Foto: Collage von i-D UK

Wie du am besten lernst, dich so zu akzeptieren, wie du bist

Die neue Ausstellung von Curated By GIRLS in Berlin dreht sich rund um die Themen Body Positivity und Selbstakzeptanz. Wir geben dir einen kleinen Vorgeschmack auf das, was dich erwartet.

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Mai 3 2018, 9:44am

Foto: Collage von i-D UK

Wir leben in einer Welt, die nach Erfolg und Perfektion strebt. Dank der sozialen Medien stehen wir unter dem ständigen Druck, die beste Variante unseres Selbst zu sein. Aber wohin bringt das diejenigen von uns, die nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen? Was braucht es, um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden? Aber noch viel wichtiger: Wie lernen wir, uns selbst so zu akzeptieren, wie wir nun mal sind? Diesen Fragen geht das Künstlerkollektiv Curated By GIRLS mit seiner neuen Ausstellung Come As You Are auf den Grund. Gezeigt werden 23 Arbeiten von Künstlerinnen, die sich mit dem Thema Body Positivity auseinandersetzen.


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Come As You wurde von der großartigen Dokumentation Embrace inspiriert, in der die australische Journalistin und Gründerin von Body Image Movement, Taryn Brumfitt, auf höchst emotionale Weise zeigt, wie wir unseren Körper lieben lernen.

"Body Positivity geht jeden von uns etwas an", sagt Kuratorin Laetitia Duveau. "Uns wird von klein auf beigebracht, dass wir miteinander in Konkurrenz stehen. Wenn du nicht kämpfen kannst, wirst du zurückgelassen. Und genau hier beginnt die Abwärtsspirale, die dich denken lässt, du seist nicht gut genug. Dieser Herausforderung wollte ich mich stellen und habe mich für eine Ausstellung entschieden, die Künstlerinnen eine Plattform gibt, ihre Geschichten rund um die Probleme mit ihrer eigenen Körperwahrnehmung zu erzählen. Das Ziel war es, eine Vielfalt an Frauen zu vertreten und diesen einen Safe Space zu geben. Jeder von uns hat sich schon mal wertlos gefühlt, aber dafür ist das Leben viel zu kurz."

Wir zeigen dir eine Auswahl der Arbeiten und geben dir einen Einblick in die sehr persönlichen Geschichten der Künstlerinnen.

"In Girls with Curves geht es um die Frauen jenseits der von der Gesellschaft definierten Vorstellung von Schönheit. Die Frauen, die ihre Erfahrungen auf ihrem Körper tragen." – Camila Fontenele, Brasilien

"Meine Oma hat mich immer gefragt, warum sie so alt ist und mir erzählt, wie sehr sie sich wünscht, jünger zu sein. Das hat mich an diese ganzen jungen Mädchen erinnert, die sich immer wieder selbst sagen, dass sie dünner und schöner aussehen müssen. Dabei sind die grauen Haare und Falten meiner Oma in meinen Augen etwas unglaublich Schönes." – Yukari Shinomiya, Tokio

"Wir leben in einer Welt, die von unserer Online-Persönlichkeit bestimmt wird. Diese digitale Version von uns strebt nach Perfektion und bringt einen dazu, sich mit einer falschen Realität zu messen. Es gibt immer eine neue Erwartung, die wir erfüllen müssen, bevor wir wieder unzufrieden werden oder uns einem neuen Makel widmen – und so beginnt der zerstörerische Kreislauf unserer selbstzerstörerischen Gedanken aufs Neue." – Sarah Wu, Amerika

"In einer Serie aus Interviews und Porträtaufnahmen erzählen Frauen über Gender, Mutterschaft, Missbrauch, seelische Gesundheit, Abtreibung, Vergewaltigung, Menstruation, Körperbehaarung und vieles mehr. Durch diese persönlichen Geschichten zeigen sie, wer sie wirklich sind und lassen uns an ihrer Reise in ihr Innerstes teilhaben." – The Womanhood Project, Montreal

"Mich als Frau selbst zu lieben, war Teil der Reise, meine Queerness zu akzeptieren. Wie reiße ich mich von den überholten Vorstellungen von Weiblichkeit los, während ich die Dinge an mir wertschätze, die mich gerade anders machen?" – Ashanti Maluleke, Südafrika

"Frauen werden in vielerlei Hinsicht auf objektifizierende Art dargestellt. In meiner Arbeit setze ich mich mit dem generischen Körperbild und der Objektifizierung weiblicher Körper in der Fotografie auseinander. Diese Nacktaufnahmen drücken Persönlichkeit und Stärke aus." – Camilla Storgaard, Berlin

"Wet ist eine Porträtserie, die sich mit den modernen Ideen von Feminismus beschäftigt. Die Teilnehmer des Projekts sollten beschreiben, was Feminismus für sie bedeutet. Indem der Ausdruck Feminismus mit der Metapher Wasser ersetzt wurde, wird die grundlegende Notwendigkeit von Feminismus dargestellt." – Greta Maria Ásgeirsdóttir, Schweden

"In Iman Assabers Porträts von mir habe ich mich stark, verführerisch und ein bisschen wild gefühlt. Zum ersten Mal habe ich mich in meiner nackten Haut wohlgefühlt. Als mir Iman die Fotos später gezeigt hat, konnte selbst ich die Schönheit darin sehen." – Federica, Marokko/Italien

"Ich mag es, die Vielfältigkeit von Körpern und Schönheit zu zeigen. Besonders Körper, die man nicht unbedingt jeden Tag in den Medien sieht. Dieses Porträt ist von Aaron, einem jungen Trans-Femme-Model of Color mit einer Behinderung, das für mehr Vielfalt in der Modeindustrie kämpft." – Marie Charlotte Nouza, Frankreich

"An persönlichen Projekten zu arbeiten, hat mir geholfen, mich wohler in meiner Haut zu fühlen. Ich dachte immer, dass mein Körper nicht normal sei. Das ging soweit, dass ich mich vor meiner eigenen Körperbehaarung geekelt habe. Auch wenn die Gesellschaft in dieser Hinsicht nicht gerade verständnisvoll ist, habe ich das Gefühl, dass in den letzten Jahren eine Body-Positivity-Bewegung aufgekommen ist, die mir gezeigt hat, dass ich nicht die einzige Frau mit Körperbehaarung bin. Niemand sollte sich schlecht fühlen, weil er nicht der Norm entspricht." – Pia Henkel, Deutschland

"Come As You" kannst du dir heute im St. Georg in Berlin anschauen. Alle Informationen dazu findest du hier.

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.