diese oscar-gewinnerinnen waren die eigentlichen stars der letzten nacht

Sie gehören vielleicht nicht zu den bekanntesten Namen auf der Gewinnerliste, dennoch sind Jenny Beavan und Sharmeen Obaid Chinoy und ihre politischen Botschaften nicht weniger wichtig.

von i-D Staff
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29 Februar 2016, 4:10pm

Ohne Zweifel wirst du bis jetzt mitbekommen haben, dass Leonardo DiCarprio endlich einen Oscar gewonnen hat, neben einer Reihe weiterer (hauptsächlich weißer) Hollywood-Größen, die in Designerkleidern und Smokings ihre Goldjungen abgeholt haben. Aber daneben haben zwei Frauen einen Oscar gewonnen, die nicht nur stark sind, sondern auch etwas zu sagen haben. Ihre Reden dürfen nicht untergehen.

In dem Vine-Video ist Kostümdesignerin Jenny Beavan zu sehen, wie sie ihren Oscar für das beste Kostümdesign für Mad Max: Fury Road abholt. Doch der Grund, warum der Clip zum Hit im Internet wurde, liegt auch daran, wie ignorant einige der Teilnehmer der Preisverleihung auf ihren Gewinn reagieren. Sie wird nicht nur von oben bis unten gemustert—wahrscheinlich weil sie anstatt im funkelnden Outfit den Gang in einer Lederjacke entlangkommt—, sondern die Hollywood-Größen haben es auch nicht nötig, für sie zu klatschen.

Jenny Beavan steht aber nicht nur für eine andere Weiblichkeit unter den Oscar-Gewinnerinnen, sondern hat auch noch eine wichtige Botschaft für die Leute im Saal und für uns alle „Mad Max könnte eine Zukunftsversion bleiben, wenn wir netter zu einander werden und wenn wir aufhören, unsere Atmosphäre zu verschmutzen", sagte sie. Leonardo DiCaprio nutzte seine Dankesrede auch als dringenden Appell für den Klimaschutz: „Klimawandel ist eine Tatsache. Er passiert gerade. Er gehört zur größten Bedrohung unserer Art und müssen gemeinsam dagegen vorgehen und aufhören, die Lösung auf die lange Bank zu schieben. Wir müssen die Staats- und Regierungschefs auf der Welt unterstützen, die für uns alle sprechen."

Eine andere Frau, die die 88. Academy Awards für eine wichtige Botschaft an die Welt nutzte, war Regisseurin Sharmeen Obaid Chinoy, die für A Girl in the River: The Price of Forgiveness den Oscar für die beste Kurzdokumentation gewann. In ihrer Doku geht es um Ehrenmorde in Pakistan. „Das passiert, wenn sich engagierte Frauen zusammentun", sagte sie in ihrer Dankesrede. Damit meint sie die 18-jährige Frau, die einen Ehrenmordversuch überlebt hat und im Zentrum der Handlung steht, die anderen Produzentinnen der Dokumentation und die „Männer, die Frauen fördern [und] ermutigen, die Schule zu besuchen und einen Job zu finden und eine gerechtere Gesellschaft für Frauen möchten." Der pakistanische Premierminister habe ihr außerdem gesagt, dass er das Gesetz über Ehrenmorde im Land ändern möchte, nachdem er diesen Film gesehen habe. „So viel Macht hat der Film".

Credits


Foto: Screenshot von YouTube aus dem Video „Oscars 2016 - Jenny Beavan Wins Best Costume Design" von Oscars 2016

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