best of i-D germany 2016

2016, so viel steht fest, ist einiges passiert. Vieles, was uns erschüttert hat, mindestens genau so viel, was uns berührt hat, und bestimmt auch einiges, was uns sehr glücklich gemacht hat. Wir blicken auf ein weiteres Jahr i-D Germany zurück und...

von i-D Staff
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28 Dezember 2016, 8:15am

Mode
Was wäre i-D ohne die Mode? Oder: Was wäre die Mode ohne i-D? Eben. Auch dieses Jahr haben wir wieder spannende Designer zum Gespräch getroffen, haben euch junge Talente vorgestellt und euch wichtige Einblicke in die Welt der schönen Dinge gegeben. Besonders lesenswert wäre da beispielsweise das Interview mit Hussein Chalayan, in dem er das Modesystem infrage gestellt hat. Oder das Interview mit Enfant Terrible Demna Gvasalia, der jüngst zum Designer der Jahres 2016 gewählt wurde. Die beiden Schweizer Designerinnen von Ottolinger haben mit uns über subjektive Schönheit, die Relevanz von Unisex und eine Anti-Haltung, die keine ist, gesprochen. Auch haben wir euch wieder die spannendsten Berliner Modeschulen-Absolventen im Interview vorgestellt, die wir auch im nächsten Jahr im Auge behalten sollten, und zusätzlich haben wir euch fünf der angesagtesten Streetwear-Labels präsentiert, die ihr kennen solltet. 

Fotografie
Neben den vielen Modestrecken, die von den besten Fotografen da draußen fotografiert wurden, und Interviews über spannende Fotoprojekte hatten wir die Möglichkeit, mit der Fotografie-Ikone Elfie Semotan über den Unterschied zwischen dem weiblichen und dem männlichen Blick zu diskutieren. Zusammen mit der britischen Fotografin Chloe Sheppard haben wir inspirierende Frauen fotografiert und sie gefragt: What made you? Die Bilder wurden dann in einer Ausstellung in Berlin gezeigt. Die Fotografie-Talente Berlins durften natürlich auch nicht fehlen. Dieses Jahr haben wir auch unsere Reihe i-Diary begonnen, in der uns Kreative, Musiker und Freunde von i-D in ihr Tagebuch schauen lassen. Einen Überblick gibt es hier.  

Musik
Beim Scrollen durch die unter der Rubrik Musik veröffentlichten Artikel fällt auf: 2016 war das Jahr der starken Frauen. Wir durften gleich zwei von ihnen zum Interview in Berlin treffen. Während Banks sehr ehrlich mit uns über Selbsthass und Angstzustände gesprochen hat, nutzte Santigold das Interview, um ihrer Wut über die Oberflächlichkeit im Musikbusiness und die Gefahren von Social Media freien Lauf zu lassen. Außerdem im Interview: Emily und Theresa von Warpaint, der coolsten Girl Group überhaupt, und Eliot Sumner, die sich selbst zwar nie als Popstar bezeichnen würde, aber als Tochter von Sting quasi in die Popwelt reingeboren wurde. Ein bisschen aus der Frauenpower-Reihe tanzt da der Pretty Boy aus Österreich, Crack Ignanz, mit dem wir einen Nachmittag lang durch Berlin spaziert sind, um die—oder zumindest einige der—ganz wichtigen Fragen des Lebens zu klären. Außerdem haben wir mit der Berliner Fotografin Marie Staggat gesprochen, die mit/in ihrem Buch 313onelove einen visuellen Liebesbrief an die Technoszene von Detroit geschaffen hat. 

Mixe
Ein Jahr mit guter Musik ist ein gutes Jahr. Besonders stolz sind wir rückblickend natürlich auch auf die Mixe, die wir auf der Seite hosten durften und konnten. Die Auswahl ist uns nicht leicht gefallen, aber vor allem herausheben wollen wir den exklusiven Mix von Mall Grab, TM404, Jonas Kopp, Honey Dijon und UNiiQU3.

Talente
Wir haben insgesamt sieben UdK-Absolventen getroffen und sie gefragt, wie man heutzutage noch als junger Kreativer aus der Masse herausstechen kann. Bei der Abschluss-Show 2016 der UdK haben wir jedenfalls schon mal viele und vieles entdeckt, von dem wir uns sicher sind, dass es nicht das Ende, sondern der Anfang war. Zum Interview haben wir außerdem folgende spannende Newcomer getroffen: den Newcomer aus Antwerpen, Aaron Alexander Arnoldt, das Label Hornof.tvden Hyères-Preisträger Wataru Tominaga und Paige Horinek, die Gründerin und Creative Director von Ferrari Concept.

Feminismus
Endlich wird auch in Deutschland so über Feminismus gesprochen und diskutiert, wie wir uns das lange Zeit gewünscht haben. Digitale Blumen gehen an dieser Stelle an gleich zwei Plattformen—Trust the Girls und Innen—, die dieses Jahr live gegangen sind und ihren Teil dazu entsprechend beigetragen haben. Kurz nach den Ereignissen in der Silvesternacht in Köln haben wir uns mit der Frage beschäftigt, warum der Rechtsstaat es nicht schafft, Menschen wirklich vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Um Selbstliebe und -akzeptanz ging es in unserem Text darüber, warum sich jede Frau einmal im Leben die Haare abrasieren sollte. In dieser Bücherliste haben wir Literatur zusammengefasst, um dir den Einstieg in das Überthema Feminismus zu meistern. Also keine Ausreden mehr! 

