Foto: Dan Domme

5 Ablehnungen, die du in deinen Zwanzigern erfährst

Alle erzählen immer, wie toll die Zeit zwischen 20 und 29 ist? Das ist nur die halbe Wahrheit. Wir verraten dir die andere.

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Juni 6 2018, 11:22am

Foto: Dan Domme

Das hier ist eine Liste des Schreckens. Deiner schlimmsten Albträume: Ein Haufen Ablehnungen, Enttäuschungen und geplatzter Träume. Sie wird dir einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen. Wenn du das Glück hast und bereits über 30 bist, wird die Liste bei dir hingegen ein wohliges Gefühl der Nostalgie erzeugen. Mit dem heutigen Wissen, dass du deine Zwanziger und folgende Situationen erfolgreich überlebt hast. Sorry, aber du bist jetzt erwachsen. So sieht es nun mal aus. Für allen anderen gilt: Keine Angst, wir sind für dich da und begleiten dich durch diese schwierige, aber notwendige Konfrontation deiner Ängste.


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Deine Traum-Uni lehnt deine Bewerbung ab
Das wird vielleicht deine erste richtige Erfahrung im Leben sein, in der du abgelehnt wirst. Und sie ist hart. Ja, du wurdest in der sechsten Klasse ein paar Mal verlassen und jemand hat dir versehentlich eine SMS geschrieben und über deine dicken Arme gelästert, aber lebensverändernde Ablehnungen beginnen erst dann, wenn du nicht mehr zu Hause wohnst und zum Frühstück Schokolade essen kannst, weil es dir keiner verbietet. Du fühlst dich orientierungslos und versuchst dein Bestes, das Abenteuer Leben nun ohne Mama und Papa zu meistern (zum Glück sind die nur einen Anruf weit entfernt, für den Fall der Fälle). Es besteht eine reelle Chance, dass du von drei Unis abgelehnt wirst, bevor dich endlich eine aufnimmt. Ich glaube, ich wurde von fünf abgelehnt. Ich kann mich nicht mal mehr erinnern, weil du irgendwann erkennen wirst, dass es nicht wichtig ist. In deinem Studenten-Leben sind nur drei Dinge wirklich wichtig: Wie oft hast du Sex? Was gibt es zum Abendessen? Und warum funktioniert der Projektor schon wieder nicht?

Die Türsteher lassen dich nicht in den Club
Ungefähr zur gleichen Zeit, in der du von den Universitäten abgelehnt wirst, wirst du wirklich hart feiern. Weil du jung und schön bist. Und wahrscheinlich wirst du auch erste Erfahrungen mit Kokain machen. Seltsame, alte Leute, die deine "Energie" lieben, bieten es dir kostenlos an. Im Laufe eines Jahres wirst du genug Zeit in Clubs verbracht haben, um es mit Prince Harry in seinen besten Party-Jahren aufnehmen zu können. Und um eines gleich klarzustellen: Ja, es macht dich definitiv zu einem guten Menschen, wenn du bei der Toiletten-Frau drei Chupa Chups kaufst. Ja, sie wird sich definitiv daran erinnern. Sie sieht jeden Abend Hunderte Gesichter, aber an deins wird sie sich mit Sicherheit erinnern. Alles ist toll, solange bis du besoffen deine innere Kate Moss am Anfang der Schlange entdeckst. In deinem engen Kunstleder-Rock und Topshop-Top brüllst du dem Türsteher an, dass du die Toilettenfrau auf keinen Fall blöd angemacht hast. Deine Freunde versuchen, dich zum nächsten McDonalds zu zerren. Na, was ist schlimmer? Nicht an deiner Traum-Uni studieren zu können oder das?

