wie die copacabana zum schauplatz für den protest gegen vergewaltigung wurde

Alle 72 Stunden werden 420 Frauen Opfer sexueller Übergriffe in Brasilien. Ein Künstler hat jetzt den Strand mit 420 roten und weißen Damenhöschen bedeckt, um darauf aufmerksam zu machen.

von Kazumi Asamura Hayashi
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09 Juni 2016, 8:50am

Photography Marcio Freitas, via Rio De Paz

Nicht erst seit Barry Manilows Song steht die Copacabana für Sonne, Spaß und gute Laune. Gestern jedoch wurde der berühmteste Strand Rios Schauplatz einer großformatigen Installation. 420 rote und weiße Höschen bedeckten den Sand und machten auf die sexuelle Gewalt im Land aufmerksam.

Koordiniert wurde die Installation von der NGO Rio de Paz und Künstler Marcio Freitas, die aber nur eine unter vielen Protesten im ganzen Land war. Ausgelöst wurden die landesweiten Aktionen durch den Übergriff von einer Gruppe von Männern auf ein 16-jähriges Mädchen, der gefilmt wurde und auf Social Media geteilt wurde. 

Die Anzahl an Höschen steht laut Gründer von Rio de Paz Antonio de Costa symbolisch für die Anzahl an Frauen, die alle drei Tage in Brasilien vergewaltigt werden. Gegenüber dem Fernsehsender Telesur erklärte Antonia, dass die Polizei mit „fast 50.000 Fällen pro Jahr" zu tun hat, doch die Dunkelziffer viel höher liege, weil viele Fälle nicht angezeigt werden. „Es wird angenommen, dass die 50.000 Fällen dabei nur für zehn Prozent stehen", so Antonio.

Zwischen der Unterwäsche wurden Fotos aus Marcios Fotoreihe Will Never be Silenced im Großformat aufgestellt. Die Bilder zeigen brasilianische Frauen mit einem roten Händeabdruck über ihrem Mund, das ihre stillen Protest symbolisieren soll.

Die Installation und andere Proteste überall im Gastgeberland der diesjährigen Olympischen Spiele haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Fotos verbreiteten sich in Windeseile unter dem Hashtag #EstuproNaoTemJustificativa (#RapeCan'tBeJustified) in den sozialen Netzwerken und werden zunehmend auch Thema in internationalen Medien.

Via Rio De Paz

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Text: Kasumi Borczyk

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