Fashion

prada bricht wieder einmal alle regeln

Klassisch mit einem Twist, so sagt man doch. Miuccia Pradas neue Obsession sind Anzüge, aber ganz konnte sie sich nicht von ihrer alten Liebe - Kleidern - trennen.

i-D Staff

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Aufgrund eines Todesfalls in ihrer Familie war Miuccia Prada nach ihrer Show nicht wie normalerweise anwesend, sondern ließ ihren Design Director Fabio Zambernardi für sie sprechen, der ganz offensichtlich mit der Situation etwas überfordert war. „Sie liebt es, besessen zu sein", sagt Zambernardi über seine Chefin. „Das war ihr neues Ding: Besessenheit. Besessen von Anzügen. Mrs. Prada wollte zu Anzügen zurückkehren, weil sie das Gefühl hatte, es viel zu selten zu machen." In der Kollektion setzte sie das dann um. Es war ein Freudenfest von Kostümen und hauchdünnen Kleidern, gedacht als Kommentar auf eine Garderobe aus einer anderen Zeit. 

„Es gab viele Anspielungen an eine längst vergangene Zeit, wie die Stickerei oder die Schleier - aber alles sollte modern interpretiert werden. Es ging um die Idee. Die Oberteile und Unterteile wurden kombiniert und Schichtenweise übereinandergelegt", erklärt Zambernardi. „Wie die Anzüge, die, wenn sie transparent sind, nicht echt sind. Sie sind nur eine Fantasie. Eine Idee."  

„Die Stoffe waren maskulin", sagt Zambernardi weiter. „Unglaublich traditionell und auch im klassischen Sinn eingesetzt, aber gemischt mit einem gewissen Humor und Zeitgeist. Der Ausgangspunkt ist klassisches Tailoring, der Rest kann verrückter interpretiert werden."

Credits


Text: Anders Christian Madsen
Fotos: Jason Lloyd Evans