Dieser Instagram-Account nimmt die Probleme von Millennials auf den Arm

Anton Gudim ist der russische Künstler hinter einem der lustigsten Internet-Schätze, den wir seit langem in den Weiten des World Wide Webs gefunden haben.

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Nov. 14 2017, 2:06pm

Screenshot von Instagram

Ein Mädchen mit Sonnenbrille, das gekonnt ihre Selfie-Skills zur Schau stellt, während sie in einem brennenden Auto einen Abhang hinunterstürzt, und ein Typ, der durch die Zielgerade sprintet, aber es eigentlich nur aus dem Bett geschafft hat. Das sind nur ein paar wenige Beispiele, die sich auf Anton Gudims Instagram-Account finden lassen und uns die trüben Stunden an einem grauen Tag versüßen. Und wir sind uns sicher, dass es auch dir vermutlich so gehen wird. Spätestens nachdem wir verzweifelt versuchen, bis ans Ende seines Feeds zu scrollen und mehr Bilder zu laden, müssen wir uns eingestehen, dass uns Anton aus unsere Seele spricht.


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Er beschreibt genau die Alltagssituationen, in denen sich jeder von uns schon mal wiedergefunden hat (Wie oft hat sich das verkaterte Aufstehen an einem Sonntagnachmittag schon wie einer der größten Erfolge im Leben angefühlt?). Doch nicht nur das: Anton erklärt uns auch, woher viele der fragwürdigen Modetrends eigentlich herkommen. Jeans im Destroyed-Look sind seiner Meinung nach zum Beispiel die Folgen eines kurzen, aber durchaus heftigen Wutausbruchs – einen, den wir auch dann bekommen, wenn unsere beste Freundin mal wieder von einer ihrer Tinder-Ghosting-Erfahrungen erzählt. Eines der vielen Probleme, mit denen sich Millennials heutzutage herumschlagen müssen. Der Illustrator selbst bringt es so auf den Punkt: "Das Erwachsenenleben ist eine Reihe von langen Tagen, Wegen und Begebenheiten, die einander sehr ähneln und zum Teil gleich ablaufen, deswegen versuche ich, die ungewöhnlicheren Bedeutungen hinter der Dingen zu suchen."

Aber nicht nur das, Anton macht auch keinen Halt vor der Selfie-Kultur. "Ich fühle mich zu einem gewissen Grad an allem beteiligt, was um mich herum passiert", verrät er uns auf die Frage, was all diese Dinge so interessant für ihn machen. Inspiriert wird der russische Künstler dabei von allem: "Ich schaue mich gerne um und beobachte Menschen auf Social Media." Dabei fallen dem Künstler bestimmte Muster auf, die ihn nicht nur extrem belustigen, sondern auch für unsere Generation Y stehen: Alles muss um jeden Preis fotografiert werden – am besten mit dem eigenen, grinsenden Gesicht im Vordergrund, egal in welcher gefährlichen Situation man sich befindet. Aber auch unseren täglichen Begleiter – das Handy – auf den Weg zum Supermarkt zu vergessen, kann schonmal einem kurzen Weltuntergang gleichen.

Dass Anton mit seinen Arbeiten versucht, die eigene Langeweile und Gleichgültigkeit auf kreative Weise zu bekämpfen, könnte dabei wohl als bestes Millennial-Klischee gelten – auch wenn er sich laut eigenen Angaben in seinen Zeichnungen nicht wiedererkennt, sondern mit Absicht versucht, "nur ein einfacher Beobachter von vielen" zu sein.

Trotzdem steckt in den Illustrationen oft mehr als nur ein Funken Wahrheit: "Manchmal versuche ich etwas Ernstes oder wirklich Wichtiges zu vermitteln, manchmal bringe ich aber auch einfach gerne Leute zum Lachen." Und das gelingt dem russischen Künstler wirklich gut.

@gudim_public