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so stellen sich deutsche studenten gegen hass und diskriminierung

In Zeiten von weltweiten und immer lauter werdenen Hass- und Diskrimierungsparolen haben junge Studenten aus Hamburg ein T-Shirt designt, das mit einer klaren Botschaft daherkommt: Ich stelle mich dem entgegen.

von Lisa Leinen
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10 November 2016, 3:35pm

Nach mehrstündiger, allgemeiner Schockstarre steht nun endgültig fest: Amerika hat einen neuen Präsidenten gewählt und sein Name ist Donald Trump. Trump, der milliardenschwere Egomane, der sich öffentlich immer wieder frauenfeindlich, rassistisch, hetzerisch, populistisch und moralisch verwerflich geäußert hat—und das bist zuletzt. Trump, der eine Mauer zu Mexiko bauen will, Muslime deportieren und Flüchtlinge zukünftig nicht mehr ins Land lassen möchte, und vor dem sich alle—nicht nur Immigranten und religiöse Gruppierungen—fürchten. Mal ganz abgesehen von den diesjährigen Wahlereignissen in Europa, die beweisen, dass ein Neo-Faschismus, wie wir ihn geglaubt haben längst hinter uns gelassen zu haben, uns mit brutaler Ehrlichkeit wieder einholt. Und auch in Deutschland geht es drunter und drüber. 

Was können wir tun? Viel, einiges, alles. Es liegt jetzt an uns, der Generation der Millennials, die Kontrolle an uns zu reißen, und die Scherben—wenn und wo es soweit kommt—aufzukehren und unsere Welt wieder neu zusammen zu setzen. 

Einen kleinen, aber wichtigen Anfang hat jetzt eine Studentengruppe aus Hamburg gemacht. Insgesamt 24 angehende Modejournalisten und -journalistinnen haben unter der Leitung von Modeblogger Fabian Hart ein T-Shirt entworfen und designt, auf dessen Brust symbolhaft und in Logo-Form der Artikel III des deutschen Grundgesetzes gedruckt ist. Darin heißt es bekanntlich: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." 

Mit dem T-Shirt wollen sie ein klares Zeichen dafür setzen, dass der gesetzlich festgeschriebene Gedanke in Zeiten von aufkommenden Hasswellen und Diskriminierung in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Für 40€ wird es das Shirt ab nächstem Mittwoch, dem 16. November hier zu kaufen geben. In der Kampagne sind einige der einflussreichsten Modeblogger zu sehen. Die Erlöse werden an den Hamburger Verein Basis und Woge gespendet, der Jugendliche unterstützt, die aufgrund ihrer Sexualität, Hautfarbe, Herkunft oder Religion jeglicher Form von Diskriminierungen ausgesetzt sind. Gute Sache finden wir. 

Credits


Text: Lisa Leinen
Foto: Roman Rätzke
Kampagnenfotos: Marlen Stahlhuth

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