Auswirkungen des Kindles auf das Verlagswesen zu belehren, und um ihnen gleich hinterher Lösungen für diese schreckliche Situation aufzuzeigen.


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Hol' dir den Look! Schlüpfe in ein geblümtes, bodenlanges Kleid von Erdem. Verziere deine Wände mit gerahmten Bildern von Virginia Woolf und Sylvia Plath. Und schreibe all' deine Aufsätze auf einer antiken Schreibmaschine.

Ashley Williams Spring/Summer 18, Mitchell Sams

Die Jean-Luc-GODard-Jüngerin
Sie platzt in jeden Kurs eine halbe Stunde zu spät rein und hat nie ihre Bücher dabei. Sie macht ihren Bachelor in Filmwissenschaften, also ist alles, was außerhalb des Bildschirms passiert, uninteressant für sie. Aber wer braucht schon die reale Welt, wenn es den abstrakten, subjektiven Realismus im ikonoklastischen Nouvelle Vague-Film gibt, n'est-ce pas?

Sie lebt außerhalb des Uni-Campus in einem verlassenen Kunstladen, wo sie in Dauerschleife 35mm-Filme von Andy Warhols Screen Tests zeigt. Ihr Lieblingsfilm ist insgeheim Brautalarm, aber eher würde sie 8 Shots hintereinander wegkippen und nackt im Kreis rennen, als das zuzugeben.

Hol' dir den Look! Die klischeehafte Kombi aus schwarzem Rollkragenpulli und Baskenmütze ist total out. Stattdessen trägt diese schicke und ernste junge Frau einen Lederrock und eine coole Sonnenbrille. Sie ist unnahbar.


Dilara Findikogulu Spring/Summer 18,

Die Vodka-Lime-Sozialistin
Sie ist leidenschaftliche Studentin der Geschichtswissenschaften und Campus-Thema Nummer eins, seitdem sie auf eine der Kneipentouren des Fußballteams reingeplatzt ist und angefangen hat, Flyer für ihre Bauhaus-Clubnacht zu verteilen. Außerhalb der Vorlesungen trollt sie rechte YouTuber mit Satansbildern und Grammatikkorrekturen, außerdem trinkt sie gerne mal einen mit den Uni-Snobs. Wie jeder Anarchist hat sie eine Vorliebe für Gratis-Alkohol.

Hol' dir den Look! Dilara Findikoglus Show war eine beeindruckende Ode an das Okkulte und hat ein großartiges Beispiel dafür gesetzt, wie man Rechtsextreme am besten aus dem Konzept bringt. Wenn du dir ihre Teile noch nicht leisten könnt, zerreiß' einfach eine deiner alten Karoblusen und mal' dir ein Pentagramm auf die Stirn.

MM6 Spring/Summer 18, Mitchell Sams

Die Kunststudentin.
Sie sagt während der ersten Uni-Woche nicht besonders viel — im Grunde eigentlich gar nichts. Kunst ist ihr ein und alles, und sie will ihr Leben der Abschaffung der sexistischen Heiligkeit der Galerie widmen, indem sie die Welt (also das Gemeinschaftszimmer ihrer WG) zu ihrer Leinwand macht. Als politisches Statement hat sie sogar den Spiegel im Badezimmer mit schwarzem Permanentmarker vollgeschmiert, als Protest gegen Selfies.

Hol' dir den Look! MM6 Maison Margielas Präsentation war eine Lehrstunde der Körperkunst — aber der guten Art. Wenn du dir die wunderschönen Pieces nicht leisten kannst (und das kannst du höchstwahrscheinlich nicht, du bist nunmal Kunststudentin), schnapp' dir einfach ein Bettlaken und eine Marker und leg' los.

Pam Hogg Spring/Summer 18, Mitchell Sams

Die hingebungsvolle Studentin
Dieses Mädchen wird während der Einführungswoche deine Rettung sein. Sie weiß, wie man aus einem Bettlaken eine Toga macht, was dir spätestens dann zugute kommen wird, wenn im Kurs die gefürchteten Griechen und Römer Thema sein werden. Zwei Wochen und 1.000 Facebook-Partyfotos später (auf denen du natürlich markiert bist) wird dir klar, dass ihr Enthusiasmus auch für Studentengruppen gilt. Sie ist die, die freiwillig Protokoll führt und selbstgemachte Flyer verteilt. Die nächsten paar Monate wirst du damit verbringen, ihr aus dem Weg zu gehen.

Hol' dir den Look! Mit Pam Hoggs kunterbunter Kollektion werdet ihr definitiv der Blickfang auf dem Campus sein. Fehlt nur noch Neon-Gesichtsfarbe und fertig.

* All das ist natürlich mit einer Prise Humor zu nehmen, die ihr sowieso brauchen werdet, wenn ihr das Semester überstehen wollt.

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