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diese promiauftritte auf dem laufsteg wird man so schnell nicht vergessen

In einem Zeitalter, in dem Insta-Girls zu Supermodels werden und jeder berühmt ist, werfen wir einen Blick zurück auf die Fashion-Momente der Megastars, die einem wirklich den Atem geraubt haben. Von Tupac über Chloë Sevigny bis Lady Gaga: Diese...

von Taylor Ford
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23 Februar 2017, 2:45pm

Jean-Michel Basquiat, Comme des Garçons Men's, 1987 
Genauso wie seine Freundschaft zu Andy Warhol war Basquiats Beziehung zu Comme des Garçons (CDG) einerseits innig, aber sorgte auch für Kontroversen. Andy hat in seinem Tagebuch detailliert über Basquiats Besessenheit von dem französischen Label geschrieben. So erwähnt er die CDG-Jacke, die Basquiat in einem Hotel liegen gelassen hat, als er high war, oder das CDG-Shopgirl, das ihn angeblich für Geld genutzt hat, und auch die CDG-Fashionshow, auf der das besagte Shopgirl ihm den Laufpass gegeben hat. „Sie hat gesagt, dass er wie ein Witz in den Entwürfen auf dem Laufsteg ausgesehen hat und da wusste sie, dass es endgültig aus ist", schrieb Warhol. Wir finden, dass SAMO ziemlich gut in diesem grauen Zweireiher mit weißer Fliege und Mary Jane-Schuh aussieht.

Madonna, Jean Paul Gaultier, 1992
Nachdem er 1990 das bekannte Bustier für Madonnas Blond Ambition Tour entworfen hat, gehörte Jean Paul Gaultier endgültig zur Modeelite. Für seine erste Runway-Show 1992 hat er sich eine Extravaganz der Sonderklasse ausgedacht, um auf die Probleme mit Aids aufmerksam zu machen. Models und Sex-positive-Prominente wie Billy Idol und Dr. Ruth liefen in Latex, Leder, Toilettenpapier und pofreien Chaps über den Laufsteg. Im anfangs zugeknöpften Finale lief der Designer Arm in Arm mit seiner wichtigsten Muse Madonna über den Laufsteg. Sie trug einen Oversized-Blazer, ein schickes Barett und einen Goldzahn. Am Ende zog Madonna langsam ihren Mantel aus und zeigte ihre nackten Brüste, das nicht abgesprochen war: „Ich sollte eigentlich ein Top und eine Jacke wie Jean Paul tragen, aber ich habe mich in der letzten Minute dafür entschieden, dass es besser wäre, kein Oberteil zu trage", so der Popstar damals.

Tupac Shakur, Versace Men's, 1996
Noch bevor die Jungs von Migos überhaupt sprechen konnten, hat sich Versace dem HipHop bereits wie kein anderes Modehaus zugewandt. Für Gianni Versace war Berichten zufolge Tupac „der schönste Mann der Welt". Der Designer ließ ihn in gemusterten Seidenoberteilen über den Catwalk spazieren — mittlerweile Standardoutfit in jedem Meme über Rapper aus den 90ern. Tupac selbst hat die Italiener in seinem berühmten Diss-Track „Hit 'Em Up" gegen Biggie und Puff verewigt: „Now it's all about Versace, you copied my style". Ein für alle Mal stellte er mit seinem Auftritt auf dem Versace-Catwalk für die Menswear-Show 1996 klar, wer am besten in Versace aussieht, nämlich er: Mit dem goldfarbenen Anzug, Kettchen, seine Verlobte Kidada Jones im Arm und zwei Bodyguards, die hinter dem Pärchen für Sicherheit sorgen.

Chloë Sevigny, Miu Miu, Frühjahr/Sommer 1996
1993 hat Miuccia Prada mit Miu Miu eine moderne und rebellischere Zweitlinie für Prada lanciert. Passenderweise wurde für die erste Kampagne der Marke das coolste Girl auf der Welt verpflichtet: Chloë Sevigny. In der ersten Womenswear-Show im selben Jahres hat die damalige Teenagerin neben Kate Moss eine Look aus lavendelfarbenem Lederrock mit passenden Pantoletten kombiniert mit einem schwarzen Pullover auf dem Runway präsentiert. Seitdem war Chloë das Gesicht in unzähligen Mode-Werbekampagnen, darunter auch nach 16 Jahren wieder für Miu Miu, und sie ist heute noch Stammgast in der ersten Reihe. Lange Zeit blieb das aber ihr einziger Auftritt auf dem Laufsteg. Erst Carol Lim und Humberto Leon haben die New Yorkerin für ihre Kenzo-Debütkollektion für die Spring-/Summer-12-Show auf den Catwalk zurückgeholt.

