All images courtesy @shotbyorion

Der 21-jährige Fotograf, der Schnappschüsse von berühmten Gesichtern einfängt

Der in New York lebende Orion knipst Rihanna, Kim und Timothée—mit wenig mehr als einer Wegwerfkamera.

von Ryan White
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19 Mai 2020, 4:15am

All images courtesy @shotbyorion

“Was ist mein Geheimnis, dass ich so viele große Namen vor die Linse bekomme?” fragt der einundzwanzigjährige Orion. “Naja, es wäre kein Geheimnis, wenn ich es dir verraten würde, oder?” Ursprünglich aus Kalifornien und jetzt in New York wohnhaft, arbeitet Orion als Host in einem Restaurant und macht nebenbei Foto- und Videoarbeiten. Seine größte Leidenschaft—wenn man seinem Instagram-Account @shotbyorion Glauben schenkt—ist es, flüchtige Begegnungen mit den größten Celebrities einzufangen, die in New York so unterwegs sind, und das Ganze lässig und mühelos aussehen zu lassen.

“Ich gehe einfach zu vielen Veranstaltungen und baue Beziehungen auf zu den Leuten, bis ich mit manchen sogar per Du bin”, sagt er. “Dann mache ich zum Auftakt ein bisschen Smalltalk und bringe das Gespräch schließlich auf meine Arbeit und frage, ob sie nicht mitmachen wollen.” Ein flüchtiger Blick auf seinen Feed beweist, dass er nicht übertreibt. Die dabei entstehenden Bilder fangen eine Mischung aus Schauspielern, Models und Musikern ein—Rihanna, Ariana Grande, Kendall Jenner, um ein paar wenige zu nennen—wie sie in die Kamera blicken, also ob sie einen alten Freund begrüßen würden. “Diese freundschaftliche Beziehung ist der Grund, weshalb die von mir Porträtierten unglaublich entspannt und mehr als glücklich aussehen, fotografiert zu werden.”

Die Schwierigkeit dieses Unterfangens sollte man nicht unterschätzen, auch nicht das dazu erforderliche Talent, zumal eines so jungen Fotografen. Alle, die schon einmal einer Filmpremiere, einer Geschäftseröffnung oder einer Preisverleihung beigewohnt haben, wissen, wie rasch die Atmosphäre von leichter Aufgeregtheit in komplettes Chaos kippen kann, wenn die Berühmtheiten anrücken. Aber Orions Arbeiten unterscheiden sich stark von dieser Sorte Paparazzo-Fotografie vom roten Teppich für die Boulevardzeitungen. Orion ist daran gelegen, sich von diesem Wort zu distanzieren: “Ich sehe mich nicht als Paparazzo, weil diese Berufsbezeichnung so einen negativen Beigeschmack hat, und das mit gutem Grund”, sagt er. “Ich will diesen Beruf nicht schlecht machen, weil diese Fotografen ja auch irgendwie ein Auskommen finden müssen und sicher nicht alle schlechte Menschen sind, aber Fakt ist, dass viele von ihnen sich schuldig machen, in die Privatsphäre anderer einzudringen und Fotos ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung zu machen, was ich nicht okay finde.”

Orions Arbeiten erregen niemandes Bitterkeit. Die Reaktionen sind so ausnehmend positiv, dass einer seiner Lieblingsstars, Timothée Chalamet, ihn jedesmal mit offenen Armen in Empfang nimmt. “Es begann mit einem Zufall”, sagt er, der Timothée jetzt überall begegnet. “Aber es wurde bald Absicht, nicht nur meinerseits, sondern auch von seiner Seite”, sagt er. “Damit meine ich, dass er einer der Menschen ist, zu denen ich eine persönliche Verbindung aufgebaut habe und die mich näher kennengelernt haben. Wenn er mir über den Weg läuft, fragt er gleich, wo ich meine Kamera gelassen habe, stets bereit für ein Foto, ohne dass ich ihn noch fragen müsste. Er ist genauso aufgeregt wie ich—oder sogar noch mehr.”

Oft mit wenig mehr als einer Wegwerfkamera geknipst—“Früher hatte ich meine eigene Kamera, aber leider habe ich sie beschädigt und bin noch dabei, einen Ersatz zu finden”—sind Orions Bilder Zeugnis dafür, dass es nicht kompliziert sein muss, Berühmtheiten einnehmend abzulichten. Seine Bildern sind charmante Vignetten des Ruhms, frei von jedem Zynismus.

This article originally appeared on i-D UK.

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