Die Geburt der Venus Boys

Tomi Lund aka Camp Dad weiht uns ein in die Geheimnisse des Berliner Drag-Kollektivs, das mit den Vorstellungen von 'Männlichkeit' bricht.

von Tomi Lund
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20 Dezember 2019, 10:09am

Fotos: Oliver Baldwin

Eine große Gruppe Menschen drängt sich in einem kleinen Raum. Ihre Schultern reiben aneinander, während sich ihre Aufmerksamkeit langsam Richtung Bühne verschiebt. Die Gruppe bewegt sich, als wäre jede einzelne Person miteinander verschmolzen – zu einem Körper, einem Blick. Sie sammeln ihre gesamte Energie und schicken sie der Person, die dort oben auf der Bühne steht. Sie hören zu, was sie zu sagen hat. Verfolgen gespannt, was sie als nächstes macht. Es wirkt wie ein historisches Ritual. Der Mensch dort oben hat seine Brüste mit Tape unter seinen Achselhöhlen befestigt und Haare auf seine Oberlippe geklebt. Man könnte denken, dass hier eine Person steht, die so tut, als wäre sie ein Mann. Doch es steckt viel mehr dahinter. Es ist eine Verwandlung – so wie Wasser zu Wein. Dort. Steht. Ein. Mann.

Ich wurde mit dem verantwortungsvollen Auftrag betraut, die Geheimnisse der Venus Boys zu sammeln. Unsere Geschichte durch das vergängliche Medium der geschriebenen Sprache einzufangen. Dabei ist es eigentlich unmöglich, allein durch das Schreiben zu definieren, worum es bei Venus Boys geht. Unsere Show ist eine Welt, in der Moment zu Fantasie wird. Was echt ist, das bestimmt allein die Person auf der Bühne. Eine Welt, in der Gegebenheiten und Regeln verdreht werden können. Wir bedienen uns der ganzen Bandbreite performativer Männlichkeit. Venus Boys ist ein Kollektiv aus Drag-Künstler_innen. Ein Kollektiv, das aus einer monatlichen Show entstanden ist, die im Silver Future stattfindet – die Bar des Vertrauens aller queeren Berliner_innen.

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Foto: Oliver Baldwin

Unsere Show ist ein Spielplatz für maskulinen Drag. Hier experimentieren die Künstler_innen mit gesellschaftlichen Codes, durch die sich Männlichkeit als kulturelles Phänomen entlarvt. Man könnte wohl behaupten, es sei eine Drag King Show. Ich würde aber behaupten, dass diese Bezeichnung nicht die volle Tragweite der Performances erfasst. Manchmal parodieren wir Männlichkeit, manchmal brechen wir mit den starren Grenzen dessen, was als 'maskulin' angesehen wird. Und manchmal erschaffen wir etwas komplett Neues. Wir zerstören Männlichkeit und setzen sie wieder zusammen – hallo Gender Euphorie!

Unser Name ist übrigens eine Anlehnung an den Dokumentarfilm Venus Boyz von Gabrielle Baur aus dem Jahr 2002. Der Film gibt wertvolle Einblicke in die Welt der Drag Kings aus New York, London und Berlin. Du lauschst gespannt, wenn sie außerhalb von Drag die Beziehung zu ihrer Arbeit und ihre Genderidentität artikulieren. Du verstehst den Zusammenhang zwischen ihrer Kunst, Performativität, Macht und dem Patriarchat. Ich habe ihre politische Relevanz erkannt. Als ich den Film geschaut habe, wurde mir klar: "Ich liebe Drag Kings, ich bin ein Drag King." Also wollte ich selbst eine Bühne schaffen.

