Anzeige

die top 10 der unterschätztesten britney-songs

Wir haben Britneys neue Single „Pretty Girls“ als Anlass genommen, tief in ihrer Diskografie zu wühlen, um euch längst vergessene musikalische Schätze der US-Sängerin zu präsentieren.

von i-D Staff
|
07 Mai 2015, 9:55am

Britney ist für viele ihrer Fans einfach eine Gottheit, daher einer ihrer Spitznamen The Holy Spearit. Viele Ungläubige denken jedoch, dass sie sich nie von dem öffentlichen Zusammenbruch erholt hat. Wir sagen Blödsinn! Sie feierte erst kürzlich mit ihrer Show, die zu einem vollen Erfolg wurde, ihre Auferstehung als Queen von Las Vegas. In den letzten Jahren hatte sie wieder große Hits, wie „I Wanna Go" und dem Dancefloor-Kracher „Till The World Ends". Ihr letztes Album Britney Jean von 2013 wurde jedoch mit Kritik überzogen. Fans und Kritiker beschwerten sich gleichermaßen darüber, dass Britney ihren einzigartigen Pop-Sound verloren hätte und sich stattdessen in das schreckliche EDM-Terrain vorgewagt hätte. Deshalb ist es keine Überraschung, dass ihr langjähriger Manager Larry Rudolph kürzlich in einem Interview mit Billboard sagte, dass ein neues Album ganz unten auf Britneys Prioritätenliste steht. Stattdessen würde sie sich darauf konzentrieren, ein paar tolle Singles herauszubringen. Die erste davon heißt „Pretty Girls" und ist ein Duett mit Iggy Azalea.

Wir haben für euch einige von ihren besten Albumsongs, Bonus-Songs und Demos zusammengesucht. Du fragst wieso? Weil einfach ... It's Britney ... Bitch!

(I Got That) Boom Boom
Für „I (Got That) Boom Boom" vom Album In the Zone hat sich Britney mit den Ying Yang Twins zusammengetan, er hat eine zeitlose Qualität und ist etwas, was Brit Brit auch jetzt noch veröffentlichten könnte. Die Anfangsworte „Shorty, we're gonna go to the club and get crunk with Britney" ist ein Aufruf, der nicht nur vorwegnimmt, dass die Sängerin gerne feiert, sondern ist auch die Transformation von der Bubblegum-Prinzessin zur Dancefloor-Diva.

Early Mornin'
Von Moby produziert, zeigte „Early Mornin'" eine neue Seite an Britney - sowohl gesanglich als auch textlich. Wie viele Songs auf In the Zone thematisiert der Song auf ehrliche Weise Promiskuität und nächtliche Eskapaden. „Where d'ya live, does your mama live there? We could hook up at the hotel", haucht sie über Downtempo-Elektro und stöhnt hypersexuell ins Mikro. Während der Song niemals Single-Material gewesen wäre, liegt in dem sexualisierten Sound eine Reife, die bisher kaum wahrgenommen wurde. Der Song stellt außerdem ein mutiges Popexperiment dar, das zu der Zeit - außer Madonna - niemand wagte.

Touch Of My Hand
Wahrscheinlich der beste Song über Masturbation von einer Frau. „Touch of My Hand" ist zu gleichen Teil Selbstentdeckung und Emanzipation. Es ist kein Geheimnis, dass sich Britney vom Teenie-Image, das ihr schon frühzeitig verpasst wurde, eingeengt fühlte und da ist es nur passend, dass sie auf ihrem persönlichsten Album, auch darüber singt. Gesanglich passen Britneys gehauchte, tiefe Töne zu den William-Orbit-haften Elektro-Sounds und dem ehrlichen Text, als sie stöhnt: „I've entered myself in the most precious way". Es ist so anders als alles, was Britney seitdem aufgenommen hat, uns fängt wunderbar die Momente Anfang 20 ein, wenn man seinen eigenen Körper entdeckt und herausfindet, was einem gefällt.

Baby Boy
Vielleicht mehr als von jedem anderen großen Interpreten gibt es im Internet eine Unzahl an unveröffentlichten Demos von Frau Spears. Die meisten entstanden zwischen 2003 und 2007, der turbulentesten Zeit in ihrem Privatleben. Einer dieser Songs ist „Baby Boy", angeblich bei den Sessions zu Blackout entstanden. In einem seltenen Moment von Klarheit kann man tatsächlich Britneys wirkliche Stimme hören und zu der Überraschung einiger ist sie ganz anständig. Ein seltener Einblick in die reale Britney, eine Britney ohne Studiotricks, ohne Doppelbedeutungen und ohne unpersönliche Texte. Der Rohzustand des Demos trägt nur noch mehr zur persönlichen Note des Songs bei, der ihre Songwriting-Fähigkeiten und ihre Vielseitigkeit als Popstar unter Beweis stellt.