LGBTQi
Ein großer Teil unserer Leser gehören zur LGBTQi-Community, immer wieder behandeln wir Themen, die damit einhergehen und über die wir reden und aufklären wollen. Um ein bisschen mehr Klarheit in die Begriffswelt zu bringen, haben wir in der Redaktion vor einigen Wochen ein A-Z der von uns am häufigsten verwendeten Begriffe online gestellt, an dem wir schon länger gearbeitet haben und das uns sehr wichtig war und ist. Außerdem dürfen diese Artikel nicht in unserem Jahresrückblick fehlen: Nach dem Attentat in Orlando am 12. Juni, bei dem 50 Menschen ihr Leben verloren haben, haben wir einen Meinungstext online gestellt, in dem klar gemacht wird, dass in unruhigen Zeiten wie diesen gay pride wichtiger denn je ist. Einen Monat später feierte Berlin den CSD—vielleicht noch ausgelassener als die Jahre zuvor! Wir waren vor Ort und haben den Besuchern ein paar Fragen gestellt. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, mit Khalid Abdel-Hadi zu sprechen, der der arabischen Community mit seinem Magazin eine wichtige Plattform bietet. Daniel Reynolds, Autor des Schwulenmagazins The Advocate, hat uns erklärt, wie Trumps Hinterwäldlertum die Szene vereinen kann und warum das genau jetzt so wichtig ist. Außerdem haben wir uns die Frage gestellt, welche Bedeutung der erste Transmann auf dem Cover der deutschen Men's Health hat. 

Body Positive
Wir von i-D setzen uns seit jeher für die Body-Positive-Bewegung ein und zeigen euch auf der Seite Fotos und Fotostrecken, die andere Onlinemagazine vielleicht nicht posten würden: Ehrlich und unretuschiert. So beispielsweise (und stellvertretend für so viele andere Artikel) die Fotos von Anny Lutwak. Auch in unserer Wednesdaytreat-Reihe haben wir uns vor einigen Monaten diesem Thema gewidmet und die besten Body-Positive-Accounts für euch zusammengestellt. Die Gründerin der Teen Slut Girlgang hat mit uns über Körperakzeptanz und Selbstliebe gesprochen und wir haben uns gefragt, warum wir anfangen müssen, von monströsen Körpern zu träumen

Kunst & Kultur
Dieses Jahr haben wir uns viel mit der Kunst & Kultur vor der eigenen Tür, sprich in Berlin, beschäftigt. „Und warum bist du in Berlin?" haben wir einige junge Leute gefragt, und an anderer Stelle haben wir einigen Wahlberlinern die Frage „Woher kommst du eigentlich?" gestellt. „Berlin, was machst du mit deiner Kunstszene?" sind wir in einem Essay nachgegangen. Einen Einblick in unsere Bücherlisten gibt es hier. Die ganze Crew von Novembre-Gründerin Jeanne-Salomé Rochat hat uns einige Fragen über das Leben und Kreativsein beantwortet 

Film
Zur Berlinale im Februar haben wir ein Shoot in Berlin auf die Beine gestellt, für das wir die deutschsprachigen Schauspieltalente des Jahres 2016 zusammengecastet und interviewt haben. Dagegen bereits fest etabliert im deutschen Kino ist der Filmemacher Fatih Akin, der dieses Jahr den Romanerfolg Tschick auf die Leinwand gebracht und uns im Interview die eine oder andere Frage beantwortet hat. Für alle Sofia-Coppola-Fans gab es eine Auflistung der zehn besten Musikmomente, und für den ein oder anderen Sonntag im Bett haben wir eine Filmliste zusammengestellt, die wir euch auch für jeden anderen Tag/Abend ans Herz legen würden. Wie feministisch ist eigentlich die Filmbranche? Wir haben die wichtigsten Filmemacherinnen vorgestellt, die das Kino dieses Jahr geprägt haben—oder noch prägen werden. 

Meinung
Starke Meinungen und Stimmen waren auch dieses Jahr wieder auf i-D vertreten. Hier eine Auswahl an Texten, die uns besonders am Herzen lagen und liegen, aber diese Liste hätten wir auch noch ums vierfache erweitern können—mindestens: Bloggerin Dominique Booker hat für uns in einem offenen Brief beschrieben, wie es sich im Jahr 2016 anfühlt, als schwarze Frau in Deutschland zu leben. Wir haben mit schwarzen Frauen über Selbstakzeptanz, Natural Hair und kulturelle Aneignung unterhalten. Warum es manchmal einfach einfacher ist, aufzugeben, verraten wir dir in diesem ehrlichen Plädoyer, und langsam müssen wir realisieren, warum man ab Mitte Zwanzig weniger Freunde im Leben hat—und das gut so ist.

Credits


Foto: Collage i-D Cover, 2016 

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