10 dinge, die du über ronan mckenzie wissen solltest

Die junge Fotografin aus London ist ein Shootingstar in der Modebranche. So hat sie bereits für Marques Almeida fotografiert. Höchste Zeit, dir diesen i-D Fav ein bisschen genauer vorzustellen.

von Lula Ososki
|
29 August 2016, 8:30am

Ronan McKenzie hat bereits für i-D und Marques Almeida fotografiert und sich in Ausstellungen der zeitgenössischen Wahrnehmung von Körpern gewidmet. Die Porträts der jungen Fotografin, die im Osten Londons in Walthamstow aufgewachsen ist, zeigen Menschen aus ihrer Umgebung und stehen für Empowerment. Ein Thema stellt sie dabei immer in den Fokus: Vielfalt. Ganz besonders legen wir dir ihre „Girls"-Reihe ans Herz. Diese Aufnahmen stehen exemplarische für die Female Gaze. Aber erstmal kannst du hier zehn Dinge über Ronan McKenzie erfahren, die die Britin noch sympathischer machen.

1. Anfangs wollte sie Stylistin werden
„Ich habe Fashion Communication and Promotion am Central Saint Martins studiert, aber dann relativ schnell festgestellt, dass es nicht meins ist. Mit der Unterstützung meiner Familie und der wundervollen Madeleine Østlie, die eine gute Freundin geworden ist, habe ich das Studium nach ein paar Wochen abgebrochen. Zum Glück hatte ich bereits einige Praktika und Assistentenstellen hinter mir und hatte ein paar Kontakte. Ich habe dann Stylisten geholfen. Nach ein paar Monaten habe ich gemerkt, dass ich mehr Kontrolle über das finale Bild haben will und dass mich die Person mehr als die Kleidung interessiert. Als ich mit Piczo ein Testshooting hatte, hat er mich ermutigt und mir die Zeit und Möglichkeiten gegeben, eigene Fotos zu schießen. Von da an war ich Feuer und Flamme."

2. Sie hatte nie vor ihren Lehrern Angst
„Kunst und Englisch waren immer meine Lieblingsfächer. Am Ende der Schulzeit musste ich mich dann entscheiden, ob ich auf Englisch oder Kunst spezialisiere und ich habe mich für Kunst entschieden. Auf der Schule habe ich immer für Ärger gesorgt. Ich war eines der Kids, die keine Angst vor den Lehrern hatten. Wenn die also mal wieder irgendwas Lächerliches von sich gegeben haben, habe ich sie darauf angesprochen, so dass es halt total Sinn gemacht hat und die Leute zum Lachen gebracht hat und die Lehrer bloßgestellt hat. Die haben das natürlich gehasst. Ich hatte auch oft Probleme wegen der Schuluniform, weil ich die nicht getragen habe."

3. Sie ist von Leute besessen
„Ich liebe es, den Unterhaltungen anderer zu zu hören. Und ich liebe, wie sie gehen, sprechen—einfach alles."

4. Ihr weibliches Rollenvorbild ist …
„Simone Biles! Sie ist nur 1,42 groß, mit 19 schon Weltmeisterin und Tochter eines Drogenabhängigen. Sie ist der Beweis, dass du alles erreichen kannst, wenn du dich nur anstrengst."

5. Manchmal sind die besten Fotos die, von denen man es am wenigsten erwartet hat.
„Ich hatte mal ein Testshooting und wollte draußen in Walthamstow fotografieren. Dann war der Tag gekommen und es regnete die ganze Zeit. Es war unmöglich, vor die Tür zu gehen. Mein Zimmer ist auf der anderen Seite zu dunkel. Ich habe total die Panik geschoben, weil ich noch drinnen fotografiert hatte und keine Ahnung hatte, wie ich die Helligkeit an meiner Kamera verändere, weil ich bis dato immer nur mit Automodus gearbeitet habe. Das Model kam also und ich musste mir etwas ausdenken. Ich habe meine Digitalkamera genommen, um das Licht zu testen und habe mit verschiedenen Winkeln in meinem Raum herumexperimentiert und es so gut gemacht, wie ich konnte. Meine Nervosität hat sich erst gelegt, als ich die Fotos vom Entwickeln wiederbekommen habe. Ich war so positiv überrascht von den Ergebnissen. Das sind jetzt nicht meine besten Fotos, aber das Licht ist gut. Das hat mich darin bestärkt, mir selbst zu vertrauen und neue Dinge ausprobieren. Wie meine Mutter immer zu sagen pflegt: Manchmal entstehen die besten Dinge durchs Experimentieren."

6. Das ist ihr Ratschlag für junge Fotografinnen …
„Fotografiert einfach drauf los und seid offen, von allem und jedem in eurer Umgebung zu lernen. Habt nie das Gefühl, dass eure Arbeit nicht gut genug ist oder vergleicht euch mit anderen, weil keiner kann das, was ihr könnt, auf die Art und Weise, wie ihr es könnt."

7. Sie möchte Obdachlosen helfen
„Ich engagiere mich für Obdachlose, gerade in London. Ich habe schon vor ein paar Jahren begonnen, ehrenamtlich zu arbeiten, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, nicht zu helfen. Mit meiner Arbeit möchte ich nachhaltig etwas gegen Obdachlosigkeit tun. Ich weiß noch nicht, wie genau, aber das ist mein Ziel."

8. Fotografin zu sein, kann eine Herausforderung sein
„Orte zu finden, an denen ich meine Arbeiten ohne Kompromisse zeigen kann, und in der Lage zu sein, so weiterzuarbeiten, wie ich möchte, kann schwierig sein."

9. Aber es lohnt sich
„Für mich geht es nicht darum, von Leuten zu hören, dass sie meine Arbeit mögen. Ich liebe es einfach zu fotografieren. Für mich ist es das Erfüllendste, wenn ich ein Foto mache, das ich liebe und bei dem ich das Gefühl habe, meine Skills zu verbessern. Das Gefühl, auf einem Foto ein Stück des Wesens einer Person einzufangen, ist unbeschreiblich, weil es mehr als ein Foto ist und sich einer einfachen Erklärung entzieht."

10. Das sind ihre Träume für die Zukunft:
„Ich möchte als Fotografin noch mehr lernen und wachsen, die Welt bereisen und hoffentlich eines Tages einen Ort schaffen, an dem Obdachlose nicht mehr verurteilt werden, sondern ihnen geholfen wird, dass sie wieder auf die Beine kommen können."

Hier findest du alles aus unserer The Female Gaze Issue.

Credits


Text: Lula Ososki
Fotos: Ronan McKenzie

Tagged:
Fashion
Kultur
Mode
Female Gaze
ronan mckenzie