beyoncé fordert ihre fans auf, auf die morde in den usa zu reagieren

„Wir brauchen kein Mitleid. Was wir brauchen: Respekt vor unseren Leben. Dieser Krieg gegen People of Color und gegen alle Minderheiten muss aufhören.“

von Hannah Ongley
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08 Juli 2016, 10:45am

Innerhalb von 24 Stunden wurden in den USA zwei Afroamerikaner von Polizisten erschossen. Nun hat Beyoncé Social Media genutzt und nach Gerechtigkeit gerufen. Am Mittwoch wurde der 32-jährige Philando Castile bei einer eigentlich harmlosen Verkehrskontrolle in Minnesota von einem Polizisten erschossen. Er ist das 136. afroamerikanische Opfer, das allein dieses Jahr von Polizisten umgebracht wurde. Alton Sterling, 37 Jahre und Vater von fünf Kindern, wurde einen Tag zuvor von einem Polizisten in Louisiana erschossen.

Gestern postete Beyoncé auf ihrem Instagram-Account (Sie hat über 77 Millionen Follower) die Message „Wir haben alle die Kraft, um unsere Wut und unseren Frust zu kanalisieren". Sie bat ihre Fans, auf ihre Website zu gehen, auf der der ganze Text zu sehen ist, in dem sie sich leidenschaftlich darüber schreibt, dass aus der Wut Taten folgen müssen. „Wir sind es leid und haben genug davon, dass junge Männer und Frauen in unseren Communitys erschossen werden", schreibt sie. „Es liegt jetzt an uns, dass wir aufstehen und einfordern, dass sie aufhören, uns umzubringen."

„Wir brauchen kein Mitleid. Was wir brauchen: Respekt vor unseren Leben", schreibt die mehrfache Grammy-Gewinnerin weiter. „Wir werden als Community aufstehen und gegen alle bekämpfen, die denken, dass die Morde und Gewalttaten von denjenigen, die einen Schwur darauf geleistet haben, uns zu beschützen, nicht geahndet werden müssen. Diese Missachtung von Leben macht uns hilflos und hoffnungslos. Aber wir müssen für die Rechte der nächsten Generation kämpfen, für die jungen Männer und Frauen, die an das Gute glauben."

Unabhängig von der Herkunft, vom Geschlecht und sexueller Identität, ruft sie alle Leute dazu auf, für die Grundrechte und die Freiheit jedes einzelnen Menschen zu kämpfen. „Das ist nicht nur an Polizisten gerichtet, sondern an alle, die das Leben anderer nicht wertschätzen. Dieser Krieg gegen People of Color und gegen alle Minderheiten muss aufhören." Die amerikanische Sängerin, die gerade auf Welttour ist, ermutigt ihre Fans dazu, die verantwortlichen Politiker in Louisiana und Minnesota zu kontaktieren und soziale und rechtliche Veränderungen zu fordern. „Wir betten sowohl für die Familien von Alton Sterling und Philando Castile als auch für das Ende dieser Ungerechtigkeit"

Das ist längst nicht das erste Mal, dass Beyoncé auf das Problem von Polizeigewalt aufmerksam macht. Nachdem Rassisten ihr Album Formation als polizeifeindlich eingestuft haben, veröffentlichte sie das visuelle Album Lemonade, auf dem sie die Opfer Mike Brown, Eric Garner und Trayvon Martin ehrt. Sie lud Martins Familie backstage zu ihrer Tour ein. Auch Drake hat sich gestern sehr emotional zu Wort gemeldet: „Keiner beginnt sein Leben als Hashtag. Auf einen reduziert zu werden, ist leider immer noch üblich."

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Text: Hannah Ongley
Foto via Imago

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