zeit für ein bad

Die australische Designerin Emma Bovill verbindet unkonventionelle Materialien und Pailletten zu frischen Kreationen.

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Okt. 19 2015, 8:45am

Emma Bovill macht gerade ihren Abschluss in Mode am RMIT in Melbourne. Dieser Studiengang ist schon lange als Talentschmiede für angehende Designer aus Australien bekannt. Die Absolventen haben die Freiheit, ihrer Kreativität ohne kommerzielle Zwänge freien Lauf zu lassen. In ihrer Abschlusskollektion Bathroom Fun überzeugt die junge Australierin mit unkonventionellen Materialen auf der MSFW. Wir haben ihr ein paar Fragen gestellt.

Erzähle uns mehr über deine Kollektion.
Jeder hat seine eigenen Vorstellungen vom Badezimmer. Ich habe mich dem Thema mit einer kindlichen Naivität angenommen und mit unterschiedlichen Szenerien Schrägstrich Tabus gespielt, wie Haare im Abfluss, schmierige Seife oder schuppige Haut. Ich wollte daraus etwas Schönes und Dekoratives machen.

Was treibt dich an, Tabus in etwas Schönes zu verwandeln?
Es ist gesund, wenn man Tabus und Schönheitsideale hinterfragt. Es ist eine Auseinandersetzung mit der Art und Weise, wie wir etwas aus einer bestimmten Perspektive wahrnehmen, besonders so etwas Privates wie Haare und Haut. Sie sind Teil von uns. Für sich allein betrachtet, wird daraus aber etwas Abstoßendes.

Wie war es, auf der MSFW zu zeigen?
Ich habe viele Monate kaum geschlafen. Ich war so stolz darauf, mit einem so hochqualifiziertem und lustigen Team zusammenzuarbeiten. Es hat Spaß gemacht.

Musstest du für die Runway-Show auf irgendetwas verzichten oder die Kollektion abschwächen?
Eher im Gegenteil.  Ich habe anfangs die Details meiner Mode reduziert, damit sie tragbarer wird. Im Laufe der Zeit habe ich immer mehr hinzufügt und die Kollektion weiterentwickelt. Es war ein ständiger Prozess.

Wieso hast du so ein konzeptionelles Thema für deine Kollektion gewählt?
Das hat mit unserer Designausbildung am RMIT zu tun. Uns wird dort beigebracht, uns konzeptionell herauszufordern. Für ein Projekt über die Dauer von einem Jahr wollte ich etwas mit Tiefe machen und auch etwas, das mich persönlich interessiert. Wir recherchieren das ganze Jahr, da am Ball und motiviert zu bleiben, ist also ziemlich wichtig.

Glaubst du, es ist wichtig mit seiner Abschlusskollektion ein Statement zu setzen oder ist es einfach deine Designästhetik?
Ja, ich denke als Studenten haben wir die Freiheit, ungewöhnlich und unkonventionell zu sein, weil wir noch nicht wirklich Teil des Modemarktes sind. Außerdem liebe ich es, mit Farben und Strukturen zu arbeiten. Da war es fast zwangsläufig, dass ich etwas entwerfe, was etwas verrückter als das typische australische Design aus Melbourne ist.

Was für einen Stellenwert haben Abschlusskollektionen deiner Meinung nach?
Die Runway-Shows mit den Abschlusskollektionen sind am spannendsten. Über sie wird viel in den Medien berichtet und erreicht auch ein internationales Publikum. Auch nach jahrelangem Studium und In-sich-Gehen sucht man immer noch nach seiner Handschrift, da helfen die Erfolgsgeschichten von Absolventen, die sich eine Karriere aufgebaut haben.

Was steht als Nächstes für dich an? Wirst du die Kollektion weiterentwickeln und wird es RTW-Pieces geben?
Ich arbeite gerade an mehr Accessoires und an RTW-Pieces für die Kollektion, einschließlich Swimwear und Unterwäsche.

@ladybovine

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Credits


Text: Jamie-Maree Shipton