Wie ein Vater den Namen an seinen Sohn vererbt, nannte ich das Kollektiv Venus Boys. Es ist ein Raum für Drag-Künstler_innen, die Männlichkeit in ihrer Kunst repräsentieren, herausfordern und untergraben. Bei Venus Boys stellen wir Männlichkeit zur Schau – und machen ihr gleichzeitig den Prozess. Zusammen können wir lernen. Wir beleuchten nicht nur den Ist-Zustand unserer Gesellschaft, sondern auch das, was war und sein könnte. Die Venus Boys-Performer_innen sind weiblich, femme, trans, und/oder nicht-binär. Obwohl ich sagen würde, dass alle Menschen von den negativen Auswirkungen des Patriarchats betroffen sind, spüren diese Personen die strukturellen Unterdrückungstaktiken einer von heteronormativen Männern dominierten Gesellschaft noch stärker. Wir kritisieren, erforschen, entdecken.

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Foto: Oliver Baldwin

Männlichkeit zu analysieren, bedeutet verschiedene Männlichkeiten zu entdecken. Männlichkeit definiert sich durch und innerhalb von Kultur. Es ist ein Begriff, der 'butch Dykes' und 'sissy Fags' gleichermaßen beschreiben kann. Trotz all der vermeintlich widersprüchlichen Interpretationen wird von vielen Leuten der Glaube an eine universelle Männlichkeit aufrechterhalten. Vielleicht ist dieser Glaube inspiriert von dem Mythos über den alten, weißen Mann, der auf einer Wolke unantastbar über allem schwebt. Diese Männlichkeit wird vom Patriarchat kontrolliert. Sie steht nur Menschen zu, die mit einem Penis geboren werden, wird eingeschränkt und auf Linie gebracht. So wie ich das sehe, ist diese Geschichte über Männlichkeit kalt und gefühllos. Sie ist cis, heterosexuell, eurozentrisch und weiß. Die Venus Boys sind der lebende Beweis dafür, dass diese Geschichte nicht die Wahrheit ist. Beweis dafür, dass alle Menschen, alle Körper den Ort der Männlichkeit betreten können.

Drag ist nicht einfach Verkleidung. Es ist Sein, es ist Tun, es ist Werden, es ist Verkörperung von Fantasie oder Realität. Beim Drag erschafft man Kunst. So wie ein Bildhauer Ton als Medium nutzt, bedienen wir uns performativer, gegenderter Gesten. Drag Queens stellen performative Gesten dar, die Weiblichkeit implizieren. Drag Kings implizieren Maskulinität. Und es gibt viele Formen von Drag, die die Binarität von weiblich und männlich komplett hinter sich lassen. Wichtig ist außerdem: Drag Queens und Drag Kings haben verschiedene Geschichten. Es gibt einen Unterschied, ob du dich als Frau oder Mann präsentierst. Trotz ihrer Unterschiede passiert es oft, dass Drag Kings nicht dieselbe Aufmerksamkeit bekommen wie die Queens. Es ist ironisch, dass dieses Ausradieren von Männlichkeit eigentlich ein Ausdruck von Misogynie ist. Eine Bühne, auf der überwiegend cis-männliche Performer Weiblichkeit darstellen. Das zeigt, dass cis-Männer die Autorität haben, über Geschlecht zu reden. Komisch, dass ich an ein ganz bestimmtes TV-Format denken muss.

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Foto: Oliver Baldwin

Wegen des kommerziellen Erfolgs von RuPaul's Drag Race sind immer mehr Leute mit Drag vertraut. Aber noch nie gab es einen Drag King in der Show. Noch nie gab es eine_n AFAB-Performer_in (AFAB steht für 'assigned female at birth', bei Geburt weiblich zugewiesen). Noch nie gab es eine lesbische Kandidatin. Jede trans-feminine Kandidatin versteckte ihre wahre Identität aus Angst, rausgeschmissen zu werden. Google mal Gia Gunn und Peppermint. Der Mangel an Diversität ist abscheulich. Vielleicht ist ihre Ausrede, dass Schwule eh schon zu viel sind für ein heteronormatives Publikum. Zu viel?! Es ist nicht genug. Es ist jämmerlich.

