premiere: sums, budapest

Post-Rock trifft auf zeitgenössischen Techno und experimentelle Sounds.

|
Mai 26 2017, 11:00am

Wir haben bereits über SUMS berichtet, da hatte das Duo noch nicht einmal sein Live-Debüt beim Berlin Atonal Festival absolviert. Der französische Techno-Produzent und DJ Kangding Ray hatte sich 2015 für eine Auftragsarbeit für das Festival den Mogwai-Musiker und Multiinstrumentalisten Barry Burns ins Boot geholt. Gemeinsam wollten sie etwas kreieren, das sich außerhalb des üblichen Techno-Kontexts bewegt. "Mach' was, etwas Großes und Interessantes, etwas für das Festival und für diesen speziellen Ort", lautete damals die Vorgabe. Und dieser spezielle Ort war und ist ein imposantes, altes Heizkraftwerk in Berlin Mitte, dessen gigantischer Innenraum das Berghain beinahe winzig aussehen lässt.

Der Auftritt war ein voller Erfolg. Aber nicht nur das, beide sind zusammen ins Studio gegangen und haben begonnen, gemeinsam Songs zu produzieren. Das erste Ergebnis ist jetzt auf dem Label Berlin Atonal Recordings erschienen. Über drei Tracks demonstriert das kreative Paar, was passiert, wenn man verträumt-sphärische Analogklänge und abstrakte-sperrige Percussionelemente miteinander verbindet. Was sich in der Theorie gegenseitig auszuschließen scheint, verwandeln beide in ein fesselndes Amalgam, das vor allem bei hoher Lautstärke besonders gut funktioniert — kein Wunder, wenn man die Musik von Kangding Ray und Burns alter Band Mogwai kennt. Bei aller Wucht und allem Bombast, den die Musik von SUMS entfaltet, fühlt sie sich an keiner Stelle düster oder erdrückend an. Sie vermittelt viel mehr den Eindruck von räumlicher Höhe und Weite, wie die Hallen des Kraftwerks in Berlin Mitte. Von wegen, zu Architektur kann man nicht tanzen! Wir haben hier exklusiv den Opener "Budapest" für dich:

Credits


Text: Adrian Jaksch
Foto: über Actual PR