die französischen schauspieltalente von morgen

In Zusammenarbeit mit Kenzo haben wir die spannendsten Schauspieltalente aus unserem Nachbarland Frankreich fotografiert und ihnen gleich ein paar Fragen über ihre Träume und Zukunft gestellt.

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21 März 2016, 2:45pm

Im Februar haben wir euch die deutschsprachigen Schauspieltalente vorgestellt. In Zusammenarbeit mit Kenzo haben wir nun die spannendsten Schauspieltalente aus unserem Nachbarland Frankreich fotografiert. Alle Talente wurden für ihre Leistungen für den französischen Oscar, den César, nominiert. Ende Februar fand die Preisverleihung statt: Die Preise für die besten Newcomer haben Zita Hanrot für ihre Rolle in Fatima und Rod Paradot für seine Rolle in Standing Tall gewonnen. Wir haben ihnen ein paar Fragen zu ihrer Zukunft, ihren Vorbildern und dem französischen Filmgeschäft gestellt.

Quentin Dolmaire, 22, My Golden Days von Arnaud Desplechin

Was bedeutet dir die Nominierung?
Es ist ein bisschen komisch. Auf der einen Seite fühlt es wie ein Erfolg an, andererseits entsteht dadurch das Gefühl, dass ich mich beweisen muss. My Golden Days ist der einzige Film, in dem ich mitgespielt habe. Also gibt es noch eine Menge, das ich als Schauspieler lernen muss.

Was war deine Reaktion, als dich Arnaud Desplechin für die Rolle gecastet hat?
Ich konnte es nicht glauben! Der Castingprozess hat lange gedauert, ungefähr zwei Monate. Ich habe bei McDonald's gearbeitet, um mir den Schauspielunterricht leisten zu können und habe ständig auf mein Handy geschaut.

Hast du dir vor dem Dreh seine anderen Filme angeschaut?
Ja, auch wenn er das nicht wollte. Arnaud wollte nicht, dass wir durch seine anderen Filme beeinflusst werden, durch eine bestimmte Art der Schauspielerei. Ich habe es trotzdem getan.

Was erhoffst du dir für deine Zukunft?
Ich möchte wieder mit Arnaud Desplechin drehen. Und ich möchte Theater spielen. Mein Traum wäre es, in Eines langen Tages Reise in die Nacht mitzuspielen.

Diane Rouxel, 22, nominiert für Standing Tall von Emmanuelle Bercot

Was bedeutet dir die Nominierung?
Eine Würdigung von Leuten, die schöne Dinge tun.

Was ist das Beste daran, Schauspielerin zu sein?
Mich interessiert am meisten die Psyche der Charaktere, die ich verkörpere. Ich versuche, sie immer zu verstehen. In die Gedankenwelt einer anderen Person einzutauchen, ist wirklich toll.

Hast du ein Vorbild?
Isabelle Huppert.

Wenn du deinen Lieblingsfilm aus Frankreich nennen müsstest, welcher wäre das?
Sie küßten und sie schlugen ihn von François Truffaut. In dem Film geht es um so viele wichtige gesellschaftspolitische Themen, über die ich stundenlang sprechen könnte!

Wie denkst du über das aktuelle französische Kino?
Das ist schwer zu beantworten, aber es gibt eine neue Energie. Es gibt eine neue Welle französischer Regisseure, die wunderschöne Filme machen.

Was sind deine Träume für die Zukunft?
Ich möchte in weiteren Filmen mitspielen. Außerdem träume ich davon, mit Quentin Tarantino zu drehen.

Glaubst du, dass es für Mädchen schwieriger ist, im Filmgeschäft Erfolg zu haben, als für Jungs?
Nein. Aber stell mir dieselbe Frage noch mal, wenn ich Falten im Gesicht habe.

Was soll sich auf der Welt ändern?
Mehr Toleranz, weniger Diskriminierung.

Felix Moati, 26, nominiert für All About Them von Jérôme Bonnell

Was sind deine Träume für die Zukunft?
Ich möchte nur in Filmen mitspielen, die ich mir auch selbst anschauen würde. Ich möchte meinen Job und meine Leidenschaft für das Kino nicht trennen wollen müssen.

Was ist das Beste daran, Schauspieler zu sein?
Die Freundschaften, die sich am Set bilden. Und Teil von etwas zu sein, das deine Überzeugungen einer Überprüfung unterzieht.

Was hast du über dich selbst gelernt, seitdem du Schauspieler bist?
Ich habe gelernt, meine feminine Seite zu akzeptieren und auszuleben.

Was bedeutet Weiblichkeit für dich?
Weiblichkeit bedeutet Stärke.