Patti Smith, Ann Demeulemeester Men's, Herbst/Winter 2006
Als Studentin war die legendäre belgische Designerin von der lässig-coolen Smith auf dem Cover ihres Albums Horses schwer beeindruckt. Mit dem Smith-Song „Waves" beendete sie 1991 auch ihre erste Pariser Modenschau und schickte der Musikerin als Dankeschön ein weißes T-Shirt. Jahre später haben die beiden offiziell für Demeulemeesters Frühjahr-/Sommerkollektion 2000 Woolgathering zusammengearbeitet. Die Designerin hat Smiths Texte auf Tüll und Seide gestickt. Während die Models die Looks auf dem Runway präsentiert haben, hat Patti Smith aus ihrem Buch Woolgathering vorgelesen. 2006 ist Patti Smith dann endlich selbst über Demeulemeesters Laufsteg gelaufen, genau genommen für deren Menswear-Show der Saison Frühjahr/Sommer 2006. Mit einer Klarinette in der Hand versprühte die US-Sängerin die gleiche androgyne Coolness, die Demeulemeesters Aufmerksamkeit bereits 30 Jahre davor geweckt hatte.

Grace Jones, Diesel, Herbst/Winter 2006
Issey Miyake hat Grace Jones' Starqualitäten sofort begriffen, als sich die beiden in Paris 1976 zum ersten Mal getroffen haben. Er war gefangen genommen von ihrer ungewöhnlichen Schönheit und ihrem unwiderstehlichen Charisma. Der japanische Designer hat zwölf schwarze Topmodels aus der ganzen Welt versammelt, die in einer Kabukitheater gleichen Performance seine Designs präsentiert haben. Jones zollt dieser Show in ihren Memorieren 2015 Tribut: „Wer sonst würde nur mit schwarzen Models zusammenarbeiten, auch heute noch? Das war pure Girlpower". Die Tour war eine weltweite Sensation, die Stones' Status als Modestar zementierte. Sie lief 1977 in Kenzos berühmt-berüchtigten Modenschau im Studio 54 und für Alaïa in seiner Herbst/Winter-85-Show. Danach war sie lange nicht auf dem Laufsteg zu sehen. Erst nach fast 20 Jahren wieder für die Herbst-/Winter-06-Show von Diesel. Im Alter von 56 ist sie im ledernden Bondage-Look mit kniehohen Stiefel über den Catwalk geschwebt.

Rihanna, DSquared2, Frühjahr/Sommer 2008
Lange bevor Rihanna auf der New York Fashion Week ihre eigene Kollektion präsentiert hat, hat sie 2008 auf dem DSquared2-Laufsteg einen ersten Vorgeschmack auf die Modewelt bekommen. Zu ihrem Hit „Shut Up and Drive" steigt das Bad Gal aus dem Hot Rod aus, schmeißt ihrem Chauffeur die Schlüssel zu und schreitet in einem schwarzen Babydoll-Kleid über Laufsteg zu den Fotografen, natürlich nicht ohne zu posieren. Wenn du denkst, dass das alles ein bisschen zu einfach aussieht, dann lass dir gesagt sein, dass das die Frau ist, die mit Pfennigabsätzen über Abtritte schweben kann.

Pamela Anderson, Vivienne Westwood, Herbst/Winter 2009
Umweltschützerin Vivienne Westwood hat 2009 die nicht minder engagierte Tierschützerin Pamela Anderson eingeladen, ihre Fashionshow für Herbst/Winter 2009 zu beenden. Die beiden Aktivistinnen haben letztlich für etwas anderes gekämpft: für weibliche Brustwarzen und #FreeTheNipple. Die britische Grand Dame der Mode und die Baywatch-Sexbombe hatten sich im gleichen Jahr auf der Red Label-Show kennengelernt. Nur die wenigsten hat es überrascht, dass sie Arm in Arm am Ende der Fashionshow über den Catwalk gelaufen sind. Dabei ist Pamela Anderson zufällig ein Nippel aus dem schwarzen Punk-Geisha-Kleid geblitzt. Ups.