State of Grace
„State of Grace" ist ein weiteres Demo aus der Blackout-Ära und führt den „Etherealney"-Vibe aus der „In The Zone"-Zeit weiter. Indische Geigen und klopfende Beats unterlegen Britneys sinnliche Stimme, ein einfaches Synth-Riff gibt dem Song Textur. Der Text schwelgt in Mystizismus, vermeidet simple Klischees und zeugt stattdessen von einem „spearituellen" Vibe. Nur Britney, Janet oder die Madonna der späten 90er konnten mit dieser Art Song durchkommen.

Get Naked (I Got A Plan)
Für Fans und Kritiker ist Blackout Britneys bestes Album; ein Album geboren aus Dunkelheit, Depression und Sittenlosigkeit und gepaart mit dirty Beats, innovativer Produktion und eiskalten, gleichgültigen Texten. In „Get Naked (I Got A Plan)" wird Britney zu einem sexy Roboter, der fast so etwas flüstert wie „Mein Körper wartet nur auf dich, ich bekomme das Gefühl, dass ich gerade nur mit dir sein will".

Get Back
Letztendlich ein exklusiver Bonustrack für Japan und iTunes, war „Get Back" angeblich als Lead-Single zu Blackout vorgesehen und das ist auch nicht weiter verwunderlich. Der Song bringt das Album gut auf den Punkt: die bearbeiteten Gesänge von Britney, Producer Danjas Einlassungen, dirty Synths und stampfende Beats, bei denen deine Beine einfach nicht still stehen können. Der Song wirkt - wie viele Songs von Britney - gleichgültig und seelenlos, aber wie ihre A&R LaBarbera Whites sagte: „Durch ihre [Britneys] Magie werden diese Songs zu dem, was sie sind".

Blur
Nur Monate nach dem Zusammenbruch tauchten im Internet Gerüchte über ein neues Album auf. Für dieses Album arbeitete sie mit Produzenten zusammen, die ihre Karriere über die Jahre mitgeprägt haben (inklusive Max Martin und Dr Luke). Circus ist wahrscheinlich ihre am wenigsten zusammenhängende Platte, auf der sich Bubblegum-Pop, innovativer Pop und R'n'B abwechseln. In diesem Song leidet Britney unter einem Kater und wacht am Morgen neben einem Unbekannten auf. Beats und auseinandertreibende Synths spielen mit den Sinnen, als Britney in ihrer tiefen Stimme singt: „Can't remember what I did last night, everything is still a blur". Das ist eine einfache, aber universelle Message und eine, die Brit ohne Zweifel selbst erlebt haben dürfte, als sie Party machen war. Es ist eine langsame Ode an den Morgen danach und an eine Erfahrung, die du so leicht nicht wieder erleben möchtest.

Unusual You
Produziert von dem mittlerweile getrennten Duo Bloodshy and Avant, ist „Unusual You" ein Fan-Favorit. Der Song ist der schrägste Song auf dem Album Circus. Softe Elektroklänge und ein ausgeprägter Beat stehen im Vordergrund, während Britneys stark bearbeitete Vocals den Hintergrund bilden. Die Message - unerwartete Liebe - hebt sich von den aufgesexten Songs auf dem Album ab und bildet einen Moment wahrer Liebe. „Unusual You" wird immer zum Besten von „Etherealney" gehören - mysteriös, melancholisch und wundervoll.

Inside Out
Obwohl Femme Fatale 2011 (fast) eine Rückkehr zu ihrer alten Form bedeutete, waren die Fans durch die Single-Veröffentlichungen und den Mangel an Promotion deprimiert. Dennoch bot das Album innovative Popmusik - wie „Inside Out". Ein Song, der Verlangen, Begierde und die Fragilität von Beziehungen thematisiert. Die textlichen Referenzen an „Baby One More Time" und „(You Drive Me) Crazy" sorgen für die Portion Nostalgie, während Britney sich durch den Song klagt: „Tell me how we got in this position, guess I better get you out my system". Sie singt über den Moment, wenn dein Herz die Kontrolle über deinen Kopf übernimmt. Bevor Dubstep die Popmusik beherrschte, machte ihn Britney schon massentauglich. Damit bestätigt sie wieder einmal ihren Ruf als der unterschätzteste Innovator im Popbusiness und ein weiteres Zeichen, dass die legendäre Ms. Britney Spears mehr Anerkennung verdient hat, als ihr zugestanden wird.

Credits


Text: Alim Kheraj