Drag Kings standen schon immer im engen Zusammenhang mit lesbischen und trans-maskulinen Kulturen. Die Tatsache, dass Drag Kings von den Mainstream-Medien ignoriert werden, ist ein klares Beispiel, dass lesbische und AFAB-Stimmen innerhalb der queeren Kultur nicht ausreichend repräsentiert werden. Kürzlich nahm die Kandidatin Landon Cider, die sich selbst als lesbisch definiert, bei Dragula teil und – Spoiler – hat die dritte Staffel gewonnen. Ein King hat gewonnen und das um Längen. Wenn sich RuPaul's Drag Race (Landon Cider hat sich übrigens mehrmals beworben) weiterhin weigert, Drag Kings zuzulassen, dann haben wir ein ernstes Problem. Der Grund dafür kann nämlich nur Sexismus sein.

Diskriminierung innerhalb der Drag-Welt finden wir nicht nur bei Drag Race. Ein Großteil der Drag-Szene besteht hauptsächlich aus cis-Männern, die Frauen darstellen. Das macht es Performer_innen, die keine cis-Männer sind, schwer sich in diesen Räumen zu etablieren. Falls es ihnen trotzdem gelingt, sind diese Räume oft gekennzeichnet durch Sexismus und Transfeindlichkeit. Dieser Mangel an Repräsentation und an Diversität im Allgemeinen waren die treibenden Kräfte hinter Venus Boys. Unser Kollektiv schöpft aus einer Reihe vielseitiger Erfahrungen. Niemand von uns könnte jemals behaupten, für andere zu sprechen. Aber wir können versprechen, dass wir einander zuhören, einander unterstützen.

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Foto: Oliver Baldwin

Bei dieser Show geht es darum, füreinander zu performen. Vor jeder Show essen wir zusammen, schminken uns und fahren dann als Gruppe zum Veranstaltungsort, als Gang, unaufhaltbar. Das ist der Kern von Venus Boys – ein paar queere Menschen, die ihre Gefühle, Gedanken und Leidenschaft miteinander teilen. Diese Vertrautheit wird zunehmend wichtiger, denn die sozialen Medien machen die Kommunikation in unserer Gesellschaft immer anonymer. Trotzdem ist es schwer, zu sagen, welche Veränderungen tatsächlich auf Drag Race zurückzuführen sind und welche das Internet hervorgerufen hat. Der weit verbreitete Gebrauch von sozialen Medien hat deutlich verändert, worum es bei Drag geht, wofür es existiert. Der Bildschirm hat die Bühne abgelöst. Das Make-Up, das nach ein paar Stunden im Waschbecken verschwindet, für die Ewigkeit konserviert in einem Bild. Leider geht bei dieser Entwicklung etwas Wichtiges verloren. Eine Show ist eine Welt. Diese Welt entsteht erst aus und mit dem Raum, in dem die Performance stattfindet. Es geht um die Energie darin. Auf einem Bild oder in einem Video bleibt nur ein Schatten davon übrig.

Anfangs habe ich gesagt, dass es unmöglich ist, allein durch das geschriebene Worte zu verstehen, worum es bei Venus Boys geht. Dasselbe gilt für Bilder. Man versteht Drag nicht durch Drag Race. Man versteht Drag, indem man eine Drag Show besucht. Vielleicht hast du durch diese Worte einen Einblick in unser Kollektiv bekommen. Um es jedoch voll und ganz zu begreifen, musst du eine Show besuchen. Irgendeine Drag King Show. Oder performe selbst in Drag. Spiele mit Make-up und deinem Gang und betrachte die Verwandlung im Spiegel. Erlebe die Metamorphose, inszeniere deine Sehnsüchte. Nur dann erfährst du das volle Ausmaß dieser Magie.

@camp.dad
@venusb0ys

Credits


Fotos: Oliver Baldwin

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Foto: Oliver Baldwin

And for our English speaking friends:

A large group of people gather together in a smallish room. Some of them are strangers, many are friends. They rub shoulders and focus their attention in the direction of the stage. The whole group, moving as one, consider the perspective of an individual. They channel their energy towards this person and listen to what they have to say. It is an ancient ritual. The individual has taped his tits under his armpits and attached offcuts of hair to his upper lip with eyelash glue. Another ancient ritual. The naïve spectator might think that this person is pretending to be a man. Yet it is more than that. It is transfiguration, like water to wine, there is no pretending, there is a man on stage.