Lady Gaga, Mugler, Herbst/Winter 2011 und Marc Jacobs Herbst/Winter 2016
Spätestens mit ihrem Nachfolgealbum Born This Way wurde Lady Gaga für ihren dekadenten Stil und ihre mitreißenden Dancepop-Hits bekannt. Mother Monsters damaliger Stylist und BFF Nicola Formichetti, — das Genie hinter so ausgefallen Looks wie dem Meat-Dress —, hat sie natürlich zur Fashionshow seiner Debütkollektion als Creative Director beim französischen Haus Thierry Mugler verpflichtet. Mit hüftlangen Pferdeschwänzen, gekonnten Posten, Zigarette und ihren Krallen gab der Popstar zu ihrem Song „Goverment Hooker" ihre Catwalk-Premiere. Letzte Saison kehrte sie etwas zurückhaltender auf den Laufsteg zurück: als eine der Gothic Lolitas von Marc Jacobs. Aber eins hat sich nicht verändert: Die Absätze waren immer noch atemberaubend hoch.

A$AP Rocky, Hood By Air, Herbst/Winter 2013
Der damalige Nachwuchsdesigner Shayne Oliver verpflichtete für die erste Fashionshow seines New Yorker Kultlabels Hood By Air den Harlemer Rapper A$AP Rocky, der den finalen Look präsentierte. Für beide eine Win-win-Situation. Ihre Karrieren nahmen danach mächtig an Fahrt auf. Mit seinem weißen, nach hinten getragenen Cap, seiner Neopren-Jacke und den tiefhängenden Drop-Crotch-Pants wurde der Musiker zum Vorbild der Trendsetter auf der Welt. Die Beziehung bestand für ein Jahr, schließlich disste der Rapper in seinem Song „Multiply" das Label: „I birthed it, so I can kill it". Im letzten Jahr gab er zu Protokoll, dass er der Meinung sei, dass Prominente die Mode zerstört hätten. Das hielt ihn aber nicht davon ab, das Gesicht der letzten Kampagne von Dior Homme zu werden oder mit J.W. Anderson an einer Capsule Collection zusammenzuarbeiten.

Beth Ditto, Marc Jacobs, Frühjahr/Sommer 2016
Für einen Abend erweckte Marc Jacobs das legendäre Ziegfeld Theater in New York mit seiner extravaganten Fashionshow für Frühjahr/Sommer 2016 wieder zum Leben. Die Gossip-Sängerin und engagierte Feministin Beth Ditto, die eng mit dem Designer befreundet ist, wurde von ihm in einem paillettenbesetzten elfenbeinweißen Seidenkleid auf den roten Laufsteg geschickt. Die Musikerin versprühte wahren Hollywood-Glamour aus den 40ern und war der Star der Show. Seit diesem epischen Fashion-Moment hat sie in der Modewelt weitere bleibende Momente hinterlassen. So war sie in Marc-Jacobs-Kampagnen zu sehen, hat eine eigene Kollektion auf den Markt gebracht und zusammen mit Jean Paul Gaultier Korsetts für Übergrößen entworfen. Für den Franzosen hat sie 2011 mit einer überwältigenden Performance ihr Catwalkdebüt gegeben.

Dev Hynes, Eckhaus Latta, Frühjahr/Sommer 2016
Das experimentelle Designduo Eckhaus Latta hat für ihre Spring-/Summer-16-Show mehrere Amateurmodels über den Laufsteg geschickt. Darunter New Yorker Coolkids wie Grace Dunham oder Michael Bailey-Gates. Der Star war aber ohne Zweifel Devonté Hynes. Er präsentierte einen Look aus gebleichtem Chambray-Stoff und einem Leder-Cap und bewies, dass er im Mittelpunkt stehen kann, auch ohne einen Ton zu singen. Auf der Fashionshow des Labels davor hat er noch vor den Models performt. Die Zusammenarbeit beschränkt sich allerdings nicht auf den Laufsteg. Für den surrealen Kollektionsfilm Roach hat er den Soundtrack beigesteuert.

Credits


Text: Taylor Ford
Titelfoto: via Instagram

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