ein exklusives interview mit marc jacobs’ hund neville

Der allseits beliebte Fashion-Vierbeiner erzählt uns, wie das Leben so ist, wenn man Models als Freunde hat, immer im Privatjet fliegt, gerade ein Buch über einen veröffentlicht wird und man außerdem ein Hund ist.

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Sep. 22 2016, 7:20am

image courtesy rizzoli

Neville Jacobs ist ein Profi im Selfies-Machen—besonders, wenn man bedenkt, dass er nur kleine kurze Daumenkrallen hat. In seinem neuen Buch, das bei Rizzoli erscheint und bei dem Nicolas Newbold—Marc Jacobs' rechter Hand und Nevilles Studiomanager—als Ghostwriter tätig war, wird auf 200 Fotos die Entwicklung des niedlichen Bullterriers vom Welpen bis hin zum Vertrauten der Topmodels dokumentiert. Er posiert mit Hanne Gaby Odiele in den Straßen von Soho, geht mit Christy Turlington spazieren und macht mit Georgia May Jagger ein Nickerchen. Sein glamouröses Leben und sein hübsches rosa-schwarzes Näschen haben ihm auf Instagram bereits zu über 190.000 Fans verholfen.

Das Buch beschreibt auch Nevilles Rolle im Leben von Marc Jacobs und gewährt uns einen augenzwinkernden Blick hinter die Kulissen der Abläufe im Studio. Neville ist bei Castings und Fotoshoots dabei, er nimmt an Meetings teil (d.h.: er verpennt sie) und probiert gelegentlich mal ein Paar Plateau-Boots an oder schnüffelt mit seiner Nase in teuren Handtaschen rum. Doch Neville Jacobs: I'm Marc's Dog ist weit mehr, als nur ein Porträt eines äußerst süßen und beliebten Büro-Maskottchens—es ist ein Beweis der bedingungslosen Hingabe seines Herrchens. Im Vorwort dankt Jacobs Neville, der „es wie nichts und niemand schafft, mich zu beruhigen—und mein Herz mit dem höchsten Glück und Freude erfüllt und mich jeden Tag daran erinnert, dass es so etwas wie reine Gutherzigkeit und wahre Liebe wirklich gibt."  

Und weil Neville ein guter Hund ist, nutzt er seine Berühmtheit für einen guten Zweck. Im vergangenen Jahr war er beispielsweise das Gesicht von Jacobs' Spendenaktion zugunsten des Sato Projects, einer NGO, die ausgesetzte Hunde in Puerto Rico rettet und sie wieder aufpeppelt. Für dieses Projekt setzt sich Neville auch weiterhin über seinen Instagram-Account und seine persönliche Marke ein, und auch ein Anteil der durch den Verkauf seines Buches erzielten Gewinne wird an die Organisation gehen.

Wir haben Neville gefragt, ob Marc manchmal ein peinliches Herrchen ist und wie es war, als er Cara Delevingne entführt hat.

Marc sagt immer, dass er deine „ausdrucksstarken, kleinen dreieckigen Augen" liebt—was hältst du für dein bestes Merkmal und warum?
Ich würde sagen, die gesamte Form meines Kopfes. Die scheint die Leute immer sehr zu erheitern. 

Wie sieht dein Tagesablauf aus?
Normalerweise wache ich auf und gehe direkt raus, um mein Geschäft zu erledigen. Dann gehe ich wieder nach Hause, esse mit meinem Herrchen Frühstück und warte, bis er fertig ist, um zur Arbeit loszugehen. Dann machen wir uns auf den Weg … Normalerweise bin ich von den 12 Stunden Schlaf ziemlich müde, also mache ich im Büro direkt ein kleines Nickerchen. Dann habe ich nachmittags eine Trainingsstunde (mit Charlie, meinem besten Freund und Kollegen) und dann kommt Jan vorbei und wir gehen auf der Crosby Street spazieren (obwohl wir den Großteil der Zeit eher sitzen), genießen ein bisschen die Sonne und schauen, was so in der Nachbarschaft los ist. Dann folgen meistens noch ein paar Stunden Schlaf, oder ich versuche, auf der Suche nach leckeren Snacks an ein, zwei Mülleimer ranzukommen. Später gehe ich dann mit meinem Herrchen nach Hause, wir essen eine Kleinigkeit und schauen zusammen fern. Es ist ein recht überschaubarer Ablauf.

Wie schaffst du es, trotz deiner sehr geschäftigen Büroumgebung so ruhig zu bleiben?
Vielleicht wurde ich so geboren? Ich lasse mich einfach nicht von Kleinigkeiten aus der Bahn werfen. 

Dein Herrchen und Nicolas haben beide gesagt, dass du ganz gerne mal die Mülleimer im Büro durchforstest. Was findest du an einem erfolgreichen Tag so alles?
Letzte Woche habe ich ein halbes Hähnchen, zwei Scheiben Brot und eine große Portion Reis gefunden. Ein paar Stunden später habe ich dann im 9. Stockwerk noch einen Mülleimer voller Gemüse gefunden, das noch total OK war, also habe ich alles aufgegessen. Es war köstlich.

Wie viel kreativen Einfluss hast du auf dein Herrchen? Hast du eine seiner Entscheidungen schon mal total daneben gefunden?
Ich habe einen sehr großen Einfluss auf ihn, wenn es darum geht, mir Leckerlies zu erbetteln. Ansonsten bin ich aber sehr unkompliziert (ich mag es nur nicht, viel zu laufen, dann heißt es für Marc: alle vier Daumen runter!).

Welches Teil aus den Kollektionen deines Herrchens gefällt dir am besten, und warum?
Es gibt da diesen Pulli aus der Spring/Summer-Kollektion 16, den ich auch auf dem Titelbild meines Buches anhabe. Der gefällt mir sehr gut.

In deinem Buch erwähnst du, dass du mal während der Fashion Week Cara Delevingne entführt hast. Was genau ist damals passiert?
Vor vielen, vielen Jahren kam Cara für ein Fitting in unser Büro. Sie war total gut drauf. Wir haben uns super verstanden und ein bisschen zusammen rumgealbert.

Was sind die wichtigsten Dinge beim Modeln, die du von deinen Freunden aus der Modewelt gelernt hast?
Man sollte sich selbst nicht zu ernst nehmen und wissen, wie man seine Vorzüge am besten präsentiert.

Was ist dein Lieblings-Outfit? Hat dein Herrchen dich jemals dazu gezwungen, etwas zu tragen, das dir total peinlich war?
Er kennt sich schon ganz gut mit Mode aus. Ich liebe all die Pullis, die er im Winter immer für mich aussucht. 

Hat Marc denn allgemein irgendwelche peinlichen Eigenschaften?
Nein, in meinen Augen ist er ziemlich perfekt.

Ich habe eure schöne Titelstory in Architectural Digest gesehen. Welches Möbelstück deines Herrchens beschmutzt du am liebsten?
Was für eine Frage! Ich habe doch gute Manieren! Ich beschmutze gar nichts … Ob ihr es glaubt oder nicht—ich bin ein sehr wohlerzogener, zivilisierter Hund.

rizzoliusa.com

Credits


Text: Alice Newell-Hanson
Fotos: Rizzoli