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der schlüssel zum erfolg in der kunstwelt lautet: narzissmus!

Eine neue Untersuchung zeigt, dass kommerzieller Erfolg auf dem Kunstmarkt etwas damit zu tun hat, wie oft ein Künstler über sich selbst spricht.

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24 März 2016, 8:35am

Laut einer neuen Studie von Finanzprofessor Yi Zhou, die im European Journal of Finance veröffentlicht wurde, gibt es Beweise, dass der wirtschaftliche Erfolg eines Künstlers davon abhängt, wie narzisstisch er ist. Die zugrunde liegenden Daten stammen von artinfo.com. Professor Zhou fand heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Erfolg eines Kunstwerkes auf dem Markt und dem Ego des Künstlers gibt. Zu weiteren Indikatoren für den künstlerischen Erfolg gehören Anerkennung durch die Elite der Kunstwelt, die Anzahl von Solo- und Gruppenausstellung und wie viele Museen und Galerien Werke des entsprechenden Künstlers in ihren Sammlungen haben. Die Indikatoren für Narzissmus sind die Größe der Unterschrift (steht in Verbindung mit dem Selbstwert), die Anzahl von Selbstporträts und die Häufigkeit des Wortes „ich" in Interviews.

Nach den Ergebnissen von Zhou sorgt ein Anstieg bei den Selbstporträts für einen Anstieg des Marktpreises der Kunstwerke um 13 Prozent. Durch den Gebrauch von Pronomen in der ersten Person erhöht sich der Marktwert um immerhin vier Prozent. Erklärungen, warum das so ist, liefert der Wissenschaftler nicht, aber ein kurzer Blick auf die Menschheitsgeschichte (die zu unserer gegenwärtigen Selfie-Kultur geführt hat) bietet aufhellende Einsichten. Es scheint so, dass sich eine gewisse Egozentrik auszahlt, denn diese Künstler sind einfach besser darin (oder fühlen sich wohler dabei), Aufmerksamkeit einzufordern.

Artnet zieht die Schlussfolgerung, dass Künstler mit einem hohen Selbstbewusstsein besser darin sind, andere von ihrem Genie zu überzeugen—siehe Pablo und Kanye. Zhous Kollegen, die sich mit Corporate Finance beschäftigen, haben beobachtet, dass der Narzissmus von CEOs deren Karrieren hilft und letztlich auch deren Unternehmen, auch wenn Narzissmus typischerweise als negativ angesehen wird. Bleibt festzuhalten, dass Narzissmus zwar abstoßend ist, aber letztlich sorgt es bei CEOs und Künstlern dafür, dass sie mehr Macht, mehr Aufmerksamkeit und schließlich mehr Geld bekommen. In unserer gegenwärtigen Welt von wachsendem Narzissmus und berühmten Narzissten (du kennst in deinem Umfeld bestimmt auch ein paar) bestätigen die Ergebnisse von Professor Yi Zhous nicht nur unsere Wahrnehmung von Kunst und der Kunstwelt, sondern auch vom Kulturbetrieb an sich.

Credits


Text: Blair Cannon
Foto: via Instagram

Tagged:
Kunst
Kultur