12 pariser designer, die du dir 2016 merken solltest

Diese in Paris lebenden Designer stehen für den neuen kreativen Geist, der durch die Stadt der Lichter weht.

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15 Januar 2016, 10:55am

Y/Project

Der belgische Designer Glenn Martens hat sich in unglaublich kurzer Zeit an die Spitze der französischen Modewelt katapultiert. Seine Mode besteht zu gleichen Teilen aus 90er-Grunge und romantischem Goth und reibt sich damit an der traditionellen Pariser Mode, die oft zu sehr am klassischen Modekanon festhält und nostalgisch wirkt. Seine Kollektionen sind Unisex und seine Handschrift ist klar. Glenn Martens Modeansatz ist aufrichtig und stark, genau was die Pariser Mode braucht.

Koché

Christelle Kocher ist Teil einer neuen Generation von französischen Designern, die verstehen, dass Luxus und Street-Kultur wichtig für einander sind und dass die Wechselbeziehung zwischen den beiden Welten zu wunderschönen Ergebnissen führen kann. Neben ihrem eigenen Label ist die Französin Artistic Director von Maison Lemarié, ein zu Chanel gehöriges Atelier. Im Rahmen ihrer Debüt-Show, die vor geschlossenen Läden in der Pariser Shoppingmall Les Halles stattfand, zeigte sie zum ersten Mal ihre freche Handschrift: Luxus und Know-how gepaart mit Street-Spirit.

Courrèges

Mode wird oft als geringere Kunstform angesehen, angeblich weil sie zu kommerziell sei. Das veranlasst die Modewelt dann gerne dazu, Unproportionales herauszubringen, um sich den Schein künstlerischer Legitimität zu geben. Das Duo hinter Courrèges, Arnaud Vaillant und Sébastien Meyer (die bereits mit ihren Kreationen für Coperni überzeugten), weiß, dass Understatement oftmals wirkungsvoller als Extravaganz ist. Courrèges spiegelt den Zeitgeist perfekt wider, genauso wie zur ersten Blüte des Labels in den 60ern.

Wanda Nylon

Im letzten September hat die unglaublich talentierte Johanna Senyk ihre Debütkollektion in einem Lagerhaus, das vor ein paar Jahren halb abgebrannt ist, präsentiert. Das Gebäude war in den 90ern bekannt für die Partys, die dort stattfanden. Die Show selbst war eine Hommage an die Jugend und echte Girls. Die Models waren starke, sexy und selbstbewusste Frauen: „Eine Frau kann sexy sein, ohne dass sie ihre Brüste zeigen muss. Sie kann auch elegant sein, ohne dass sie rauchend auf dem Boden sitzen muss", sagte uns Johanna backstage nach der Präsentation. Wanda Nylons Mode ist Kleidung für die neue Pariserin.

Léa Peckre

Die junge französische Designerin hat bereits mehrere Preise gewonnen, 2011 in Hyères und 2015 den ANDAM-Award. Léa glaubt an Eleganz. Ihre extrem schöne Ästhetik zeichnet sich durch ihren Eifer, ihre Kraft und ihren Geist aus und wie Kunst aussieht. Ein seltener Ansatz.

Off-White

Virgil Abloh, der inoffizielle Prinz der Streetwear, steht kurz vor seiner ersten Pariser Menswear-Show, nachdem er in der letzten Saison sein Womenswear-Debüt feierte. Zu den Leuten, die auf seine Ratschläge hören, gehören Kanye West und viele bekannte DJs. Er hat den modernen Creative Director quasi erfunden. Die Ateliers und das Studio von Off-White befinden sich zwar in Mailand, aber der Designer arbeitet von Paris aus, von wo er seine luxuriöse Interpretation von Streetwear umsetzt. Vor ein paar Monaten sprach er mit uns über seinen Veränderungsdrang: „Streetwear ist wie Disco. Also Disco aufkam, war es cool. Aber der Begriff hat im Laufe der Zeit seinen Flair verloren, genauso wie das Genre selbst." Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.

Nattofranco

„Mein Label ist weder Paris noch Tokio. Es ist suburbanes Frankreich und Hokkaido. Daher komme ich." So stellte sich Noémie Aiko Sebayashi, die junge Franko-Japanerin in einem Interview mit i-D vor. Dekonstruierte Logos, Streetwear, die wieder neu zusammengefügt wurde, und eine Detailverliebtheit, Nattofranco wandelt auf den Spuren des revolutionären Labels Vetements.

Aalto

Der finnische Designer Tuomas Merikoski, der bei Givenchy und Louis Vuitton gearbeitet hat, lancierte vor einem Jahr in Paris sein eigenes Label. Aalto ist die modische Entsprechung der Idee einer europäischen Jugend, die eine gemeinsame Mythologie und Zeitgeschichte teilt. 

Pallas

Was wäre französische Mode ohne feminine Kostüme? 2013 wurde die Capsule Collection von Pallas lancierte. Die beiden Schneider Daniel Pallas und Veronique Bousquet haben das Label seitdem aus dem Schatten der etablierten französischen Häuser geführt. Zusätzlich haben sie sich die talentierten Allegria Torrassa und Nikhi Pauls ins Team geholt, die dabei mithelfen, das Label weiterzuentwickeln.

Drône

Dir sagt der Name noch nichts? Das macht auch nichts, keinem sagt ihr Name etwas. Das Kollektiv wurde 2014 von jungen und anonymen Designern gegründet und ist in Paris und Lille ansässig. Die jungen Modemacher erfinden mit afrikanischen Motiven und technischen Details französische Streetwear neu. Die Kreationen stehen für eine neue Generation. Ihre glitzernden Jacken leuchten wie Meteoriten im Nachthimmel und haben innerhalb der französischen Rapszene schon viele Anhänger gefunden.

Etienne Deroeux

Freiheit, Bewegung und Einfachheit: mit diesen drei Schlagworten und ein paar Kollektionen später hat sich Etienne Deroeux mit entwaffnender Gelassenheit einen Namen in der französischen Modelandschaft gemacht. Gerade Schnittführung, monochrome Farbwahl und Streifen, gedacht als Hommage an den Bildhauer Brâncuși, zeichnen die Designs aus. Clever durchdacht sind sie eine Mischung aus französischem Chic und Sportswear. Es ist Kleidung ohne den erhobenen Zeigefinger. Genau was wir von Mode erwarten.