Kiko Kostadinov kehrt mit seiner neuen Kollektion zurück zur Natur

Der bulgarische Designer widmet sich für Herbst / Winter 18 Freizeitbeschäftigungen jenseits der eigenen vier Wände.

von Felix Petty; Fotos von Mitchell Sams
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Jan. 8 2018, 3:18pm

Fotos via i-D UK

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

Die London Menswear Fashion Week befindet sich in dieser Saison in einer Art Schwebezustand. Der erste Tag war, mit den Ausnahmen Liam Hodges und Cottweiler, ein wenig monoton. Man hat gespürt, dass der Kalender dieses Jahr nicht so vollgepackt war. Der zweite Tag der Männermoden-Schauen bot da schon mehr Grund für Hoffnung. Die Designer haben das zelebriert, was wir alle an Londons Modeszene lieben und uns eine positivere Zukunft aufgezeigt. Dazu gehört Kiko Kostadinov.


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Der bulgarische Designer wollte das Dunkle hinter sich lassen und sich dem Positiven zu wenden, wie er backstage nach der Fashionshow erklärte. Inspiriert wurde er von Roadmovies. Die Einladung zur Modenschau kam in Form von gepressten Blumen. "Es geht letztlich darum, wohin man fliehen kann. Es geht um einen positiven Einfluss", sagt Kiko Kostadinov. Als Vorlage für seine neue Kollektion diente ihm ein Leben jenseits der Couch – Dinge wie wie Wandern, Campen, Schwimmen, und welche Möglichkeiten und Freiheit die Flucht aus dem Alltag verspricht.

Den größten Einfluss übte Barbet Schroeders Kultfilm More – mehr – immer mehr aus dem Jahr 1969 auf den jungen Kreativen aus . Erzählt wird darin die Geschichte des jungen Deutschen Stefan, der Ende der 60er durch Europa reist. Er landet schließlich in Paris, zieht mit einem hübschen Mädchen nach Ibiza weiter, endet in einem LSD-Albtraum und stirbt an einer Überdosis.

Die Geschichte hinter der Kollektion erzählt er mithilfe von zwei Figuren, eine männliche und eine weibliche. Damit präsentiert er zum ersten Mal überhaupt Womenswear. Die erste Hälfte der Show war ganz dem weiblichen Charakter gewidmet. Die Models präsentierten skulpturalen und theatralischen Kopfschmuck aus Blumen, Zweigen und Laub. Gestaltet wurden sie von Katsuya Kamo, der bereits mit Junya Watanaba und Undercover zusammengearbeitet hat. Die Models trugen einfache, zweifarbige Outfits. Zusammen bildete die Kleidung einen starken Kontrast zum Kopfschmuck.

Bei den Farben ließ sich Kiko von seinem Heimatland Bulgarien inspirieren, genauer gesagt von der traditionellen Keramik- und Handwerkskunst aus den südosteuropäischen Land. Das hat sich vor allem in seiner Menswear niedergeschlagen. Anstatt Blumen trugen die männlichen Models blonde Perücken. Die Outfits waren mehr Active-Wear als Ibiza-Chic und es dominierten technische Fasern sowie praktische Cuts. Und genau das wollte Kiko mit seiner neuen Kollektion erreichen: ein tragbarer Mix aus Schönheit, Gelassenheit und Sport.