vier mal punk auf dem cover: the fashion issue

Wir schreiben das Jahr 2016: In der Modeindustrie gibt es viele offene Fragen, aber gegenwärtig gibt es darauf kaum Antworten. Niemand kann in die Glaskugel schauen, aber es gibt in der Branche ohne Zweifel Stimmen, die nach Veränderungen rufen.

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Feb. 8 2016, 5:00pm

Macht es immer noch Sinn, Kleidung saisonabhängig zu entwerfen? Sollten wir uns Richtung geschlechtsneutraler Mode bewegen? Liegt die Zukunft in „See-now, buy-now, wear-now"? Wie schützen wir die Kreativität unserer Designer, während wir gleichzeitig die kommerziellen Anforderungen der Häuser, für die sie arbeiten, nicht vergessen? Wir schreiben das Jahr 2016: In der Modeindustrie gibt es viele offene Fragen, aber gegenwärtig gibt es darauf kaum Antworten. Das Digitale und Social Media haben die Mode für immer verändert und aus verschiedenen Gründen haben wir alle Probleme damit, uns an die Veränderungen anzupassen. Niemand kann in die Glaskugel schauen, aber es gibt in der Branche ohne Zweifel Stimmen, die nach Veränderungen rufen.

Für unsere neue The Fashion Issue haben wir Designer, Stylisten, Kritiker, Hair- und Make-up-Artists gefragt, wie sie sich die Zukunft der Modebranche vorstellen. Die Antworten werden dich überraschen—von „Den Kalender ändern, damit wir keine Sommerbekleidung mehr im Januar präsentieren müssen" bis hin zu „Zurück zu zwei Kollektionen pro Jahr. Von Clare Waight Keller bei Chloé bis Yohji Yamamoto, von Joe-Casely Hayford bis Rag & Bone, wenn sich alle einig sind, wieso ändert sich dann nichts?

In ihrem aufrüttelnden Manifest an die Modeindustrie ruft Sarah Mower, die legendäre Modekritikerin und Ambassador for Emerging Talent des British Fashion Council, dazu auf, dass es an der Zeit ist, einen Gang herunterzuschalten und in Ruhe darüber nachzudenken, was wichtig ist und was nicht. Wir müssen den Mut finden, bisherige, für unumstößlich gehaltene Regeln in Frage zu stellen und die Modeindustrie so zu verändern, dass ganz neue Richtungen möglich werden. Wie Sarah trefflich formuliert: „Die einzige Art, wie sich [die Industrie] verändern kann, ist durch Leute, durch junge Leute, die von außen dazu stoßen und das Offensichtliche sagen: ‚Das ist Unsinn. Das spricht uns nicht an. Wir wollen etwas Anderes und werden es auch anders machen'."

Zum Glück gibt es in New York, London, Mailand, Paris und Berlin genug junge Talente, die genau das tun wollen! In unserer neuen Ausgabe feiern wir die unabhängigen Köpfe, die ihre eigenen Unternehmen nach ihren eigenen Bedingungen aufbauen: Vom Central Saint Martins' Absolventen Charles Jeffrey, der die monatliche Londoner Partyreihe LOVERBOY ins Leben gerufen hat, um seinen Master bezahlen zu können, über Simone Rocha, Vetements, Matthew Dolan, Erdem bis hin zum neuen heißen Pariser Label Koché. Sie alle sind der Beweis dafür, dass es sich am Ende lohnt, seinem eigenen Kompass zu folgen. Der bekannte Modefotograf Mario Sorrenti hat zusammen mit i-D's Fashion Director Alastair McKimm die New Faces Frederikke Sofie, Sofie Dilone, Ruth Bell und Fernanda Ly für ein Editorial, das i-D's Punk-Wurzeln feiert, in Szene gesetzt.

Außerdem zollen wir Comme des Garçons Tribut. Das Label gehört zu den einflussreichsten Independent-Labels auf der Welt. Wir haben mit Präsident Adrian Joffe (ein echter Punker im Geiste) über seine bahnbrechende Arbeit bei Dover Street Market gesprochen. Hinter jedem großen Star in der Modeindustrie steckt ein hart arbeitender Assistent. Wir haben die jungen Männer und Frauen getroffen, die mit den Branchengrößen arbeiten, um mehr über ihre Ansichten über die Industrie, deren Teil sie werden wollen, zu erfahren.
Wir wissen nicht, wie die Zukunft der Mode aussehen wird, aber wir können sie auf jeden Fall beeinflussen!

Credits


Text: Holly Shackleton
Fotos: Mario Sorrenti
Fashion Director: Alastair McKimm
Frederikke trägt eine Jacke von Louis Vuitton. Vintage-t-shirt und Ohrringe: Stylist's studio.
Dilone trägt eine Jacke und Oberteil von Saint Laurent by Hedi Slimane. T-Shirt und Ohrringe: Stylist's studio. 
Fernanda trägt eine Jacke und Headpiece von Miu Miu. T-Shirt: Stylist's studio. Choker: Model's own.
Ruth trägt eine Jacke und ein Top von Gucci. Ohrringe: Stylist's studio.