2, 4, 6, 8 we appreciate ... adna

Adna ist gerade erst von Schweden nach Berlin gezogen und macht Musik, die unter die Haut geht. Wir haben der jungen Schwedin ein paar Fragen gestellt und wissen jetzt, wer sie inspiriert, und warum es gut ist, von zu Hause auszuziehen.

von Alexandra Bondi de Antoni
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20 Mai 2015, 10:05am

Ein neuer Schweden-Export, den es vor noch gar nicht so langer Zeit nach Berlin verschlagen hat und von dem wir hoffentlich noch viel hören werden, ist Adna. 2012 erschien ihre erste EP, vor ein paar Monaten veröffentlichte sie nun ihr mittlerweile zweites Album, das den Namen Run, Lucifer trägt und unglaublich schön melancholisch ist. In den Songs singt sie über das Lieben und den damit verbundenen Schmerz, entscheidet sich für die Dunkelheit gegenüber dem Licht (siehe „Run, Lucifer") oder fragt, ob es OK ist, zu sagen, dass man das Gegenüber gerade jetzt ein bisschen vermisst (siehe „Shiver"). Oftmals nur vom Klavier begleitet, lässt die manchmal etwas zitternde Stimme der 21-Jährigen, die einem die Gänsehaut über den Rücken treibt, uns in eine traurige und dunkle Welt eintauchen, ohne dabei in Klischees abzudriften.

Ihre Songs sind so melancholisch und schwer, dass man gar nicht weiß, wohin mit den ganzen Gefühlen. Einige kleine Konzerte hat sie in Berlin schon gegeben, im Sommer sollen noch weitere folgen. Wir finden, dass die Songs wunderbar zum Wetter vor dem Fenster passen. Also noch einmal alle Traurigkeit rauslassen und sich unter die Decke verkriechen, bevor der Sommer wirklich endlich da ist. (Also hoffentlich)  

Die 2 größten Errungenschaften in ihrem Leben
1. Von zu Hause auszuziehen und eine eigenständige Person zu werden.
2. Die Entscheidung, Songs zu schreiben und zu schauen, was passiert.

4 Dinge, die in Berlin besser sind als in Schweden.
1. Es gibt kein Verfallsdatum.
2. Die ganze Stadt ist flach, also ist das Fahrradfahren viel leichter. Dass ist wichtig, da ich überall mit meinem Rad hinfahre. 
3. Jetzt werde ich wie jeder Schwede in Berlin klingen. Aber wenn ich meinen Kiez verlasse, dann fühlt es manchmal so an, als ob ich Urlaub mache.
4. Alles ist OK, nichts is schräg.

6 Songs, die deine Musik beeinflussen
1. „I Never Learnt To Share" - James Blake
2. „re:stacks" - Bon Iver
3. Kad Procvatu Behari (neben anderen bosnischen Klängen)
4. „New Dawn Fades" - Joy Divison
5. „Bookends" - Simon & Garfunkel
6. „Until We Bleed" - Kleerup, Lykke Li

8 Dinge, die du über Adna wissen musst
1. Feminismus ist für mich das Wichtigste, wofür wir momentan kämpfen müssen. Wir brauchen es alle.
2. Ich arbeite und nehme in meinem Schlafzimmer, unter meinem Bett und meist in Pyjama auf.
3. Ich liebe Möpse.
4. Ehrlichkeit ist meine Richtschnur, was Musik angeht und auch mit jedem, mit dem ich zusammenarbeite.
5. Ich war acht Jahre lang Eiskunstläuferin. (Ich fing mit 4 Jahren an).
6. Ich bin extrem stur und ändere meine Meinung erst, wenn mir jemand beweist, dass ich falsch liege.
7. Ich hatte Run, Lucifer kaum fertiggestellt, da dachte ich schon an die nächste Platte und fing dann am Tag danach an, neue Musik zu schreiben.
8. Ich habe mir mit 4 Jahren selbst lesen und schreiben beigebracht, weil ich keine Lust mehr hatte, auf den Lehrer zu warten, damit er mir vorliest.

@adna

Hier geht's zu den anderen Interviews aus unserer Rubrik „2, 4, 6, 8 We Appreciate".

Credits


Text: Alexandra Bondi de Antoni 

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