die autumn/winter 15 shows waren ein sammelsurium an referenzen zur kunst

Von Chanels expressionistischem Café über Vivienne Westwoods Picasso bis zur Venus von Milo von Jacquemus, so hast du Autumn / Winter 15 noch nicht gesehen.

von i-D Team
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17 März 2015, 8:55am

Bildnis der Journalistin Sylvia von Harden, Otto Dix
1926 entdeckte Otto Dix die Journalistin und Lyrikerin Sylvia von Harden auf der Straße und ran zu ihr. „Ich muss Sie malen! Ich muss es einfach!", schrie er. „Sie repräsentieren die gesamte Epoche … Eine Epoche, die sich nicht um die äußere Schönheit der Frau kümmert, sondern eher um ihre Psyche." Mit raspelkurzem Haar, jungenhafter Figur und einem roten Plaid-Kleid ist Binx die Sylvia von Harden von heute und König Karl weiß das.

Ballettprobe, Edgar Degas
Degas' Ballettserie Anfang der 1870er hielt die jugendliche Eleganz der Mädchen beim Ballettunterricht fest. Unter den Mädchen und zwei wirklich gutaussehenden männlichen Models war es Valentinos eigene Primaballerina, die unsere Herzen erobert hat. Ihre Unschuldigkeit ließ alle schlucken, als die den Laufsteg in ihrem mehrschichtigen Kleid entlang schwebte.

Die große Welle vor Kanagawa, Hokusai
Die handbemalte Jeans von Faustine Steinmetz stehen für den aktuellen Trend von kräftigen Texturen und erinnern uns sehr an die Arbeit des japanischen Künstlers Hokusai. Der Holzschnitt von 1831 zeigt die aufgewühlte See vor dem Fuji, dem höchsten Berg Japans. Das Meer ist in wundervollen Blau- und Weißtönen festgehalten. 

Porträt von Dora Maar, Pabo Picasso
Picasso war eindeutig die Inspiration für das Make-up für Vivienne Westwoods Geschlechter vertauschende AW15-Show. Mit abstrakten Linien auf den Gesichtern der Models und übertrieben geschminkten Augenbrauen würde Viviennes Unisex-Konzept perfekt umgesetzt. Wieso bemalen wir nicht alle so? 

Die Freiheit führt das Volk, Eugène Delacroix
Eugène Delacroix' Allegorie auf die Freiheit führte Stella McCartneys Armee von strukturierten Silhouetten während der Fashion Week an. Mit ihrem ins Auge springenden, einarmigen Kleid mag sie vielleicht nicht auffällig aussehen, aber sie ist voller Hoffnung und Hoffnung ist ein mächtiges Gefühl. 

Selbstporträt, Egon Schiele
Diese Saison hat sich Christopher Kane offensichtlich ganz auf die menschliche Biologie konzentriert und studierte den Körper mit all seinen verborgenen Vergnügen und Schätzen. Kane und Schiele vereinigen sich auf sexueller und spiritueller Ebene. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich der österreichische Künstler vor Ekstase erregt auf einem der Kane-Designs krümmt.

Sternennacht, Van Gogh
Nach seinem Zusammenbruch, bei dem er sich sein linkes Ohr abtrennte, realisierte Van Gogh, dass er Hilfe brauchte, und wies sich selbst in eine Nervenheilanstalt ein. Diese befand sich in einem ehemaligen Kloster, in dem sich der Maler einen Raum als Studio einrichtete und begann, den Blick aus seinem Fenster zu malen. Das Kleid von Valentino mit Umhang und Stickereien aus goldenen und blauen expressionistischen Sternen wirkt wie eine Abbildung des Nachthimmels, den er gesehen hat. 

Die Venus von Milo, Alexandros von Antiochia
Die nackte Venus waren dir Inspiration für Simon Porte Jacquemus' #freethenipple. Jedoch trugen die Models schwarze Samthosen und nicht die klassischen Sarongs.

Temper Tantrum, Louise Bourgeois
Simone Rocha schrieb ihre Abschlussarbeit an der Kunsthochschule über Louise Bourgeois und ließ sich nun Jahre später in ihrer aktuellen Kollektion von der Künstlerin inspirieren. Rochas Arbeit ist geprägt von Wandteppichen, raffinierter Schneiderkunst und einer gewissen Steifheit, die sich durch die Stücke zieht. Sie steckte Yana Van Ginneken in ein skulpturales blassrosa Kleid mit Federn. Alles sehr Louise Bourgeois.

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Text: Francesca Dunn

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