Foto: Lesha Berezovskiy

Wie du deinen Lover im Urlaub richtig fotografierst

Nur weil du jemanden liebst, heißt das noch lange nicht, dass das auch die Garantie für ein gutes Fotos ist.

von Anastasiia Fedorova
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27 Februar 2019, 9:11am

Foto: Lesha Berezovskiy

Die meisten Urlaubsbilder von Pärchen, echten und Möchtegern-Partnern sind ziemlich seltsam. Man fühlt sich schnell wie aus einer IKEA-Anleitung: Zurechtgebogen, platziert und vor der x-beliebigen Sehenswürdigkeit in ungemütlicher Pose verrenkt. Ein kleines nervöses Lächeln, um die eigene Panik zu überspielen. Und trotzdem sind uns unsere Urlaubsfotos heilig, egal ob für Instagram oder das Archiv aus Verflossenen. Warum also nicht das Format ein wenig herausfordern?

Letzten Sommer waren der ukrainische Fotograf Lesha Berezovskiy und seine Freundin, Schauspielerin Dasha Palahniuk, auf einem Road Trip – und haben genau das ausprobiert.

 Lesha Berezovskiy
Foto: Lesha Berezovskiy
 Lesha Berezovskiy
Foto: Dasha Palahniuk

Lesha ist das, was die meisten wohl spöttisch mit dem Wort als 'Globetrotter' betiteln würden. Aber mal ehrlich, er ist über 6.300 Kilometer alleine durch Europa gereist ... mit dem Fahrrad und kaum einem Cent in der Tasche. Dann darf man ihn auch voller Anerkennung so nennen. Doch neben der Natur ist seine Freundin Dasha seine große Leidenschaft. Seit er sie getroffen hat, wurde sie zu seinem liebsten Foto-Motiv. Auf gemeinsamen Reisen haben sie dann angefangen, ein Spiel daraus zu machen. "Ich habe Dasha eine Wegwerfkamera gekauft, weil ich sehen wollte, wovon sie Bilder macht, was ihre Aufmerksamkeit erregt", sagt der Fotograf.

Ihre Schnappschüsse der Umgebung und voneinander wurden zu einem "freundschaftlichen Wettbewerb ohne Gewinner und Verlierer" mit dem Ziel, "einander mit interessanten Bildern glücklich zu machen."

Dasha Palahniuk
Foto: Lesha Berezovskiy
Lesha Berezovskiy
Foto: Dasha Palahniuk

Zuerst fühlte sich Lesha unwohl, vor der Kamera zu stehen, bis er sich an die "Bleib genau so stehen!" oder "Beweg dich nicht!"-Ausrufe seiner Freundin gewöhnte. "Ihre Porträts von mir sind sehr intim geworden – und das macht meiner Meinung nach ein wirklich gutes Foto aus", erklärt der Ukrainer weiter und fügt hinzu: "Eigentlich fällt es mir recht schwer, Leute zu fotografieren und ihre Intimsphäre zu stören, aber mit Dasha ist das anders. Das liegt vielleicht daran, dass sie Schauspielerin ist oder wir uns zusammen so wohl fühlen."

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Zwischen zerwühlten Laken und verschwommenen Landschaften liegt das Urlaubsziel jedoch verborgen. Austauschbare Hotelzimmer, verlassene Wasserparks und wunderschöne Bergseen: Das zweiseitige Narrativ verwandelt die Orte in ein abstraktes Paradies.

Doch wie gelingt es uns allen, Klischee-Tourifotos zu vermeiden? "Um ehrlich zu sein, kann ich gar nicht sagen, ob unsere Bilder einem Stereotyp entsprechen oder nicht. Die meiste Zeit hat mich die Abenteuerlust getrieben. Ich mag, dass Dashas Fotos viele Dinge einfangen, die uns auf unserem Trip umgeben haben. Verschwommene Ausblicke aus Busfenstern, die Wohnung unserer Freunde und ganz viel Essen. Dank ihrer Bilder schaut unsere Geschichte aus wie ein Tagebuch."

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Dieser Artikel stammt ursprünglich von unseren amerikanischen AMUSE-Kollegen.