ein exklusiver blick auf die neue kollaboration von mademe x me and you

Wir haben mit den Designerinnen und dem Model Salem Mitchell über Hass auf Social Media, Selbstliebe und die Bedeutung von Ballerinen für die Kollektion gesprochen.

von Emily Manning
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04 April 2016, 10:35am

Erin Magees Label MadeMe ist von Girls für Girls und überzeugte bereits mit modernen Interpretationen von Karomustern, die von den Sex Pistols, katholische Schuluniformen und der Punkbewegung inspiriert wurden. Für ihr neuestes Projekt hat sich die Supreme-Mitarbeiterin keine aus dem Musikbereich, sondern aus dem Tanzbereich, geschnappt: Sie hat sich mit dem feministischen Label Me and You von Mayan Toledano und Julia Baylis zusammengetan. Die neue Girl-Power-Kollaboration von MadeMe feiert die Ausdauer und die Grazie von Ballerinen.

„Das Ballerina-Konzept entstand in meiner Küche. Wir wollten etwas, was feminin und stark ist", sagt uns Erin Magee über die Capsule Collection, die aus Thermounterwäsche und Longsleeves mit Ballerina-Prints besteht. „Unser Ziel war es, ein Thema zu finden, das Frauen so darstellt, wie wir sie sehen: robust, stark und schön."

Auf der Suche nach einem Model für die Bilder des Lookbooks sind Mayan und Julia auf Instagram fündig geworden. Dort haben sie die 17-Jährige Schönheit Salem Mitchell aus Südkalifornien entdeckt, die im ganzen Gesicht Sommersprossen hat. Danach folgte ein Roadtrip zu Salem nach San Diego, um mit ihr und ihren Freunden abzuhängen und sie dabei zu beobachten, wie sie sich für einen Schultanz fertigmacht. „Ihr Aussehen ist einfach einzigartig und besonders. Durch ihre Posts merkst du, wie cool sie ist. Wir mussten einfach einen Trip planen, um sie zu treffen", sagen Mayan und Julia.

Die 17-Jährige passt perfekt zu MadeMe x Me and You: Obwohl sie beleidigende und hasserfüllte Kommentare über ihre Sommersprossen auf sozialen Netzwerken bekommen hat, hat sie sich dafür entschieden, die Einzigartigkeit ihrer Schönheit zu zelebrieren und mit kreativen Frauen zusammenzuarbeiten. „Ich freue mich immer darauf, mit anderen Frauen zusammenzuarbeiten, die ähnliche Ziele verfolgen", sagt uns Designerin Erin. „Mit anderen kreativen Frauen im gleichen Raum zusammenzuarbeiten, sagt schon viel aus. Es steht dafür, dass wir hier sind, um uns gegenseitig zu unterstützen, gegenseitig unsere Erfolge zu feiern, gemeinsam Großartiges zu erschaffen und uns nicht Konkurrenz zu machen. Girl Power!"

Wir haben mit den Designerinnen und dem Model Salem Mitchell über Hass auf Social Media, Selbstliebe und die Bedeutung von Ballerinen für die Kollektion gesprochen.

Wie habt ihr Salem gefunden?
Me and You: Auf Instagram! Wir waren für ein paar Wochen in L.A. und sind dann an einem Wochenende nach San Diego gefahren, um sie zu fotografieren. Sie war so süß! Sie war zu Hause und hat sich mit ihren besten Freundinnen für einen Schultanz fertiggemacht. Wir haben den ganzen Tag mit ihr und ihrer besten Freundin Dajuan abgehangen. Wir sprechen bei Me and You immer darüber, wie wichtig Freunde und gegenseitige Unterstützung ist. Deshalb hat es uns ganz besonders gefreut, ihre Welt zu sehen und wie wichtig ihr besonders ihre Freunde sind.

Was hat euch dazu inspiriert, sie für diese Kollaboration zu fotografieren?
Me and You: Bei MadeMe als auch bei Me and You geht es um selbstbewusste Girls. Wir haben uns sofort in Salem verliebt. Sie ist mit ihren jungen Jahren bereits so selbstsicher und verkörpert die Botschaft beider Labels. Wir wollten sie einfach auf eine einfache und entspannte Art und Weise darstellen, in ihrem natürlichen Umfeld sozusagen. Was so besonders ist an dieser Kollektion? Du kannst die Sachen sowohl zum Schlafen anziehen, aber genauso gut auch einfach mit einer Jeans oder einem Overall kombinieren und du hast trotzdem noch das gute Gefühl, als würdest du deinen liebsten Pyjama tragen. 

