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Mit diesen Tipps von Troye Sivan bleibst du auch 2018 queer und glücklich

Leg' ab und zu eine Social-Media-Diät ein und geh' öfter mit deinen besten schwulen Freunden feiern.

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März 7 2018, 11:11am

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Troye Sivan mit seinen 22 Jahren als Schwulenikone zu bezeichnen, mag für einige gewagt klingen. Aber er ist Teil einer neuen Generation, die einen anderen Zugang zum Thema Sexualität hat. Auf YouTube suchen junge Leute nach Coming-out-Videos und durchforsten Online-Foren nach Informationen, um sich als Teil einer größeren Community zu fühlen. Das hat der Popstar vor nicht allzu langer Zeit selbst getan.

Keiner repräsentiert die neue Ära der Popmusik so gut wie Troye: geoutet und stolz auf seine schwule Identität. Der Sänger kommt aus einem kleinen australischen Vorort und wurde als Vlogger bekannt. Sein treues Millionenpublikum klärte er über die Gefahren von Instagram auf und erzählte seinen Fans über Safer-Sex-Praktiken. Nebenbei baute sich Troye eine der spannendsten Musikkarrieren der letzten zehn Jahre auf. Sein Debütalbum Blue Neighborhood war ein Elektro-Pop-Genuss. Frisch blondiert, mit Schauspiel-Erfahrung und neuen Club-Hits unterm Arm meldet sich der junge Australier jetzt mit seinem neuen Aalbum My, My, My zurück und nimmt den Mainstream in Angriff.


Auch auf i-D: Troye Sivan über seine Anfänge und sein Coming-out


Durch Troyes Songs gelangt ungefilterte Queerness in Millionen amerikanischer Haushalte – und das macht uns sehr glücklich. Als wir Troye zum Interview treffen, ist der Popstar bescheiden und warmherzig. Er ist genau so, wie man sich jemanden wünscht, der so einen großen Einfluss auf queere Menschen in seinem Alter ausübt. Er wird oft als Stimme der LGBTQ-Community bezeichnet. Eine Idee, die er aber zurückweist: "Die Community ist so komplex, divers und groß, dass wir so viele Stimmen wie möglich brauchen." Sein Erfolg ist trotzdem ein riesiger Meilenstein in der Popmusik und ein Sieg über die heteronormativen Radiosender, die mit ihrer Engstirnigkeit über die Stars mitentscheiden.

Wie bleibt ein junger Mensch treu, auf den die weltweite Presse ihren Augen richtet? Er nimmt einen Schluck seiner Miso-Suppe und gibt uns seine Tipps, um auch im Jahr 2018 queer und glücklich zu bleiben.

Geh' (viel) mit Gleichgesinnten aus
"Ich werde nie das Gefühl vergessen, als ich zum ersten Mal in einer Schwulenbar war und mir gedacht habe 'Egal, wie schwul du dich fühlst. Es wird immer Menschen hier geben, die sich noch schwuler fühlen. Egal, wie ausgefallen du dich anziehst, es wird mindestens eine Person im Raum geben, die sich noch ausgefallener kleidet.' Es ist so eine Erlösung, sich zugehörig zu fühlen."

Leg' Social-Media-Diäten ein
"Das ist vor allem für die psychische Gesundheit wichtig. Wir sind so viel empathischer geworden, weil wir durch das Internet Menschen finden können, die das Gleiche durchmachen wie wir. Aber vergiss nicht, dass es auch schnell zu viel werden kann. Finde das richtige Maß für dich. Wenn dich dein Handy stresst, schalte es aus. Social Media folgt einer anderen Logik als die Realität."

Gehe zu CSDs
"Das Gefühl der Gemeinschaft ist befreiend."

Pflege enge Freundschaften
"Enge, lange und loyale Freundschaften sind äußerst wichtig. Für mich sind Freunde die Art von Menschen, die ich anrufen kann, wenn es mir wirklich dreckig geht und mich immer zum Lachen bringen. Ich habe nur drei oder vier Menschen, mit denen ich täglich spreche, aber die sind mir umso wichtiger."

Es gibt Leute da draußen, die dich für deine Persönlichkeit lieben
"Du kannst in der Schule, in deinem Heimatdorf oder in deiner Familie leicht das Gefühl bekommen, dass das alles ist, was es auf der Welt gibt. Ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass es ­– egal wer du bist, wie du dich identifizierst oder wen du liebst – da draußen eine Gemeinschaft von Menschen gibt, die dich nicht nur toleriert, sondern dafür feiert und liebt, wer du wirklich bist."

Achte auf dich selbst
"Nimm dir Zeit, um deine Batterien wiederaufzuladen. Ich versuche dann immer, komplett abzutauchen und antworte auf keine Nachrichten. Verbring' Zeit mit Leuten, die du liebst – oder auch nicht. Schau dir alleine Filme an. Mach einfach, worauf du Lust hast."

Erinnere dich an diejenigen, die sich für die Emanzipation der LGBTQ-Community eingesetzt haben
Die Dokumentation How to Survive a Plague hat mir die Augen geöffnet. In dem Film geht es um die Anfänge der Aids-Epidemie und wie die Aktivisten von Act-up darauf aufmerksam gemacht haben. Sie haben die Asche ihrer verstorbenen Freunde im Garten des Weißen Hauses verstreut. Ich lag im Bett und dachte mir 'Scheiße, das haben die für uns getan'. Das hat mich tief berührt und erschüttert. Ich bin diesen Menschen dankbar, weil sie etwas so Selbstloses und Mutiges getan haben. Sie haben mich daran erinnert, woher meine Freunde und ich kommen."

Geh raus!
Geh einen Kaffee trinken. Auch wenn ich nur fünf Minuten draußen bin, bin ich glücklich."

Finde den Punkt, an dem du es genießt, allein zu sein
"In der Vergangenheit ist mir das oft schwer gefallen. Aber mittlerweile habe ich einen Punkt erreicht, an dem ich allein sein kann und kein Problem mehr damit habe. Das nimmt dir auch den Druck, einen Partner zu finden, um glücklich zu sein."

Die queere Erfahrung ist die schönste Erfahrung
"Es gibt nur eine Bedingung, um der LGBTQ-Community anzugehören: sei einzigartig. Du bist du und musst keinen ausgelatschten Pfaden folgen. Ich habe meine Familie in der Community gefunden und bin so stolz darauf, schwul zu sein.

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.