So schön ist Nacktbaden

Die Aufnahmen im neuen Buch "The Swimming Pool" der Fotografin und Zine-Macherin Deanna Templeton sind im Laufe von acht Jahren entstanden. Sie sind eine Hommage an schöne Körper und den Sommer in Südkalifornien.

von Alice Newell-Hanson; Fotos von Deanna Templeton
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23 Mai 2016, 2:25pm

Die frühere Besitzerin des Hauses von Deanna und Ed Templeton in kalifornischen Huntington Beach war eine ältere Dame. Das ist wichtig, denn das erklärt die Größe des Swimmingpools, der genau die richtige Größe für jemanden hat, der etwas über 1,50 m groß ist und seine Bahnen ziehen will. "Der Pool ist flach, nicht lang und hat die Form einer Erdnuss", sagt Deanna.

Für ihr neues Buch The Swimming Pool (erscheint im Juni bei Um Yeah Arts) hat Deanna acht Sommer lang Leute darin fotografiert: Freunde und später auch Freunde von Freunden, die in dem türkisfarbenen Pool nach Abkühlung gesucht haben. Dabei herausgekommen sind Bilder, die an einen endlosen Sommer erinnern.


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Sie startete die Fotoreihe vor acht Jahren, als ihr Mann Ed eines Tages nackt baden ging ("Er schwimmt einfach lieber nackt.") und sie sich die Kamera geschnappt hat. "Daraus sind zehn Bilder entstanden", erklärt sie. „Eins davon, torso down, sah aus wie eine Zeichnung, es sah nicht echt aus. Ein paar davon waren interessant verzerrt." Faszinierend fand sie, wie das Licht auf den Körpern der Schwimmer reflektierte und wie das Wasser die Sonnenstrahlen gebrochen hat. "Ich habe dann angefangen, Freunde zu fragen, ob sie nicht Lust hätten, baden zu kommen. Und ich wollte, keineBadesachen sehen."

Abgesehen von Ed, hatte sie noch keine Person nackt fotografiert und war entsprechend nervös. Damit es den Motiven nicht auch so geht, ließ sie während des Shoots die Rollläden im Haus herunter und drehte sich solange weg, bis die Person im Wasser war. "Ich wollte eine sichere Umgebung schaffen. Jeder durfte so schwimmen, wie er wollte", erzählt sie. "Wenn sie nur ihren Hinter zeigen wollten, war das auch OK. Aber sobald sie einmal im Wasser waren, haben sie sich befreit gefühlt. Ich habe sie von oben fotografiert und unter Wasser ist jeder in seiner eigenen Welt."

Die Leute haben in Ruhe ihre Bahnen gezogen und Deanna bewegte sich am Becken wie eine Krabbe, um keine Schatten zu werfen oder den Beckenrand zu fotografieren. "Ich wollte keine Ablenkungen. Es ging nur um den einen Körper", sagt sie. "Ich habe auch vermieden, zu abstrakt oder chaotisch zu werden. Ich habe die ruhigen Aufnahmen ausgewählt, die die Langsamkeit zeigen."

Deanna hat jahrelang Unbekannte in der Öffentlichkeit fotografiert, von tätowierten Teenagern bis zu Punkfans. "Ich versuche, eine Beziehung während des Shoots aufzubauen", sagt sie. Aber diese Erfahrung war anders. "Ich habe das Gefühl, dass ich viele neue Freunde dadurch gewonnen habe. Das ganze Projekt hat mich jeder Person näher gebracht. Diese Leute haben mir vertraut und mir ihre Zeit geschenkt. Das war eine Zusammenarbeit. Sie sollten sich selbst ausdrücken."

@deannatempleton

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