It is impossible to recognise what Venus Boys is about through writing because language cannot hold the subtleties of performativity in its words. A show is a world in which the present moment is suspended into fantasy. Reality is manifest in the show. What is real is a product of the performance. One can imagine worlds in which definitions are different, rules are perverted, it is a story of your own creation. I have been charged with the task of collecting the secrets of the Venus Boys, and I will present them to you here, through the fading format of the written word, so that you may catch a glimpse of what is currently blossoming in Berlin.

Venus Boys is a collective of Berlin-based drag performers who paint from the palette of performative masculinity. The group grew from a monthly show of the same name which takes place at Silver Future, every Berliner’s local queer bar. The show is a playground for masculine drag. A space in which the performers toy with the gestures through which masculinity becomes apparent as a cultural phenomenon. In some ways it can be viewed as a Drag King show, although I would argue that this label does not account for the full scope of gender expressions which are disclosed on the first Monday of the month in that little queer bar. Sometimes a straight up parody of masculinity, other times something which ruptures 'the masculine' and interrogates it. Other times it is something post-gender altogether, or a brand-new gendered imagining. Masculinity is demolished and put back together again, the construction of your gender euphoria.

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Foto: Oliver Baldwin

The name of the collective comes from the 2002 documentary 'Venus Boyz' by Gabrielle Baur. This film follows Drag Kings in New York, London, and Berlin, and gives invaluable insight into the nature of the Drag King. Watching this film you learn the reasons that Drag Kings produce their work. You listen to them articulate the relationship between their work and their gender expression out of drag. You understand what this means in relation to performativity, to power, to patriarchy. Watching this I realised that I love Drag Kings and recognised how important they are politically. It was after watching this film that I knew for certain that I am a Drag King. I was inspired to make a stage. Like a father's name is passed to his son, the stage was named Venus Boys.

Venus Boys is a space for drag performers who represent, challenge and subvert masculinity in their work. It is about what it means to perform masculinity, what it means to seize the power that can come from this. To represent is to bring back. At Venus Boys we put masculinity on display, on trial. Together we learn. We consider not only what is, but what has been, and what could be. The Venus Boys cast consists of performers who are women, femme, trans, and/or non-binary. This makes sense. While I would argue that everybody experiences the negative impacts of patriarchy, these people are more directly impacted by the structural oppressions of a society dominated by heteronormative men. There is more at stake- more reason to critique, to explore, to discover. So, once a month we gather and we learn what six different women, femmes, trans, and/or non-binary, performers have to say about masculinity.

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Foto: Oliver Baldwin

To observe masculinity is to witness multiple masculinities. Not only is the phenomenon historically relative but gender is only one of the axes through which we configure our identities. Masculinity is defined in and through culture, its specific meaning is dependent on age, its character is formed through sexuality. It is a term which can describe the butch dyke and the sissy fag. Yet within our world, many people perpetuate a belief in a universal masculinity. Perhaps it is inspired by the story of an old white man on a cloud. Patriarchy polices ‘the masculine.’ It is the domain of only those born with a penis, it brings them into line and delimits their experience. In my experience, this story about masculinity is cold and unfeeling. It is cis, heterosexual, Eurocentric, and white. The Venus Boys are active proof that this story is not gospel. Proof that any-body can access ‘the masculine’. It is a lens through which one can understand the fluidity that exists within the performative expression of identity. By performing masculinity the Venus Boys define what masculinity is- a reflection but also a production. A feedback loop which is definitive of drag.

Drag is all about being and doing. It is dressing up, but it is also about embodying, it is becoming. Drag is art-making in which one uses the performative gestures that make up gendered being as a medium, in the same way a sculptor uses clay. Drag Queens are people who use the performative gestures which imply femininity, Drag Kings imply masculinity. There are also many forms of drag which lie outside of and beyond this binary. Drag Queens and Drag Kings have very different histories. There is a meaningful difference between dressing up as a woman and dressing up as a man. This contrast becomes clearer when we consider that often drag performers enact genders through their drag which do not comply to the gender they were assigned by systematic heteronormativity. Despite their differences it is often the case that Drag Kings are forced into the shadow of Queens. Promoters will refer to all their performers as Drag Queens. We are lucky to get a bracketed (and Kings). It is ironic that this erasure of masculinity is in fact an expression of misogyny. A drag stage which hosts predominantly cis male performers that enact femininity implies that cis men have the authority when it comes to talking about gender. I am reminded of a certain television programme.