Hi Salem! Erzähle uns mehr über dich selbst.
Salem Mitchell: Hi! Mein Name ist Salem Mitchell. Ich bin 17 Jahre alt und komme aus San Diego. Ich gehe noch zur High-School und bereite mich gerade auf meinen Abschluss vor. Außerdem versuche ich noch herauszufinden, was ich danach machen möchte. Ich interessiere mich fürs Modeln, Mode, Kochen und ich verbringe gerne Zeit mit meinen Freunden.

Sprechen wir über deine Sommersprossen. Hat sich deine Einstellung zu ihnen im Laufe der Zeit geändert? Haben die Meinungen der anderen deine eigene Meinung zu deiner Schönheit beeinflusst?
Salem: Ich habe meine Sommersprossen schon immer gemocht. Das liegt daran, dass meine Mutter im Gesicht auch viele Sommersprossen hat und sie mein Vorbild ist. Förderlich für mein Selbstbewusstsein war sicherlich auch die Tatsache, dass die Person, mit der ich aufgewachsen bin und die ich am meisten liebe, so aussieht wie ich. Ich wurde nie wirklich ernsthaft durch die Meinungen der Anderen über mich und mein Aussehen beeinflusst. Ich hatte auch nie mit Leuten zu tun, die Negatives über mich gesagt haben, bevor ich nicht älter und somit schon ziemlich gefestigt war.

Kannst du mit uns ein paar der Kommentare teilen? Wie haben sie dein Leben beeinflusst?
SM: Als ich auf Social Media bekannter wurde, stellte sich überraschenderweise heraus, dass viele Leute Sommersprossen überhaupt nicht kennen. Mein Gesicht wurde zur Pointe von vielen schlechten Witzen. Die Leute haben mich ständig mit Bananen, Geparden und allem möglichen verglichen. Die Kommentare an sich haben meine Gefühle nie wirklich verletzt, weil sie lächerlich waren. Was mich verletzt hat, war die Tatsache, dass sich Leute dafür die Zeit genommen haben und mir einreden wollten, dass ich mich schlecht fühlen soll. Dadurch habe ich gelernt, dass man sich nie durch die Meinung anderer in der eigenen Wahrnehmung beeinflussen lassen darf. Als ich dann gezeigt habe, dass ich glücklich und selbstbewusst bin und mich nicht durch das Gerede der Leute beeinflussen lasse, wurden die Kommentare weniger.

Es wird viel über die Janusköpfigkeit von Social Media geschrieben. Einerseits bieten die sozialen Medien ein Raum für Kreativität und eine Gemeinschaft, andererseits bringen sie so viel Hass und Gewalt hervor. Wie beeinflussen die sozialen Netzwerke junge Frauen heutzutage?
SM: Ich hatte die Möglichkeit, mit unzähligen tollen Leute, die mich inspirieren und unterstützen, zu kommunizieren. Es gibt so viele Möglichkeiten und so viele Plattformen, die Positives teilen. Ich glaube, dass der Hass in sozialen Netzwerken von Leuten kommt, die Aufmerksamkeit brauchen; Leute, die sich in ihrer eigenen Haut nicht wohlfühlen und stattdessen andere runtermachen müssen, anstatt diese Energie für positive Dinge in ihrem Leben zu nutzen. Meiner Meinung nach wurde Social Media zu einem Ort, an dem sich junge Frauen gegenseitig unterstützen und offen sprechen können. Immer mehr bekannte Leute sprechen über Feminismus und viele stellen traditionelle Schönheitsideale auf den sozialen Plattformen infrage. Im Vergleich zu früher geht es bei Social Media immer mehr darum, Kreativität mit anderen zu teilen und sich gegenseitig zu motivieren, als darum, Hass zu streuen.

Was würdest du zu jungen Leuten sagen, die etwas Ähnliches durchmachen?
SM: Baut euch ein gesundes Selbstbewusstsein auf, liebt und unterstützt die Leute in eurem Umfeld und werdet euch darüber bewusst, was ihr über euch selbst denkt und nicht, was die Anderen über euch denken. 

Erin, du hast mit de Künstlerin Ally Marzella, Fotografin Petra Collins und jetzt Me and You zusammengearbeitet. Was fasziniert dich an dieser Generation?
EM: Alle, die du genannt hast, sind so jung und haben trotzdem einen ungeheuren Einfluss auf die heutige Jugendkultur. Ob es sich dabei um Kunst, Fotografie oder Mode handelt, alle gestalten ihre Karrieren nach ihren eigenen Vorstellungen, und das ist inspirierend! MadeMe wird auch weiterhin eine Marke sein, die für diese Art von jungen Frauen gemacht ist. Wir unterstützen und ermutigen sie auf dieser Reise so gut, wie wir nur können.

@mademe_nyc
@its_meandyou
@salemmitchell

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Credits


Text: Emily Manning
Fotos: Mayan Toledano und Julia Baylis