Deine Job-Bewerbungen werden ignoriert
Nach deinem Studium und den vielen Wodka-Drinks wird eine Zeit kommen, in der du realisierst, dass du wahrscheinlich aufhören solltest, in diesem süßen, kleinen Café zu arbeiten und dir lieber einen richtigen Job suchst. Du wirst deinen Vater dazu bringen, dir beim Lebenslauf zu helfen. Ihr werdet zusammen diese Tabelle mit all dem sinnlosen, langweiligen und wenig beeindruckenden Scheiß ausfüllen, aka dein Leben. Nachdem du deine Bewerbung abgeschickt hast, wirst du dich fühlen, als ob du gerade deine App für mehrere Millionen Euro an einen mächtigen Konzern verkauft hättest und deinen Eltern ein neues Haus spendieren kannst. Vielleicht gönnst du dir auch mal ein neues Oberteil. Denn: Warum auch nicht? Du bist eine Karriere-Frau, die hart arbeitet. Du wirst nie wieder etwas von den Firmen hören. Du wirst bereuen, dass du schon bei dem Café gekündigt hast und bereitest dich auf deinen Gang zum Arbeitsamt vor.

Noch schlimmer: Du kommst nicht mal für einen unbezahlten Job infrage
Nach diesen ganzen Rückschlägen wird es Zeit für deine erste Sinnkrise. Ganz besonders zu empfehlen: sie vor älteren Menschen ausleben. Denn die haben noch weniger Ahnung davon, was sie eigentlich im Leben machen. Sie sind nur noch ein paar unglückliche Jahre davon entfernt, der Mensch in der Familie zu werden, den man ständig mit einem Glas Wein in der Hand sieht. Diese frühe Lebenskrise wird dazu führen, dass du spontan und sehr plötzlich eine Eingebung haben wirst: Du wolltest schon immer Kurator / Schauspieler / Redakteur / Stylist werden. Grundsätzlich jeder Job, der ohne Datenanalyse oder eine Festanstellung kommt. Du wirst dich bei ein paar coolen, erfolgreichen sogenannten Kreativen per E-Mail für ein unbezahltes Praktikum bewerben – und nie eine Antwort erhalten. Das liegt daran, dass diese Kreativen kein Geld haben. Sie verdienen nicht mal selbst genug, um sich Unterwäsche für jeden Tag in der Woche kaufen zu können, geschweige denn ein Studio zu besitzen.

Deine Freunde schließen dich aus
An diesem Punkt wirst du (hoffentlich) einen dieser Jobs ergattert haben, der schlecht bezahlt, erniedrigend und langweilig ist. Dein Leben ist ein endloser Kreislauf aus Erschöpfung, Langeweile, Hunger, Schuldgefühlen, Langeweile, Schlaf, Chorizo und Pasta. Du bist nur noch ein paar Level weit davon entfernt, in der schrecklichen Realität des Erwachsenseins anzukommen. Glückwunsch, du hast es bis hier hin geschafft! Ein Level für Fortgeschrittene erreichst du, wenn dich dein Freundeskreis ausschließt. Fun! Erst trinkt ihr alle Weißwein auf dem Sofa und diskutiert über die neueste Folge der gerade angesagtesten Netflix-Serie eurer Wahl, bis du auf einmal durch deinen Instagram-Feed scrollst und siehst, wie sie alle zusammen Urlaub in Nizza machen. Ohne dich. Sie haben sogar zwei Mietwagen. Zwei! Stell dir mal vor. Und du hockst am Samstag zu Hause, mit deiner kalten Pizza. In aller Heimlichkeit wurdest du aus dem Freundeskreis geschmissen. Sie hassen dich und du wirst nie wieder eingeladen. Fuck them! Die brauchst du sowieso nicht. Du wirst andere, bessere, loyalere Freunde finden. LOL.

Um eins klarzustellen: Im Leben wirst du von so vielen Menschen abserviert werden, bei denen du eigentlich davon ausgegangen bist, dass sie deine Lebensabschnittspartner sind. Das wird dir so oft passieren, dass es hier keine weitere Erwähnung wert ist. Womöglich wirst du auch nicht das große Feature in dem bekannten Magazin bekommen, das du dir so wünscht. Und, ja, vielleicht wirst du auch kein Promi. Selbst deine Yoga-Klasse wird dich ablehnen, weil du sie gar nicht gebucht hast und sich alle wundern, wer du eigentlich bist. Das sind aber alles nur Warm-up-Übungen und nichts im Vergleich zur ultimativen Ablehnungserfahrung: Scheidung. Wir lesen uns in ein paar Jahren wieder! Versprochen.

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.