Welcher Film steht für dich exemplarisch für das französische Kino?
Das Leben ist seltsam von Arnaud Desplechin.

Was ist dein größter Traum?
Ich würde gerne mit Francis Ford Coppola eine Flasche Wein trinken.

Und über was würdet ihr dann sprechen?
Frauen, nehme ich an. Ich denke mir, dass er viel über die Liebe weiß, was ich nicht weiß.

Hier geht's zu den deutschsprachigen Schauspieltalenten.

Finnegan Oldfield, 25, nominiert für Cowboys von Thomas Bidegain

Was bedeutet dir diese Nominierung?
Es fühlt sich großartig an. Aber als Schauspieler brauchst du immer mehr. Du musst dich selbst übertreffen, weiter und tiefer gehen.

Was ist das Beste daran, Schauspieler zu sein?
Die Atmosphäre und das Ambiente am Set. Als ich mit zehn mit der Schauspielerei anfing, fühlte sich das Set wie ein Ferienlager an. Auf eine Art und Weise ist dieses Gefühl nie ganz weggegangen. Es fühlt sich immer noch wie ein Ferienlager an. Genauso wie das Adrenalin, was es auslösen kann. Die Wut und der Stress in mir wird dann greifbar.

Woran erinnerst du dich als Schauspieler besonders gerne?
Ich habe so viele tolle Erinnerungen, da fällt es mir schwer, nur eine zu nennen.

Was sind deine Lieblingsfilme?
Ich mag alte Filme wie Truffauts Taschengeld. Außerdem Armee im Schatten und Mein Onkel, der Gangster. Aktuelle Lieblingsfilme kommen von Jacques Audiard.

Hast du durch das Schauspielern viel über dich selbst gelernt?
Mit jedem Tag, an dem ich schauspielere, lerne ich etwas Neues. Das passiert jedes Mal, wenn ich eine neue Rolle spiele.

Lou Roy Lecollinet, 19, nominiert für My Golden Days von Arnaud Desplechin

Wolltest du schon immer Schauspielerin werden?
Überhaupt nicht. Als ich jünger war, wollte ich Sängerin werden. Irgendwie bin ich dann durch Zufall beim Casting für den Film gelandet.

Möchtest du weiter als Schauspielerin arbeiten?
Ich sehe mich nicht für den Rest meines Lebens als Schauspielerin. Aber gerade ist es toll.

Was ist das Beste daran, Schauspielerin zu sein?
Wenn ich schauspielere, dann fühle ich mich wie ich selbst. Auch wenn ich vorgebe, eine andere Person zu sein. Die Charaktere und die Geschichten sind zwar nicht real, aber die Gefühle dafür schon.

Was bedeutet dir die Nominierung?
Viel. Sie gibt mir Hoffnung, ermutigt mich und ich werde wiedererkannt. Es fühlt sich so an, als habe mir die französische Filmbranche gesagt: „Wir lieben dich".

Worin unterscheidet sich eure Schauspielergeneration?
Wir sind aufgeschlossener gegenüber Rollen als frühere Schauspielergenerationen. Wir lieben Blockbuster genauso wir wir Indiependent-Filme lieben.

Welcher Film steht für dich exemplarisch für das französische Kino?
Unmöglich zu beantworten, aber My Golden Days, vielleicht?

Welche Schauspielerinnen inspirieren dich?
Charlotte Gainsbourg, Emmanuelle Devos, Sara Forestier und Scarlett Johansson.

Rod Paradot, 20, nominiert für Standing Tall von Emanuelle Bercot

Was bedeutet dir die Nominierung?
Ich kann es nicht wirklich in Worte fassen. Es ist eine wundervolle Erfahrung. Die Tür wurde geöffnet und ich muss jetzt nur noch durchgehen.

Wie war es, gemeinsam mit Catherine Deneuve vor der Kamera zu stehen?
Wir hatten ein vertrautes Verhältnis. Am ersten Tag der Dreharbeiten habe ich noch gedacht, ‚Wow, ich drehe mit Catherine Deneuve', aber es wurde dann bald alles sehr normal.

Welcher Film steht für dich exemplarisch für das französische Kino?
Neuilly Yo Mama!

Denkst du, dass Filme etwas beim Zuschauer bewirken können?
Ja. Filme öffnen die Augen der Zuschauer.

Mit wem würdest du gerne mal zusammenarbeiten?
Ich würde gerne mit Vincent Cassel oder Francois Cluzet arbeiten.

Was ist im Moment dein Traum?
Ich möchte als Schauspieler arbeiten, bis ich alt bin!

Credits


Text: Tess Lochanski
Fotos: Emanuele Fontanesi
Haare: Yuji Okuda
Make-up: David Lenhardt
Studio: Flesh Studios