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Foto: Oliver Baldwin

Because of the commercial success of Ru Paul’s Drag Race more people are familiar with drag as a cultural phenomenon. There has never been a Drag King on that show. There has never been an AFAB (assigned female at birth) performer on that show. There has never been a lesbian contestant. Any time a trans-feminine performer has gone onto Drag Race they have hidden their transness from the producers for fear of exclusion, read up on Gia Gunn and Peppermint. One could expect outrage; the lack of diversity is sickening. Perhaps the excuse is that the exposure of the gays might already be too much for heteronormative audiences. Too much?! It is not enough. It is despicable.

Drag Kings have always been closely associated with lesbian and trans-masculine cultures. The fact that Drag Kings have been excluded from mainstream media platforms is an explicit example of the erasure of lesbian and AFAB voices within representations of queer culture. Recently a self-identified lesbian went onto a reality drag competition for the first time. Spoiler alert! Landon Cider won Dragula Season 3. Not only did a King win but he was head and shoulders above the competition. He has proven what Kings are capable of. We seem to be at a critical time within LGBT media. If Ru Paul’s Drag Race (a show to which Landon Cider had applied multiple times) continues to refuse to represent Drag Kings, there is a serious problem. The only reason for this is explicit sexism.

Discrimination in drag is not exclusive to Drag Race. Most Drag scenes consist predominantly of cis men who dress up as women. This can make it more difficult for performers who are not cis men to carve a space within the world of drag. If they do, this space can often be polluted by everyday sexism and transphobia. This lack of Drag King representation, and this lack of diversity more generally, was a real driving force behind the creation of Venus Boys. It is a collective which speaks from a variety of experiences. None of us could ever claim to speak for the others, but we can promise to listen to each other, to celebrate each other. For we get to bear witness to the stories that mainstream media is barely beginning to interpret. We get to share our ideas with each other. We get a front row seat to the best drag show in town. Literally- we get a front row seat. At the front of the standing audience is a row of seats reserved for the performers.

The show is about performing to each other. It is perhaps an odd way for a group of friends to communicate, but it is our way nonetheless. We eat together before a show, do our makeup, and then travel to the venue as a group, as a gang, unstoppable. This is the essence of Venus Boys- it is a bunch of queer minded people expressing their feelings, thoughts, and passions to one another. This familiarity becomes increasingly important as methods of communication become less and less intimate due to the ubiquity of social media and other online platforms.

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Foto: Oliver Baldwin

Indeed, it is difficult to determine which of the changes that have happened in drag within the last ten years are because of Drag Race and which are because of the Internet. The large-scale use of social media platforms has indelibly altered what drag is about and for. The stage is replaced by the screen. A transition from modern to postmodern. Ephemeral performativities are held captive by the lens of a camera. The makeup which was washed into the sink after a couple of hours has been preserved, like taxidermy, within an image. One image in a sandstorm of data sharing. Unfortunately something fundamental is lost in this transition. A show is a world. The world is formed through the space. It is about the energy in the room. Only a shadow of this remains in an image or a video.

I mentioned at the start of this piece of writing that it would be impossible to recognise what Venus Boys is about through words, the same is true for an image. You do not understand drag through watching Drag Race. You understand drag by going to a drag show. While you may have had a taste of our collective throughout these words, for the full effect you must come to a show. Go to any Drag King show. Perform in Drag yourself! Play around with some makeup, change your walk and look at it in the mirror. Experience the metamorphosis, live every single gesture, enact your desires. Only then can you recognise the full extent of this magic.

@camp.dad
@venusb0ys

Credits


Photography: Oliver Baldwin

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Foto: Oliver Baldwin
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