Foto: Courtesy of Align

Diese App hilft dir bei der Suche nach dem Partner mit dem passenden Sternzeichen

Warum Astrologie ein Revival erlebt und wie das unser Dating-Leben verbessern kann.

von Alice Newell-Hanson
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11 Januar 2017, 3:25pm

Foto: Courtesy of Align

Helen Grossman und Alizia Kelly Faragher sind seit der Uni BFFs. Irgendwann waren sie mal in einem koreanischen Spa in Los Angeles und haben über Jungs geredet. "Wir haben gerade diese Typen gedatet und uns gefragt, warum sie so sind, wie sie sind", sagt uns Aliza, eine ehemalige Kunsthändlerin. "Helen und ich sind beide vom Sternzeichen her Löwe. Es gab einfach keinen guten Weg, um herauszufinden, mit dem man kompatibel ist oder mit wem nicht."

Das Gespräch haben sie dann später beim Koreaner vertieft, ergänzt um ihre Unzufriedenheit mit bestehenden Dating-Apps. "Tinder ist einfach nur Fleischbeschau. Es gibt keine Plattform, auf der wir uns als Singlefrauen wohl fühlen und nicht schämen müssen. Wir wollten eine Plattform haben, auf der es um Kompatibilität geht und auf der man mehr über die Person erfährt, bevor man Zeit mit ihr verbringt", erklärt Aliza das Konzept von Align. Daraus ist dann die Idee mit der App entstanden, die einen spirituelleren Weg hat, um potenzielle Partner zu finden.


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Bisher funktioniert Align allerdings nur in New York, San Francisco und Los Angeles und hat die Betaphase mittlerweile verlassen. Durch einen magischen Algorithmus und das mystisch wirkende violette Interface werden einem nur die Leute als Matches angezeigt, mit denen man astrologisch kompatibel ist. Jeden Tag gibt es eine neue Konstellation aus Profilbildern. Je größer das Bild ist, desto besser stehen die Sterne und je größer die Chance, dass man sich versteht. Natürlich wird das Ganze auch kuratiert, mit Sprüchen wie "Zwischen Schützen und Wassermänner herrscht eine unfassbare Chemie". Wenn man dann möchte, kann man sich gegenseitig auf dieselbe Umlaufbahn ausrichten (engl. align, daher der Name) und über den eingebauten In-App-Messenger chatten.

Wir haben mit den Gründerinnen darüber gesprochen, warum Astrologie heute beliebter ist als 1983, und wie wir, mit ein wenig Unterstützung unserer iPhones, die Macht der Sterne für die Liebe nutzen können.

Hattet ihr irgendwelchen Tech-Hintergrund, als ihr mit der App angefangen habt?
Aliza: Nein, aber wir hatten jede Menge Dating-Erfahrung. Wir haben jede einzelne auf dem Markt verfügbare App und Website benutzt. Dass wir keinen Tech-Hintergrund hatten, hatte den Vorteil, dass wir ohne Grenzen brainstormen konnten. Wir haben viel über die User Experience geredet, die wir wollten, und wie wir etwas umsetzen können, das nah an unseren Werten bleibt.
Helen: Wir wollten, dass die App eine Seele hat. Deshalb haben wir die Konstellation. Anstatt sich durch die eigenen Matches wischen zu müssen, zeigen wir alle auf einmal, so ist es wirklich die Entscheidung des Users. Man ist Teil einer Konstellation, weil man als User Teil des Prozesses ist. Wir wollen, dass man als User repräsentiert wird.

Wie viel wusstet ihr über Astrologie?
Helen: Wir kannten das Grundsätzliche. Wie Löwen es öfters machen, haben wir uns gesagt: Ich bin Löwe und das ist echt gut. Mehr als das wussten wir aber nicht.

Was sind die bestimmenden Charaktereigenschaften eines Löwen?
Helen: Du bist Wassermann, oder? Löwen und Wassermänner stehen sich im Kreis gegenüber. Daraus entsteht eine echt coole Dynamik. Dem Löwen geht es um die wichtigsten Sachprobleme, dem Wassermann geht es um das Zwischenmenschliche. Löwen sind selbstbewusst, egozentrisch und führen gerne. Das ist ein dramatisches und theatralisches Sternzeichen.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen zwei Löwen?
Aliza:
Astrologie hat sich als tolles Tool für uns als Geschäftspartnerinnen herausgestellt. Sie bietet uns eine Sprache für die Unterschiedlichkeit von Menschen. Wir orientieren uns dabei an der Myers-Briggs-Methode: Wir haben gemeinsame Interessen, aber jeder geht sie anders an.

Was habt ihr noch recherchiert?
Helen: Wir freuen uns sehr, dass Annabel Gat unsere beratende Astrologin ist. Sie schreibt die Horoskope für Broadly US und versteht unsere Vision für Align, weil sie, wie wir, Astrologie jedem einfacher zugänglich machen will. Wir haben auch viel Bücher gelesen, wie die Klassiker von Linda Goodman. Wir verarbeiten diese Informationen und bereiten sie für die Millenials auf einer zugänglichen Plattform auf.
Aliza: Astrologie erlebt in den USA gerade ein Revival. Das letzte Mal war Astrologie in den Staaten 1983 so beliebt. Das meiste der Literatur ist deshalb von den 70ern geprägt: chauvinistisch, zu viele Bezüge zu psychedelische Drogen und einfach zu freaky. Wir wollten das für das 21. Jahrhundert aufbereiten und modernisieren.

Warum interessieren sich heute wieder so viele für Astrologie?
Aliza: Wenn man sich das kulturelle Klima heute anschaut und es mit dem in den 70ern vergleicht, dann ist es schon ähnlich. Eine Generation von jungen Leuten ist in der Erwartung großgeworden, dass es uns besser als unseren Eltern gehen wird. Als wir dann aber erwachsen wurden und volljährig wurden, kam die Rezession, ein Krieg – Dinge, durch die irgendwann begriffen haben, dass die traditionellen Lösungen keine Antworten mehr liefern. Das sind Zeiten, in denen sich Leute esoterischen Dingen zu wenden.
Helen: Außerdem hat es mit dem Gefühl der Verbundenheit zu tun. Wir sind stärker vernetzt als je zuvor, das wird uns jedenfalls immer weißgemacht. Aber je mehr man durch seinen Instagram-Feed scrollt, desto weniger verbunden fühlt man sich tatsächlich. Ich denke, dass Astrologie ein Weg ist, damit sich die Leute wieder besser fühlen können.

Was plant ihr für Align?
Helen: Wir wollen tägliche Horoskope anbieten. Außerdem soll es mehr Hintergründiges geben, mehr Filter und auch In-App-Käufe. Von Anfang war uns wichtig, dass es bei Align auch um Wissensvermittlung geht. Wir wollen, dass die Astrologie zu allen Aspekten deines Lebens passt.

doyoualign.com

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