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Warum das MoMa in New York seine Türen vorerst schließt

Ihr habt genug von einer Welt, in der nur alte weiße Männer gefeiert werden? Das bekannte Museum im Big Apple auch.

von Roisin Lanigan
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08 Februar 2019, 8:38am

Still aus William Pope.L, The Great White Way, 22 miles, 9 years, 1 street, 2001-2002

New Yorks Museum of Modern Art wird in diesem Sommer seine Türen für vier Monate schließen. Vom 15. Juni bis Mitte Oktober um genau zu sein. Und dann? Nach der Wiedereröffnung, so ist der Plan, soll das MoMA ein inklusiver Ort sein, in dem Künstler*innen eine Stimme bekommen, die sonst von der traditionellen Kunstwelt übersehen werden.

Die Renovierung (die läppische $400 Millionen kosten wird) soll eine neue Fläche von fast 4.000 Quadratmetern entstehen lassen, auf der die Werke von Frauen und Künstlern of color ausgestellt werden. Außerdem soll es mehr Mixed Media geben und die Ära der Moderne stärker in den Mittelpunkt gerückt werden.


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"Eine neue Generation von Kurator*innen entdeckt die Vielfalt unserer Sammlung", erzählt MoMa Director Glenn Lowry gegenüber New York Times. "Überall auf der Welt wird großartige Kunst erschaffen, der wir Beachtung schenken müssen. Das Gewohnte wird durch das Unvorhersehbare ersetzt."

Die ikonischen Stücke wie beispielsweise Van Goghs Sternennacht bleiben natürlich erhalten, doch erlaubt das neue Konzept auch, weniger geläufige Namen zu entdecken. Seine Neueröffnung feiert das Museum übrigens mit zwei Ausstellungen afroamerikanischer Künstler: Pope L und Betye Saar.

Gleichzeitig gab das MoMA eine neue Partnerschaft mit dem Studio Museum in Harlem bekannt – ihre erste gemeinsame Ausstellung ist ganz der Arbeit des in Kenia geborenen Künstlers Michael Armitage gewidmet.

"Wir möchten nicht unsere Wurzeln vergessen, die in unserer riesigen Sammlung von Werken aus dem Modernismus liegen, aber das Museum hat Künstlerinnen und den Arbeiten von Minderheiten zu wenig Beachtung geschenkt", meint Leon Black, Vorstandsvorsitzender des MoMA. "Wo sie immer die Ausnahme waren, sollen sie nun ein echter Teil unserer Realität werden – von der vielfältigen Gesellschaft, in der wir alle leben."

Dieser Artikel stammt ursprünglich von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.