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in einer neuen vr-galerie wirst du teil von kunstwerken

Wir haben uns angeschaut, was du von den Projekten von Marina Abramović, Jeff Koons und Olafur Eliasson erwarten kannst.

von Joely Ketterer
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14 Juni 2017, 8:30am

Acute Art

Gerade erst waren wir unterwegs im ersten Virtual Reality Club, jetzt dürfen wir sogar bald Teil von virtuellen Kunstwerken werden. Eine Vorschau der interaktiven Arbeiten wurde schon beim Brilliant Minds-Symposium in Stockholm gezeigt: Die Idee dahinter ist es, den Übergang zwischen Kunst in der physischen Welt zum digitalen Bereich der Virtual Reality zu erkunden und diesen überhaupt erst zu ermöglichen. Zur Premiere dieses Projekts hat Acute Arts drei zeitgenössische Künstler geladen: Marina Abramović, Jeff Koons und Olafur Eliasson. Alle drei werden im kommenden Herbst ein interaktives VR-Werk uraufführen. In einer Galerie ohne Wände und völlig losgelöst von physikalischen Gesetzen. Da fliegt der Zuschauer schon mal um die halbe Welt.

Jeff Koons ist für vieles bekannt, aber vor allem für Ballon-Hasen und -Hunde sowie für eine Porzellanstatue von Michael Jackson mit seinem Haus-Affen und erst seine vor Kurzem erschienene und viel diskutierte Kollaboration mit Louis Vuitton. Sein neuestes Projekt für die VR-Galerie beschäftigt sich mit Gedanken um Selbstbestätigung und Transzendenz: "Phryne" (betont: Frei-Nie) ist nach einer der schönsten Frauen des Altertums benannt und beinhaltet entsprechend Einflüsse aus der Klassik. 

Als Zuschauer trifft man sie in einem Garten — eine metallische Ballerina, die einem eine unwirklich friedliche und idyllische Welt zeigt und dabei das Gefühl völliger Harmonie vermitteln soll. In Phrynes metallischer Oberfläche kann man sein eigenes Spiegelbild sehen. So möchte der amerikanische Künstler die Affirmation des Selbst in die Welt der virtuellen Realität bringen. Phrynes soll eine Bestätigung dafür sein, dass du da bist und dass du existierst.

Auch im VICE Netzwerk: Unterwegs im allerersten Virtual-Reality-Club der Welt

Ihr eigenes Fleisch und Blut war in Marina Abramovićs Kunst immer Subjekt und Medium. Die Performance-Künstlerin ist Meisterin der Grenzüberschreitung und mit "Rising" will sie dieses Mal sogar die Grenzen ihres eigenen Körpers überwinden und Menschen mittels eines virtuellen Raumes in direkten Kontakt mit sich bringen. Die Zuschauer werden in ihrem VR-Werk mit dem Klimawandel konfrontiert: Marinas Avatar ist in einem Glastank eingeschlossen, der Wasserspiegel steigt stetig an. Nimmst du als Beobachter Kontakt auf, wirst du mit ihr in eine virtuelle Umgebung transportiert, wo die Gletscher schmelzen. Die Bedingungen eines Vertrages werden dir vorgelegt und mit jeder Verbindlichkeit, die du eingehst, sinkt das Wasser, das Marina umgibt. Zeigst du keinen Einsatz, steigt es, Marina ertrinkt letztendlich und das Spiel endet mit der Zerstörung des Planeten. 

"An diesem Punkt in meiner Karriere, habe ich überlegt, wie ich Energie von Körper zu Körper übertragen kann, mit Hilfe moderner Technologie", sagt die Serbin. In "Rising" geht um den Einfluss von Technik auf die menschliche Empathie und ein drängendes Problem, mit dem die Welt konfrontiert ist.

Als dritter Künstler wurde Olafur Eliasson verpflichtet. Das digitale Feld ist kein Neuland für den dänisch-isländischen Künstler. Man könnte sagen, es gibt kaum ein Gebiet, das ihm nicht vertraut ist: Fotografie, Film, Malerei, Architektur, Design und Installationen — Olafur Eliasson bewegt sich immer zwischen den Genres. Dabei sind kulturelle Bildung und Nachhaltigkeit seine ganz persönlichen Anliegen. Mit dem Projekt "Rainbow" möchte er einen der natürlichsten Phänomen erkunden — mittels digitaler Prozesse. 

Genau wie ein Regenbogen in der richtigen Welt nur sichtbar ist, wenn Licht, Wassertropfen und die Augen des Betrachters in einem bestimmten Winkel positioniert sind, erscheint ein virtueller Regenbogen nur, wenn der Zuschauer eine Korrelation zwischen diesen drei Punkten erzeugt. Mit einem Controller, den du in Händen hältst, kannst du zusätzlich den virtuellen Regen regulieren. Olafurs Begeisterung für die Beziehungen von Menschen zu sich selbst und ihrer Umgebung haben dieses Werk stark beeinflusst: es können sogar mehrere Leute gleichzeitig in seine virtuelle Welt abtauchen.

Acute Art öffnet im Herbst 2017 weltweit seine virtuellen Türen. Wir freuen uns darauf!

Credits


Text: Joely Ketterer
Fotos: Acute Art