eine studie will herausgefunden haben, warum wir ab mitte zwanzig immer weniger freunde haben

Und der Grund ist irgendwie eindeutig.

von i-D Staff
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03 Juni 2016, 1:40pm

photography petra collins for me and you

Mit der ständigen Flut an Instagram-Benachrichtigungen und Geburtstagserinnerungen bei Facebook kann man das Gefühl bekommen, dass unsere Freundeskreise immer größer werden. Doch im wahren Leben ist das Gegenteil der Fall. Zumindest, wenn du laut einer neuen Studie älter als 25 bist. Wissenschaftler aus Finnland und Großbritannien haben nun nämlich in ihren Untersuchungen das genaue Alter herausgefunden, mit dem Freundeskreise kleiner werden und wir uns von Menschen in unserem Umfeld entfernen. Der Grund dafür ist natürlich Sex. Männer verlieren nach ihrem 25. Lebensjahr schneller ihre Freunde als Frauen.

Es ist schwer, in Zeiten von Instagram, Snapchat & Facebook die Anzahl von Freunden zu quantifizieren. Für ihre Studie haben die Wissenschaftler die Daten von insgesamt 3,2 Millionen Kunden eines europäischen Mobilfunkanbieters ausgewertet. Von allen Teilnehmern war das Alter und Geschlecht bekannt. Sie fanden heraus, dass 25-Jährige zu den aktivsten Handynutzern gehören. Männer in dem Alter rufen in einem Monat 19 Mal an, Frauen 17,5 Mal. Diese Zahl verringert sich nach dem 25. Lebensjahr und mit 39 rufen Männer nur noch 12 Mal im Monat an, während es bei Frauen immerhin noch 15 Anrufe sind.

„Die umfassendere soziale Interaktion jüngerer Leute kann als Phase der Ansammlung sozialer Kontakte interpretiert werden", erklärt das Team die Ergebnisse. „Personen experimentieren mit einer Vielzahl von ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten (sowohl Freunde als auch Sexualpartner), bevor sie schließlich die Menschen auswählen, die sie für optimal oder am wertvollsten halten." Wieso junge Männer häufiger telefonieren als junge Frauen liegt—laut den Forschern—daran, dass junge Männer wegen Sex häufiger anrufen.

Die Aussagekraft der Studie ist aber begrenzt. Das liegt erstens daran, dass sie 2007 durchgeführt wurde, die Datensätze sind also fast zehn Jahre alt. Und zweitens: Normale Telefonanrufe werden für eine zunehmende Anzahl an Freundschaften immer unbedeutender. Es gibt mittlerweile Online-Kommunikationswege, die genauso intim wie ein Anruf sind. Dann bleibt natürlich die Frage, ob die schiere Anzahl an Anrufen an eine bestimmte Nummer schon als Indikator für eine Freundschaft gelten kann. Nur weil man 15 Mal im Monat den Kundenservice von Vodafone anruft, würde man die Mitarbeiter noch lange nicht als Freunde bezeichnen. Die Ergebnisse der Wissenschaftler decken sich jedoch mit älteren Studien. Eines zeigt sie aber auf jeden Fall: Lieber weniger Freunde haben, dafür aber gute.

Credits


Text: Hannah Ongley
Foto: Petra Collins for Me and You

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