"Young and Promising" ist dein neuer Bingewatch

Wenn du "Skam" und "GIRLS" liebst, dann ist die norwegische Serie genau das Richtige für dich.

|
Aug. 28 2017, 10:30am

Dieser Artikel erschien zuerst auf i-D UK.

Elise, Alex und Nenne haben ihre Schwierigkeiten damit, ihren eigenen Erwartungen und denen der Umwelt gerecht zu werden. Die drei Freundinnen leben in Oslo und wollen eigentlich Karriere machen, aber die Dinge entwickeln sich natürlich nicht so, wie sie es sich wünschen. Elsie versagt bei einem Visa-Interview für die USA. Alex vermasselt ihr Vorsprechen für die Schauspielschule und Nenne schafft mit ihrem Roman nicht den erhofften Durchbruch. Als sie dann aber doch einen Verlag findet, der ihn veröffentlichen will, wird sie dafür gelobt, dass sie etwas darüber zu sagen hat, was es heutzutage bedeutet, eine junge Frau zu sein. "Das ist so, als ob man sagt, dass es bei Moby Dick um einen Wal geht", antwortet sie und stürmt aus dem Büro.

Die skandinavische Serie über junge Frauen unter 30, die denken, sie hätten alles verstanden, dabei aber gar nichts verstanden haben, ist keine Kopie des amerikanischen Pendants GIRLS. Zwar erinnert einen das Setting in Oslo mit seinen weichen Filtern und den vielen Fjallraven-Rucksäcken an Hannahs Brooklyn, aber genauso wie die Hitserie Skam kein Abklatsch von Skins war, so hat Young and Promising eine ganz eigene Sprache und bedient sich den heimatlichen Dramen aus Skandinavien.


Auch auf i-D: Wir haben uns mit dem dänischen Model Josephine Skriver unterhalten


Die Idee stammt von Siri Seljeseth, die selbst als Elisie in der Serie zu sehen ist – die Stand-up-Comedian mit dem Visa-Problem und einem Ex-Freund, mit dem es noch nicht so wirklich vorbei ist. Young and Promising soll zeigen, dass das Leben in Skandinavien seine eigenen, ganz besonderen Herausforderungen mit sich bringt. "Ich dachte mir einfach, dass es hier keine Fernsehserie über das Leben als junger Mensch gibt und über die Erkenntnis, dass das Leben nicht so ist, wie man es sich erwartet", sagte sie dem Guardian. "Dank neuen Tests an allen norwegischen Schulen lastet auf den jungen Leuten ein enormer Druck, besonders zu sein". Deswegen wurden sie auch "Generation Perfekt" getauft.

Wie bei Skam gibt es auch bei Young and Promising reichlich nordische Coolness. In der ersten Folge wird auf brillante Weise gezeigt, dass angebliche Kreativität nicht gleich Kreativität ist: Ein junger Hipster trägt sein schreckliches Gedicht vor ("Sperma läuft am Glas herunter") während Elisa eine der intensiven Diskussionen mit ihrem On-and-off-Boyfriend hat.

Am spannendsten ist Elisies Beziehung zu ihrem Vater, die beim spannenden Finale der ersten Staffel ihren Höhepunkt erreicht. Als Elise aus Los Angeles zurückkommt, erfährt sie,dass ihr Vater erneut Vater wird, allerdings mit einer anderen Frau. Ein mit Emotionen aufgeladener Moment, der Risse in dem ach so perfekt durchdesignten, skandinavischen Leben offenbart. Mehr wollen wir an dieser Stelle aber nicht verraten.

Young and Promising ist auf Funk verfügbar.